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Ant-Man and the Wasp: Sticht Sie?

Der Vorgänger war 2015 sowas wie eine angenehme Überraschung. Nachdem Edgar Wright (die Cornetto-Trilogie und zuletzt Baby Driver) durch Peyton Reed abgelöst wurde und Avengers 2 schon schwächelte, war gerade dieser Film auf keinem Wunschzettel.

Als dann die Mixtur aus Humor und neuen ungewöhnlichen Charakteren angenehm an die frühen unbeschwerten MCU-Tage erinnerte, fand sich das in einigen Reviews wieder.

Kann Teil 2 mit mehr vom Selben jetzt Jahre später noch immer überzeugen, überrascht die Fortsetzung nochmal, oder wird auch der Ameisen-Mann von den düsteren Ereignissen des Infinity-Krieges runter gezogen?

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=8R12gnecpjU

Tatsächlich hat Marvel zuletzt die bestehende Formel aus Experiment + sicherer Blockbuster ausgeweitet. Die Rückkehr von Spider-Man bescherte 2017 eine dritte Chance das Publikum in die Kinos zu locken. Das will dieses Jahr natürlich wiederholt werden.

Dabei scheint Ant-Man and the Wasp dieses Jahr die lockere Abwechslung nach dem ernsten Avengers: Infinity War zu sein. Dies gelingt dem Film auch großteils.

Der Anfang setzt genau dort die Handlung fort, wo Captain America Civil War Scott Lang (fallen) gelassen hat: auf der Seite der “Verlierer” und damit in polizeilicher Überwachung. Den Kontakt zu Pym & seiner Tochter hat er auch verloren, scheint dafür aber langsam sein Leben in geregelte Bahnen zu bekommen.

Bis ihm sein letzter Ausflug ins Quantenuniversum einholt und … ach den Rest überlasse ich gerne den Film (plappern ja manche Trailer schon recht viel). Der Humor ist dabei ein ebenso wichtiger Pfeiler wie die eher persönliche Geschichte um die sich hier alles dreht. Hier wird kein Universum gerettet, hier geht es um die Schicksale von Einzelpersonen.

Dieser Ansatz kommt vor allem Paul Rudd zugute, der hier wundervoll den liebenden Vater spielen darf, der einerseits versucht das Richtige zu tun, aber auch nicht weiter von seiner Tochter weggerissen werden will. Auch seine zivilen Partner bekommen etwas mehr Screentime, was aber nicht immer gelungen oder passend wirkt, aber fast die besten Gags des Films liefert.

Leider hat man den Film mit Handlungssträngen vollgestopft, die dagegen im Laufe des Filmes immer belangloser wirken. Ghost HÄTTE ein wirklich zwiegespaltene Gegenspielerin sein können, nur statt sie besser auszubauen, steht sie in Konkurrenz zum Abziehbild-Gauner Sonny Burch, dessen Name ich mir den ganzen Film über nicht merken konnte.

Da hilft auch nicht, dass Laurence Fishburne Pym’s ehemaligen Kollegen eigentlich überzeugend spielt und Michelle Pfeiffer als Janet van Dyne versucht Film-Fans der 80er abzuholen. Auch hier hätte das großartiger werden können, aber der Film schafft es einfach nicht alles in ein stimmiges Gesamtpaket zu verschnüren.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Y1aT1FbNSNI

Nicht falsch verstehen, Ant-Man and the Wasp ist ein guter Film und persönlich hatte ich mehr Spaß als beim Schauen vom “experimentellen” Black Panther, so gut dort auch einzelne Aspekte waren. Nur der ganze Film wirkt so gehetzt, weil eigentlich interessante Geschichten und Charaktere in zu wenig Screentime auch noch mit den (gelungenen) Actionszenen konkurrieren müssen.

Manchmal ist weniger mehr, das bewiesen schon der erste Iron Man. Hier versucht man leider sehr viele interessante Ansätze in einen Film zu pressen. Am Ende fand ich aber ausgerechnet die Beziehung von Ant-Man Scott Lang zu seiner Tochter als das Beste am Film. Bitte mehr solcher persönlicher Geschichten!

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