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Sacrifice – Rückblickend

Wir schreiben das Jahr 2000. Ich war 18 Jahre jünger und zarte 13 Jahre alt. Zu Hause hatte ich eine Mördermaschine von Personal Computer stehen. Einen Intel Celeron 500 MHz mit keine Ahnung wie wenig RAM und wenn ich mich richtig erinnere hatte ich eine GeForce2 MX verbaut. Bin mir aber wirklich nicht mehr sicher.

Nun, das war die Zeit als ich den Konsolen für einige Jahre den Rücken kehrte und mich auf dem PC sehr wohl fühlte. Mit Spielen wie Half-Life, Starcraft und vielen anderen hatte ich verdammt viel Spaß. Strategiespiele wie man sie von früher kannte, die kennt man auch heute noch. Aber ein Titel ist bei vielen vielleicht nicht mehr im Gedächtnis und war für den kleinen Brillenträger Marco ein absoluter Traum. Der Entwickler Shiny Entertainment war bereits für Earthworm Jim und MDK bekannt und hatte mit Sacrifice Ende 2000 einen von den Kritiker sehr gelobtes Spiel auf den Markt geworfen. Sieben Jahre später sollte Schluss für den Entwickler sein, aber das alles ist Schnee von Morgen.

In Sacrifice spielt ihr einen Zauberer der aus seiner Welt flüchten musste und nun Zuflucht in einer neuen Welt sucht. Dafür betet er insgesamt fünf Götter an, um sich deren Zuneigung zu ergaunern.

  • Persephone, Göttin des Lebens, herrscht über Elysium
  • James, Gott der Erde, herrscht über den Acker
  • Stratos, Gott der Lüfte, herrscht über Empyrea
  • Pyro, Gott des Feuers, herrscht über Pyroborea
  • Charnel, Gott des Todes, herrscht über Stygia

Ihr habt also die Auswahl an fünf verschiedenen Fraktionen, die sich wiederum in ihren Einheiten und Zaubern unterscheiden. Ihr entscheidet euch vor jeder Mission für einen der Götter, habt aber stets die Möglichkeit nach Beendigung der einzelnen Episoden den Gott zu wechseln und euch auf eine andere Seite zu stellen. Quasi mit dem Messer in den Rücken. Im Verlaufe des Spiels merkt ihr schnell, das unter den Gottheiten Zwietracht herrscht und ein Krieg ausbricht. Über den einzelnen Verlauf der Geschichte weiß ich ehrlich gesagt rein gar nichts mehr, habe diesen auch nur nebenher gespielt, wenn gerade niemand von meinen Freunden da war. Das spricht nicht unbedingt für’s Spiel …

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=IPBjj34bP0U

… aber das Herz von Sacrifice war damals für mich eben der Multiplayer. Im SP wie auch im MP startet ihr an eurem Altar und macht euch auf die Suche nach Manaquellen. Diese besetzt ihr und könnt im Umkehrschluss zaubern. Je stärker der Zauber, desto mehr Mana benötigt und so länger braucht ihr um den Zauber auszulösen. Neben den klassischen Zaubern wie schneller Laufen, Heilung, Explosionsgeschosse, Lähmung, etc. gab es wirklich Bildschirm große Spektakel auf dem Schlachtfeld, wie Vulkane, ganze Erdreiche die herabstürzten oder riesige Tentakel die alles aufspießten und in die Luft warfen. Je nach dem für welche Seite ihr euch entschieden habt. Meine Augen leuchteten.

Aber so wie ihr als Zauberer aktiv in den Kampf ziehen konntet, so hattet ihr eine Horde aus Monstern und Kreaturen hinter euch, die ihr ebenfalls befehligt habt. Für diese Wesen waren Seelen notwendig. Auf der Karte lagen überall Leichen verteilt, die euch ohne große Mühe diese Ressourcen gaben. Von euch gefallene Einheiten und die damit verbundenen Seelen konntet ihr einfach wieder aufsammeln. Bei den Gegner war dies leider nicht so einfach. Dort musstet ihr zunächst eine Einheit beschwören, die mit einer großen Spritze die Seele aus dem Körper zog, um mit dieser zum Altar zu rennen, diese dann zu opfern und euch zur Verfügung zu stellen. Nach der Beschwörung des Spritzenmannes, gabt ihr den Befehl die entsprechenden Seelen auszusagen. Der weitere Rest passierte zwar automatisch, es war aber ein ziemlich langatmiger Prozess.

Mehr als die beiden Ressourcen gab es nicht. Wie hat man also das Spiel gewonnen? Nun, es ist klar. Ihr müsst den Gegner besiegen. Doch damit alleine ist es nicht getan. Denn wenn ihr den gegnerischen Zauberer getötet habt, schwebt er als Geist über das Schlachtfeld und kann weiterhin seine Einheiten befehligen. Zaubern oder beschwören ist allerdings nicht möglich. Um das Spiel endgültig für sich zu entscheiden, muss der gegnerische Altar entweiht werden, ebenfalls durch ein Opfer eurerseits. Es kostet also wieder einmal Seelen.

Im Spiel war es keine Schwierigkeit bis zum Altar des Gegners vorzustoßen – die Entweihung war das große Problem. Weil es eben dauerte und die Stimme im Ohr die Bedrohung unmittelbar mitteilte. Sollte während der Entweihung der Gegner sterben, ist das Spiel ebenfalls sofort beendet und ihr habt gewonnen. Sacrifice bot damit unheimlich viel Tiefe, war aber leider auch nicht einsteigerfreundlich und es brauchte einige Runden um zunächst alle Kreaturen, wie auch die Zauber zu verstehen und passend einzusetzen. Ich erinnere mich noch gut daran wie ich mich gerne mal auf dem Terrain verklickt habe und anstatt den Gegner Feuer unterm Arsch zu machen, wuchs mir der Vulkan sprichwörtlich aus dem Allerwertesten. Ich vernichtete mich und meine gesamte Gefolgschaft nicht nur einmal versehentlich. Generell war es jedoch stets ein schmaler Grat zwischen Angriff, Verteidigung und Rückzug.

Trotz der guten Kritiken (bei metacritic 89%) blieb der kommerzielle Erfolg komplett aus und einen Nachfolger sollte es nie geben. Sehr schade, denn es war und ist ein ziemlich gutes Spiel. Wer daran interessiert sein sollte, der bekommt es bereits und noch immer auf solchen Plattformen wie Steam oder GOG.com für um die 10€. Schaut doch also ruhig mal vorbei!

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