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State of Mind – Ein Blick hinter die Demo

State of Mind ist das jüngste Ergebnis deutscher Entwicklungsarbeit. Doch bevor man nun von einem weiteren Point and Click spricht, das zuckersüß und doch sehr kurzlebig ist, sollte man sich mit State of Mind etwas länger beschäftigen.

Im Gegensatz zu der typisch deutschen Kost, die meist nur aus Point&Click, Lehrvideos oder Simulationen besteht, bekommen wir hier einen ganz neuen Leckerbissen geboten.

In State of Mind werden wir in die Zukunft katapultiert.

2048 wachen wir nach einem schweren Autounfall in einer ziemlich schäbigen, aber dafür modernen Klinik auf. Ein Arzt untersucht uns und fragt uns Sachen, die wir nur beantworten können, indem wir ihm vorher gebannt zuhören. Wissen wir auf Anhieb nicht die richtige Antwort, ist das aber auch nicht so schlimm, denn wir haben mehrere Versuche. Wir müssen lediglich damit leben, dass wir unfähig sind, zuzuhören.

Hmmm…muss ich meinen eigenen Sohn wiedererkennen?

Unser unter Amnesie leidender Patient begibt sich nach den doch etwas anstrengenderen Untersuchungen nach Hause und findet einen Roboter vor – gerade in seiner Wohnung!

Was wir nämlich bislang wissen, ist, dass unser Protagonist ein Journalist ist, der eben gegen Roboter als Menschenersatz ist. Und nun steht da einer, in seiner Wohnung, der ihm auf Schritt und Tritt folgt.

Die Fassung wahrend begibt sich unser Charakter also auf die Suche nach seiner Frau und seinem Kind. Seine Frau scheint aber spurlos verschwunden. Wir werden auf viele falsche Fährten geführt und müssen richtig recherchieren, um herauszufinden, wo sich die Liebsten befinden.

Besonders bemerkenswert ist dabei die Art der Videotelefonie. Immer dann, wenn jemand online kommt, können wir mit diesem via Hologramm telefonieren – und wenn es nur die verhassten Schwiegereltern sind, wir sind nicht allein!

Genau dann, wenn wir glauben, auf eine heiße Spur zu kommen, werden wir in die Welt eines anderen Charakters katapultiert. Dieser wacht in seiner Wohnung auf – nach einem Unfall. Seine Frau ist ebenfalls nicht vor Ort, dafür aber sein Junge.

Dieser muss aber leider zum Arzt, weil getestet werden muss, ob ihm etwas beim Unfall passiert ist. Als Vater des Jungen dürfen wir ihn trotzdem nicht begleiten …komisch.

Und so gehen die Verzweigungen immer weiter. Immer wieder begegnen uns NPCs, die komische Sachen sagen. Immer wieder schlafen wir ein und wachen als eine andere Person auf. Immer wieder sind da Ärzte, die alles besser wissen.

Um nicht zu viel zu verraten, belassen wir es bei jenen Fragestellungen, die in den ersten zwei Spielstunden auftreten.

Denn das ist die große Kunst in diesem Spiel: die Geschichte. Wir werden in eine Welt geworfen, ohne jegliche Erklärung. Und dadurch, dass unser Charakter auch nichts weiß, fühlen wir uns hilflos und verwirrt.

Das Gameplay hält sich sehr einfach. Ähnlich wie in einer Point and Click-Manier klicken wir uns an unterschiedlichen Orten die Finger wund und klicken alles an, was sich bewegt. Die meisten Dinge antworten uns, geben uns visuelles Feedback und zeigen, dass es kein langweiliger, gar lebloser 3D-Raum ist. Wir haben kleinere Rätsel, die wir lösen müssen und wir müssen mitdenken. Denn wenn unser Kind etwas zu essen haben möchte, müssen wir uns die Bestellung bis zum Frühstücksmacher merken.

Weiterhin kann noch gesagt werden, dass die mittlerweile sehr beliebte Low Polygon- und Kantengrafik sehr gut in das Bild der Moderne passt. Es fängt die Atmosphäre sehr gut ein, ist hoch performant und zeigt, dass Spiele nicht immer Fotorealismus brauchen, um spannend zu sein. Die Spannungskurve ist sehr weitläufig, sodass man nicht von einer Action-Sequenz in die nächste geschickt wird. Es gibt Stellen zum Aufatmen und es gibt Stellen, die dem Spieler den Atem rauben.

Eine sehr gelungene Abwechslung!

Fans von Deus Ex, guter Detektiv-Manier, vielleicht auch Fans von The Council werden ein Abenteuer für sich entdecken, das erst dann Sinn macht, wenn man es gespielt hat. Jegliche Verschriftlichung der Story nimmt dabei einen Teil der Geschichte weg.

Deswegen an dieser Stelle ein dickes Sorry für das Angespielt. Es gibt nämlich Dinge, die man selbst erlebt haben muss, um sie genießen zu können.

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One comment

  1. […] ganz besonderes Augenmerk dürfte auf State of Mind gerichtet sein. In unserem Angespielt durften wir schon die ersten Spielstunden antesten und sind […]

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