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Marvel’s Luke Cage Staffel 2 – Jamaikanische Note?

Persönlich wurde ich mit der letzten Entwicklung im Netflix Marvel TV Universum nicht mehr warm. Luke Cage Staffel 1 war gut, zog sich aber auch und The Iron Fist war nahezu unerträglich. The Defenders hatte fast gleich viele Hoch wie Tiefs, The Punisher wirkt mehr wie eine Taken die Serie und Jessica Jones Staffel 2 musste ich sogar abbrechen.

Wie geht es jetzt mit Luke Cage Staffel 2 weiter? Dümpelt auch die vor sich hin, oder können Netflix/Marvel wieder begeistern?

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=EQUji6EkZCY

Ich habe nicht viel erwartet. Vor allem der Trailer deutet auf das übliche Muster hin. Luke Cage ist der Bringer und alle haben Angst/Respekt und dann kommt wieder ein neuer Schurke, ABER genau diesen Fehler begeht die Staffel 2 nicht.

Wo zuvor noch viel zu lange mit seiner Origin herum gebastelt wurde, wo zuerst noch Luke Cage trotz Auftritt in Jessica Jones erneut aufgebaut wurde, verliert Staffel 2 nicht viel Zeit damit den Status Quo darzustellen. Ja die losen Enden werden anfangs erwähnt, aber schnell wird die eigentliche Richtung eingeschlagen.

Anders als früher wirkt Bushmaster aber auch glaubhafter und menschlicher. Ja er kommt zu Beginn als Monster rüber, dies wird in späteren Episoden jedoch erläutert bzw. zeigt erstmals auch eine Charakterentwicklung bei einem Bösewicht im Lauf der Staffel.

Ebenfalls sehr zugute kommt die “jamaikanische Note”. Hier trifft afro-amerikanische auf die jamaikanische Kultur und dies bringt nicht nur Abwechslung sondern auch etwas mehr Tiefe. Man sieht dass die Probleme in Harlem tiefer sind als Weiß gegen Schwarz und die ansonsten sehr stereotypischen Banden in den Marvel/Netflix-Serien werden so auch eine Spur realistischer dargestellt.

Aber auch diese Season hat ihre Schwächen. So wird nochmal der Vater/Sohn Konflikt neu aufgerollt, wo man sich die Frage stellen kann “warum jetzt?”. Immerhin wurde dieses Thema ja auch schon vorher behandelt und wirkt hier ein wenig aufgesetzt. Auch Luke Cage’s Beziehung zu Claire Temple nervt und wirkt etwas künstlich (gerade wenn man bedenkt durch was beide Figuren zuvor gehen mussten). Ich kann mir nicht helfen, aber wo mir Rosario Dawson in ihrer Rolle bei Daredevil noch gefallen hat, verstehe ich mittlerweile nicht wo ihre Rolle im Netflix-Marveluniversum hin will/soll.

Wirklich besser als zuvor wirkt dafür Simone Missick als Mercedes “Misty” Knight. Langsam aber doch entwickelt sich die Polizistin zum Comic-Helden/Sidekick. Auch ein anderer Gastauftritt, welchen ich nicht näher verraten will hat mich mit einer Figur aus dem Universum überraschend versönlich gestimmt.

Etwas simpel ist leider aber die Entwicklung von Luke Cage selbst, darum wirken dann eben Konfrontationen mit seiner Vergangenheit etwas fremd. Aber Mike Colter spielt den Helden wider Willen trotzdem gekonnt mit einer leichten überheblichen Note, die ihn nicht mehr ganz so tragisch wirkt lassen. Nicht zuletzt können die Actionszenen meist überzeugen und wirken eine Spur glaubwürdiger als in anderen Serien.

Tatsächlich hat mich Luke Cage Staffel 2 wieder versönlich mit dem Marvel Netflix Universe gestimmt. Große Spannungslücken wie noch zuvor fehlen bzw. halten sich in Grenzen, neue Charaktere können überzeugen und manche Bekannten bekommen sogar eine zusätzliche Schicht. Wer also wie ich bei Jessica Jones S2 abbrechen musste, sollte hier noch einen Blick riskieren!

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