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Star Blazers 2199 – Ein Remake, das die Welt (nicht) braucht?

Dem einen oder anderen ist Star Blazers hierzulande wohl eher unter dem Namen Space Battleship Yamato bekannt.

Es ist eine Anime-Serie aus den 70ern, welche durchaus als einer der Meilensteine der Anime-Geschichte angesehen werden kann. Sie zeigte erstmals, dass ernsthafte Science-Fiction und Space-Opera auch bei Anime möglich sind. Ohne sie wären neuere Werke wie Neon Genesis Evangelion oder Cowboy Bebop nicht vorstellbar.

Bei Star Blazers: Space Battleship Yamato 2199 handelt es sich um das 2013 in Japan veröffentlichte Remake, immerhin liegen zwischen Original und Remake mehr Jahre als bei Battlestar Galactica. Aber ist dieses Remake auch so interessant, oder versucht man den Fans etwas Kohle aus den Taschen zu ziehen?

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=AltnH4g5LPs

Bei uns erscheint die Neuinterpretation erstmals auf DVD & Blu-Ray unter Publisher KSM Anime, den man vielleicht durch bekanntere Serien wie Digimon Adventure kennt.

Im Jahr 2199 ist die Erde aufgrund eines Atomwaffen-Angriffs der Alien-Rasse Gamilas unbewohnbar geworden. Selbst die unterirdischen Bunker, welche als einzige Rückzugsgebiete dienen, halten die Strahlung nicht mehr lange ab. Da kommt ein Hilfeangebot aus dem All genau richtig. Prinzessin Starsha vom Planeten Iscandar bietet einerseits die Baupläne für einen Überlichtantrieb und die Cosmo DNA an. Letztere soll die Erde wiederherstellen können, muss aber direkt von Iscandar abgeholt werden.

Die Optik von Star Blazers 2199 überzeugt

So begibt sich eine Elite-Besatzung an Bord des letzten großen Erdenraumpfschiffs Yamato mithilfe des neuen Antriebs und einer damit verbundenen neuen Waffentechnik in die Richtung des extra-solaren Ziels. Ein Jahr bleibt Zeit, sonst ist die Verwüstung der Erde irreversibel.

So lächerlich die Geschichte fast klingen mag, so beeindruckend wirkte sie damals. In diesem Remake wird auch kaum etwas an dieser geändert, es handelt sich also nicht um eine Neuinterpretation. Geschichte und die Charaktere sind nahe am Original gehalten, es werden aber neue Figuren etabliert & andere Akzente gesetzt.

Highlight des Remakes sind auch die tollen Raumkämpfe

So erzählt diese Serie das Geschehen persönlicher und geht mehr auf die Gefühle der Besatzung des Schiffes ein. Auch wird den Raumkämpfen selbst mehr Zeit gegönnt und wirken viel zeitgemäßer als im Original.

Beides trägt dazu bei, dass man den Motiven der Figuren besser folgen kann als im Original und so wirkt Serie an sich glaubwürdiger aus heutiger Sicht. Selbst Fans bekommen so also einen Grund, sich dieses Remake anzusehen und mit den Figuren mitzufiebern, obwohl sie die grundsätzliche Geschichte schon kennen.

Aber auch die Charaktere wirken nun etwas glaubwürdiger

Für Sci-Fi Fans ist die Serie auch aufgrund vieler Themen von Interesse, welche von anderen Serien wie Star Trek (Voyager) oder Battlestar Galactica (Reboot) erst Jahrzehnte später aufgegriffen wurden. Sei es die Definition künstlicher Lebensformen, die Auswirkung längerer Isolation auf die Besatzung oder die Angst vor dem Unbekannten. Hier findet man die Inspirationsquelle vieler Serien-Autoren.

Gewöhnungsbedürftig ist jedoch der bei Animes durchaus üblichen Preis & Distributionsgestaltung. Die Serie wird verteilt auf 5 Volumes veröffentlicht. Jedes enthält zum UVP von 50€ gerade mal eine Blu-Ray bzw. DVD (Preis bei DVD und BR sind im Handel quasi gleich) mit je 5 Episoden. Im ersten Volume war hierbei immerhin noch ein Sammelschuber und Booklet + einer zusätzlichen Episode inkludiert, aber die Nachfolgenden sind zum gleichen Preis (lediglich auf Amazon pendelt sich dieser auf 40€ statt 45€ für Volume 1 ein) doch deutlich dünner ausgestattet.

Die Yamato

Bei den Blu-Ray Veröffentlichungen von Star Trek oder Battlestar Galactica bekam man zum maximal doppelten Preis immerhin den 4- bis 6-fachen Inhalt (also 4-6 Discs mit jeweils mindestens 4 Episoden). Zusätzlich bleiben Animes auch preisstabiler, während man aktuelle die ganze Serie Star Trek TNG oder Battlestar für diesen Preis bekommt, etwas das im Falle von Starblazers bezweifelt werden darf.

Die Brücke

ABER dies ist bei Anime-Serien durchaus üblich. Man darf auch nicht vergessen, dass andere Sci-Fi Serien bei diversen Sendern neu veröffentlicht werden. Während sich also trotz all der Jahre Sender noch immer für Re-Runs von Star Trek interessieren (und gerade auf ihren HD-Sendern den neuen Restaurationen nicht abgeneigt sind), lässt die Begeisterung für Remakes alter 70/80er Sci-Fi Anime Filme/Serien zu wünschen übrig. Hier muss man also auch keine Angst haben, dass man nächstes Jahr die Staffel auf Netflix sowieso sehen kann oder die Box für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises bekommt.

Wer einen zeitgemäßen Blick in die Sci-Fi (Anime) Welt der 70er werfen will, kommt um diese Serie sowieso nicht vorbei, aber auch Fans aktuellerer Werke sollten durchaus einen Blick riskieren, da die Überarbeitung durchaus ihr Geld wert ist und an den richtigen Stellen modernisiert wurde.

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