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Octopath Traveler – Reiseführer wider Willen

Morgen, am 13. Juli, an einem Freitag, den 13., erscheint Octopath Traveler und wieder einmal musste ich unsere armen Saturn-Mitarbeiter stündlich, einen Tag vor Release, mit E-Mails bombardieren, um herauszufinden, wann genau es im Regal steht – man will ja die Erste sein.

Als ich es ausgepackt und gerade einmal 60 Sekunden auf die Installation warten musste, gab es die erste große Hürde: Spielstand aus der Demo importieren oder doch lieber von Vorne beginnen?

Ganz klar: Spiel war teuer, also spiel ich das Ding von Anfang an.

Als Erstes darf man sich einen Helden aussuchen. Es gibt 8 Stück an der Zahl, von denen man jeden im Spielverlauf spielen kann, ohne einen neuen Spielstand anzulegen. Mit wem wir beginnen, ist also egal, die Geschichten der Einzelnen werden wir uns zu gegebener Zeit noch anschauen bzw. spielen können.

Dabei gibt es gerade am Anfang so viele Möglichkeiten: Krieger, Apotheker, Händlerin, Waldläuferin, Gelehrter, Tänzerin…

Moment!

Tänzerin?

Da sich diese Klasse für mich am wenigsten erschließen konnte, hab ich direkt mit Primrose Azelhart begonnen, der Tänzerin.

Primrose hat es nicht leicht gehabt, denn sie stammt eigentlich aus einer gut betuchten Familie, die eines Tages von Banditen ausgeraubt und schlichtweg umgebracht wird. Ganz mutterseelen allein schwört sich Primrose Rache an den Männern, die an verschiedenen Körperstellen Krähen eintätowiert haben.

Um ihr Ziel zu erreichen, muss Primrose erst einmal diese Krähenmänner finden. Schnell spricht sich herum, dass einer der drei Banditen in einem Gasthaus hausiert und sich für Tänzerinnen interessiert.

So macht sich Primrose auf die Suche nach einem Job als Tänzerin und muss dort viele Jahre auf die eine Gelegenheit warten, um Rache zu üben. Sie wird, wie alle anderen Tänzerinnen auch, sehr schlecht behandelt, eigentlich sogar misshandelt und viele der Tänzerinnen werden nicht nur geschlagen, sondern verschwinden auch spurlos.

Ihren Stolz und ihre Scham herunterschluckend arbeitet Primrose als eine der besten Tänzerinnen, bis zu jenem Tag, an dem einer der Krähenmänner in ihrem Etablissement auftaucht. Sie verfolgt ihn, doch ihrem herrischen Chef bzw. Sklaventreiber kann sie nicht so einfach entkommen…

Dies ist ein Beispielbild von der Jägerin

Und so beginnt eine hoffentlich noch lange und geschichtsträchtige Reise ins Unbekannte. Denn als nächster Schritt kommt die Findung der anderen “Helden”, um zum einen ihre Story zu erfahren und natürlich um diese als Begleiter zu rekrutieren, denn die Kämpfe sind spannend.

Generell unterscheidet das Spiel zwischen Nahkampf, Fernkampf und speziellen Fähigkeiten. Primrose arbeitet im Nahkampf z.B. mit einem Dolch, und wenn die Gegner zu stark werden, setzt sie Dorfbewohner, Ritter und alte Damen (kein Scherz, die Alte war wirklich stark!) ein, die für sie kämpfen. Um diese besonderen Menschen einzusetzen, muss sie diese zuvor betören, indem sie diese antanzt und für sich gewinnt. Ist einer der Menschen komplett ausgenutzt, muss sie sich einen Neuen holen, denn sie kann immer nur eine Person betören, die dann für eine gewisse Anzahl an Runden gerufen werden kann.

Ein japanischer Screenshot direkt von Nintendo, aber man sieht Primrose und ihre Fähigkeit sehr schön

Sollten alle Stricke reißen, kann sie durch einen Boost zweimal angreifen oder eben eine Fähigkeit einsetzen. Zu Beginn kann Primrose ihre Angriffsstärke bzw. die eines Verbündeten buffen. Sie kann aber auch eine Dunkelfähigkeit einsetzen, die sehr hohen Schaden anrichtet.

Die Kämpfe sind bisher nicht zu leicht und auch nicht zu schwer. Man kann leveln, looten, farmen und Ausrüstung kaufen. Ein waschechtes Rollenspiel, das es die letzten Jahre in so einem Umfang nur einmal gegeben hat: bei Divinity Original Sin 2.

Als Nächstes hol ich mir den Ritter namens Olberic Eisenberg. Mann muss ja auch mal jemanden zum “Draufhauen” haben.

Olberic hat es nicht leicht. Als ehemaliger Spitzenritter, der nicht nur seinen Ruhm, seinen Stolz und seine Ehre verloren hat, als sein bester Freund ihn hintergangen hat, hat er auch seinen König verloren.

Nun wagt er einen Neuanfang in einem kleinen Dorf, um dort die Dörfler zu beschützen und auch einige auszubilden. Denn diese müssen sich sehr schnell gegen Banditen aus der Region behaupten. Und das ist auch eine der Spezialfähigkeiten Olberics. Er kann nicht nur sehr gut mit seinem Schwert, Schild und Speer umgehen, er kann auch Leute zum Duell fordern, um sich selbst und auch andere zu trainieren.

Es dauert daher nicht lange, bis er sich gegen eine Räuberübermacht stellen muss. Diese haben sich nämlich seinen als Ziehsohn auserkorenen Jungen geschnappt. Um Philipp zu retten, macht er sich auf den Weg zu den Hügeln und findet schnell heraus, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Viel wichtiger noch: Er findet seine Rachegelüste an seinem alten Freund wieder, der ihn so unsagbar verraten hat und so viel Leid über das Königreich brachte.

Nun haben wir eine Verführerin, äh, Tänzerin und einen Ritter. Dann schauen wir mal, dass wir unsere Ausrüstung für einen guten Preis kriegen und schnappen uns noch die Händlerin: Tressa Colozone!

Bislang waren die Geschichten der einzelnen Charaktere sehr traurig oder auch sehr spannend. Bei Tressa ist das leider nicht ganz der Fall. Sie gehört eher in die Schublade: Nice Try!

So starten wir nun mit Tressa, die ein kaufmännisches Geschick an den Tag legt. Kein Bürger und auch kein anderer, erfahrener Händler kann sich ihrem Handelsgeschick entziehen. Ihre Eltern, die ebenfalls Händler sind und einen kleinen Laden führen, möchten ihr diesen nach ihrem Ableben anvertrauen.

Tressa arbeitet also fleißig, um den Laden ans Laufen zu bringen, bis zu diesem besagten Tag, an dem ihre Eltern ausgeraubt werden. Da sie nicht gerade eine Kämpfernatur ist, stellt sie sich vergebens den Räubern und muss mit ansehen, wie wertvolle Schätze (Wein und so) mitgenommen werden. Das kann Tressa natürlich nicht auf sich beruhen lassen und geht mit einem Plan in die Räuberhöhle, um diese zu stellen.

Doch später muss Tressa erkennen, dass sie nicht für das gemeine Dorfleben geschaffen ist. So macht sie sich als fahrende Händlerin auf den Weg, um neue Abenteuer und die besten Schätze zu entdecken, mit dem Versprechen, eines Tages die beste Händlerin zu werden.

Immer diese Freiheitsgeschichten…Fehlen nur noch Piraten…Ups! Spoiler!

Langsam wird das Zeug zum Heilen, die Heiltrauben, wirklich teuer. Selbst Tressas Handelskünste helfen mir da nicht weiter. Jetzt wäre eine Art Magier toll. Der Apotheker, der mich hundertpro heilen kann, ist leider zu weit weg. Also geht es nun zum Gelehrten: Cyrus Albright!

Cyrus gehört wohl in die Kategorie “Sexy Professor”. Kaum in der großen Akademie angekommen, umschwärmen ihn nicht nur seine Studentinnen, sondern auch die etwas besser betuchten Damen. Natürlich werden diese auch schnell ihre Fingernägel ausfahren, um sich den Professor zu krallen und natürlich wird es der Professor selbst sein, der darunter leiden muss.

Doch was viel wichtiger ist, ist, dass der Professor endlich den Schlüssel zum Spezialarchiv bekommen hat, denn er ist Gelehrter und er mag Bücher. Als er das Archiv betritt, fällt ihm auf, dass Bücher fehlen. Auf der Suche nach diesen Büchern muss er Detektiv spielen, Leute befragen, Hinweisen nachgehen und den Dieb stellen.

Nachdem Cyrus’ Leben unerwarteterweise auf den Kopf gestellt wird, macht er sich an jenem besagten Tag auf die Suche nach einem ganz speziellen Buch.

Das Gameplay hat sich mit Cyrus zwar sehr langsam angefühlt, weil erst gegen Ende seines Kapitelstrangs gekämpft wurde, doch gab es auch einige Features, die so bislang noch nicht vorkamen.

Doch leider gehen mir immer noch die Heiltrauben aus, denn Cyrus ist so eine Art Magier. Er kann unterschiedliche Elemente beschwören, doch nicht heilen. Außerdem ist der Gelehrte auch ein Analyst, der die Schwächen der Feinde ausmachen kann. Sehr praktisch also.

Der nächste Schritt: Ich hole mir jetzt den Apotheker: Alfyn Greengrass!

Alfyn wurde als Kind von einem fahrenden Heiler gerettet. An diesem Tag schwör er sich, anderen Menschen genauso zu helfen, wie es an jenem Tag der Mann tat, der ihm das Leben rettete.

Doch das Leben meinte es nicht gut mit Alfyn, denn nach dem Tod seiner Eltern wuchs er bei einer anderen Familie auf. Zwar fand er dort einen besten Freund und alle unterstützten ihn in seinem Vorhaben, doch musste er schnell erkennen, dass er nicht ganz dazugehörte.

Eines Tages wird die Schwester seines besten Freundes von einer Schlange gebissen. Nur wenn Alfyn die Schlange ausmacht, die das Mädchen gebissen hat, kann er diese retten.

So macht er sich auf den Weg in eine Höhle, um die Schlange zu finden, das Mädchen zu retten und …

sich dann auf den Weg zu machen, um ein fahrender Heiler zu werden. Heißt ja immerhin Octopath Traveler.

Leider spielt sich Alfyn als Heiler nur semi-gut. Teils kann er ein Gruppenmitglied heilen, ihm FP (Fertigkeitenpunkte) zurückgeben und negative Statuseffekte entfernen. Da er dies aber immer nur bei einem Charakter tun kann, zumindest zu Beginn, fühlt sich ein vergiftender Endgegner, der im Sekundentakt die ganze Gruppe ausradiert, etwas schwerfällig an. Anderseits kann man die Gruppe aber von nun an auch außerhalb des Kampfes heilen.

Mit seiner Axt scheint er aber auch nützlich zu sein…mal sehen.

Da mir Cyrus, der Gelehrte, andauernd wegstirbt, begebe ich mich nun auf die Suche nach einem richtigen Magier, der nicht röchelnd auf die teuren “Oliven des Lebens” wartet und mich an den Rand der Pleite führt.

Doch warum einen Magier engagieren, wenn man sich die Sachen auch anders beschaffen kann? Warum bezahlen, wenn man auch stehlen kann?

Auf meinem geizigen, aber doch abenteuerlustigen Pfad treffe ich auf Therion – den Meisterdieb.

Kaum aus dem Gefängnis mit seinem besten Freund geflohen, und kaum gibt es einen tragischen Schicksalschlag, macht sich Therion wieder an die Arbeit. Dieses Mal möchte er im Flussland eines der reichsten und größten Anwesen ausrauben!

Doch natürlich schnetzelt er sich nicht einfach durch die Gegner, die Wachen, hindurch, nein, er erarbeitet sich einen Plan und macht sich an sein diebisches Meisterwerk. Er möchte nicht weniger als den größten Schatz stehlen und das sind nunmal Dracheneier.

Leider bleibt sein Einbruch und versuchter Diebstahl nicht unbemerkt, weshalb er doch in Kämpfe verwickelt wird und anschließend als Dieb gebranntmarkt wird. Nur wenn er einer reichen Dame einen Wunsch erfüllt und alle Dracheneier beschafft, darf er das Armband der Schmach lösen.

So macht er sich auf die Reise…

Dabei benutzt Therion einen Dolch und kann auch gut austeilen. Im Kampf stiehlt er daher nicht nur Münzen, sondern auch Gesundheitspunkte und Fertigkeitenpunkte, immer bedacht, nicht erwischt zu werden.

Da Therion auch Truhen öffnen kann, die andere eher ungeöffnet lassen, zeigen sich neue Ausrüstungsgegenstände auf. Und wenn das Geld mal knapp wird, kann man die doch naiven Dorfleute bestehlen, die in der Regel nichts vom Diebstahl mitbekommen.

Außerdem hat Alfyn, der Apotheker, nun die Fähigkeit der Wiederbelebung – endlich!

Als Nächstes kommt H’aanit, die Jägerin. Sie soll Monster wie andere Pokémon fangen können.

Wir finden H’aanit in einem kleinen verschlafenen Dorf, in dem die Leute noch an die Gesetze des Waldes glauben.

Der Wald gibt und der Wald nimmt.

H’aanits Lehrmeister macht sich eines Tages auf eine Reise, um ein Monster zu stellen. Im Gegensatz zu seinen bisherigen Jagden, die immer in einer wilden Pokerrunde endeten, soll diese besonders schwer sein. Ihr Lehrmeister weiß deshalb nicht, ob er je wiederkommt.

In Sorge um ihn möchte sie also sofort losstürmen, nur dass ihr ein Bote zuvor kommt. In der Nähe des Dorfes sind Menschen und Tiere verstorben. Es scheint ein unheimliches Monster direkt vor der Haustüre auf einem Tötungskommando zu sein. So begibt sich die stolze, aber auch fähige Jägerin, auf den Weg, um das Monster zu stellen und es dem Wald zurückzugeben.

Währenddessen fängt sie Tiere als seien diese Pokémon und erfreut sich, diese im Kampf einzusetzen – zumindest so lange, bis diese keine Kraft mehr haben und verpuffen.

Natürlich muss sich H’aanit auch noch auf das Abenteuer ihres Lebens begeben. Sie muss ihren Meister finden. Denn sein Wolf scheint ganz alleine zurück ins Dorf gekommen zu sein und führt sie nun zu ihrem und seinem Meister.

Mit Pfeil und Bogen, Axt und einem Gespür für Treffer hilft uns H’aanit nun im Kampf. Sie hat einen sehr hohen Initiativewert, wodurch sie sehr oft und auch sehr früh drankommt.Ihr Metier sind Pfeilhagel und der Donner – mal ganz abgesehen von ihren Haustieren, die sie rufen kann.

Ob sie in das bisherige Team, bestehend aus Supporter (Primrose), Krieger (Olberic) und Heiler (Alfyn) passt, muss ich noch ausprobieren.

Nun haben wie sieben von acht Charakteren gefunden. Fehlt also nur noch Ophilia Clement – eine Klerikerin/Heilige.

Ophilia hatte es nicht leicht. Im Krieg sind ihre Eltern gestorben und machten sie somit zur Waise. Ein Bischof nahm sie auf und erzog sie, wie seine eigene Tochter. Sie lernte eine Schwester kennen, Lianna, und kehrte in ein Leben zurück, dass nicht nur Trauer bedeutete.

Ihre hoch geschätzte Schwester muss sich eines Tages auf Wallfahrt begeben. Einst schufen 13 Götter die Welt und die Menschen. Der 13. Gott stellte sich jedoch gegen die Menschen, weshalb die verbliebenen Götter ihm Einhalt gebieten mussten. Um die Menschen zu beschützen, muss alle 20 Jahre eine heilige Glut entzündet werden. Und diese Aufgabe wurde Lianna zuteil.

Nur leider erkrankt kurz vor der Abreise der liebende Vater schwer. Ophilia möchte ihre Schwester beschützen und dafür Sorge tragen, dass diese bei ihrem sterbenden Vater bleiben kann.

So macht sich dann Ophilia an Liannas Statt auf die Reise, die Gluten zu entzünden. Sie wird sich auf ihrem Weg vielen gefährlichen Feinden stellen müssen.

Im Kampf greift die deshalb auf Heiligenschaden zu. Um ihre Verbündeten zu heilen, wendet sie starke Heilmagie an. Sollte sie allein zu schwach sein, “führt” sie Menschen, die ihr dann folgen und zur Seite stehen.

Ophilia ist an sich ein interessanter Charakter, doch leider ist sie auch sehr schwach. Ihre Heilmagie ist zwar sehr praktisch, doch leider kann sie kaum angreifen – im Gegensatz zum Apotheker, Alfyn, der auch mal richtig zulangen kann.

Fazit:

Das waren die ersten Spielstunden ( knapp 9 Stunden). Bislang habe ich alle Charaktere eingesammelt und stelle mir nun ein gutes Trüppchen zusammen.

Die weitere Reise müsst ihr von nun an ohne mich gehen, denn das hier soll ja nur ein “angespielt” werden und euch nicht zu Tode langweilen. Komplettlösungen gibt es anderswo mit Sicherheit in einer sehr viel ausgeprägteren Qualität. Das war gerade einmal Kapitel 1 von … na ja, mehreren halt.

Abschließend kann ich noch sagen, dass Octopath bisher noch kein einziges Mal langweilig geworden ist. Es weiß stets zu fordern und die Geschichten sind ALLE auf ihre Art und Weise interessant. Natürlich mag man den ein oder anderen Charakter lieber und kann mit der Geschichte vielleicht mehr anfangen, doch haben alle ihren ganz eigenen Charme.

Auch Octopath gehört zu jenen Switch-Spielen, die einfach toll aussehen, flüssig laufen UND sogar noch Spaß machen. Solche Spiele erinnern mich daran, warum ich mir diese doch nicht allzu leistungsstarke Konsole gekauft habe: Die Nintendo Switch hat ihre ganz eigenen Vorzüge. Ein Vorzug sind die exklusiven Titel, die man wirklich nicht verpassen möchte.

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2 comments

  1. […] Wie sich die ersten Spielstunden anfühlen, erfahrt ihr hier. […]

  2. […] haben Octopath bereits angespielt, aber es noch nicht durchgespielt, da es über 100 Spielstunden […]

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