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Vampyr sucks!

No, it’s not about Dracula or any other vampyre you ever heard of and no, it’s not even in German. If you like to play Vampyr, you have to be good in English. You could read all the subtitles, if it pleases you to read all day.

In Vampyr wird nämlich sehr viel gesprochen. Wer nun glaubt, dass es sich in Vampyr darum dreht, als Blutsauger durch die Straßen des viktorianischen Londons zu streifen, Menschen auszusaugen und Jack The Ripper auf die Spur zu kommen, der irrt sich gewaltig.

In Vampyr spielen wir Jonathan Reid, einen Doktor, nein, einen Doktor, der auf Blut spezialisiert ist. Eines Tages erwacht Jonathan als Vampir. Mit schrecklichem Hunger geplagt, versucht er, sich zu orientieren und trifft dabei auf seine kleine Schwester Mary. Anstelle eines Begrüßungsküsschens gibt es von Jonathan erst einmal den Tod durch seine neu gewachsenen Fangzähne.

Sobald Jonathan bemerkt, was er in seinem Hungerrausch getan hat, muss er sich mit den Konsequenzen abfinden. Er weiß nicht, was Vampire sind. Er weiß nicht,  an wen er sich wenden soll. Er weiß auch nicht, wem er sich anvertrauen kann oder was ihm als Vampir schadet.

Ähnlich wie in einem Dark Souls machen wir uns also auf die Suche nach Gameplay. Wir haben nämlich keine Ahnung, was wir machen sollen. Klar, irgendwann finden wir eine Waffe und irgendwann kommen uns die lokalen Vampirjäger auch auf die Schliche und wollen uns natürlich abmurksen. Doch keine Angst: Das Töten von Vampirjägern wird sich nicht schlecht auf unser Karma auswirken.

Und das ist auch schon mein Hauptkritikpunkt: unsere Entscheidungsgewalt ist nur gespielt. Zu Beginn verrät uns das Spiel, dass wir unsere Mitmenschen aussaugen dürfen, um zu leveln. Es sagt aber auch, dass wir das nicht müssen. Wir können also in Koexistenz leben, ihre Quests abschließen, leveln und dann der Geschichte folgen.

Nun ja, das geht nur bis zu einem gewissen Punkt. Dann haben die Gegner sehr schnell 9-11 Level mehr als wir und machen uns ganz schön nieder. Netter Vampir ist also nicht.

Nachdem man also das dritte Mal bei einem Boss versagt hat, sich so richtig hat windelweich prügeln lassen, währenddessen die eigene Machete wie ein Gummischlauch auf den Gegner eingedroschen, aber keinen Schaden angerichtet hat, wird uns ganz schnell bewusst, dass gutsein für uns keine Option ist.

Wir machen uns also auf die Suche nach unseren Freunden, geben ihnen Medizin, damit sie gesund werden und sich die Blutqualität erhöht und gewähren ihnen ihren Seelenfrieden. Manchmal sorgen wir sogar dafür, dass sich ein liebendes Pärchen findet und dann saugen wir beide einfach so aus, töten sie, weil wir Erfahrungspunkte brauchen. Tja…

Wir müssen zu einem Arschloch werden, um uns gut zu fühlen. Tun wir das nicht, wird das Spiel so fürchterlich frustrierend, dass es gar keinen Spaß mehr macht.

Ja, es gibt vier unterschiedliche Enden, die man je nach Spielstil beeinflussen kann. Im Spiel selbst bekommt man aber nur selten mit, wenn man etwas Böses getan hat. Auch wenn man einen Bürger vor seinem eigenen Bruder tötet, lächelt dieser uns noch an und beantwortet uns alle Fragen, ohne mit der Wimper zu zucken. Natürlich töten wir diesen auch – sicher ist sicher.

Manchmal kommen die Hinterlassenen wieder und wollen wissen, wie ihr Kind, Mann, Frau oder wie die Oma gestorben ist. Dann lügen wir, zeigen einen gefaketen Abschiedsbrief oder töten diese einfach mit.

Unser Hauptanliegen ist dabei eigentlich, dass wir London vor der spanischen Grippe retten möchten. Dann wollen wir London vor der Vampir-Epidemie retten und dann ..wollen wir irgendwie die ganze Welt retten. Doch vorher töten wir noch ALLE Nachbarn, alle Nachbardörfer und jeden Penner auf der Straße. Die Händler lassen wir zu Beginn erst noch einmal am Leben, falls wir etwas von ihnen brauchen. Man weiß ja nie.

Wir suchen unseren Erschaffer, wir suchen den Infektionsherd, wir suchen ein Heilmittel … nebenbei beginnen wir Freundschaften und fressen diese dann auf.

Das Kämpfen geht dabei recht gut von der Hand. Wir können mit unsere Nahkampfwaffe ähnlich wie in einem Dark Souls zuschlagen, wir können ausweichen und ganz besonders gut: Fähigkeiten einsetzen!

Hier haben wir eine riesige Palette voller toller Fähigkeiten, die von einem Blutschild bishin zu Blutgranate und sogar einer Blutexplosion gehen. Hört sich blutig an, ist es auch.

Doch um ehrlich zu sein, verbringt man die meiste Zeit mit Detektivarbeit, denn wir müssen Leute befragen, Zeugen suchen, Hinweisen nachgehen und dann wieder alles von Vorne. Das macht Spaß, kann aber auf Dauer etwas ermüdend wirken, wenn man schon das dritte Mal mit einem Bürger gesprochen hat. Manche Persönlichkeiten sind aber auch so interessant, dass man ihre Quests gerne abschließt. Auch wenn das selten ist, da sich die meisten Quests um Rassenhass, Sexismus und Gewalt drehen. Eigentlich ein weites Spektrum, doch leider schon von der Spiel- und Filmindustrie gut abgedeckt.

Fazit:

Ich habe Vampyr auf der Xbox One X gestestet und es war … ok. Die Framerate schwankte so zwischen 28 und 29 FPS, daher hat es stänidg geruckelt. Leider gab es auch unzählige Bugs, wie etwa einen Lichtbug, wodurch man so stark geblendet wurde, dass man den Boss nicht gesehen hat – in der Kanalisation hat man einen 3m großen Mann nicht sehen können!

Zugegebenermaßen sollte man erwähnen, dass viele Bugs mittlerweile entfernt wurden. Trotzdem hat es das Spielerlebnis immer wieder getrübt, wenn etwas nicht geklappt hat, man doppelt geschlagen hat oder sich in einer Wand verheddert hat, sodass die Quest nicht weiterging und man neu laden musste.

Das mag jetzt alles kleinlich klingen, doch je weniger Spaß ein Spiel macht, je unspektakulärer die Filmsequenzen in Szene gesetzt sind und je länger die doch langweiligen Dialoge werden, desto mehr achtet man auch auf diese Bugs. Sie sind dann nämlich im Gegensatz zu der langen Dialogzeile richtig spannend und sorgen für ein wenig Abwechslung.

Vielen Dank an Koch Media und Focus Interactive für die Bereitstellung der Testversion von Vampyr.

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