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5 DLCs, die ihr Geld nicht wert sind

Immer wieder müssen wir uns als Spieler mit der Frage befassen, wann ein Spiel für uns endet. Endet es mit dem Abschluss der letzten Mission, dem Ende des Abspanns oder sehen wir das richtige Ende erst dann, wenn wir die DLCs bzw. den Season Pass erworben haben?

Doch was bedeutet es eigentlich, einen Download Content zu erwerben und welche Erwartungen dürfen bzw. sollten wir an einen solchen haben?

Im Folgenden findet ihr 5 Beispiele von DLCs, die nicht unterschiedlicher sein könnten:

  1. The Witcher 3: Wild Hunt – Season Pass
  2.  Horizon: Zero Dawn – The Frozen Wilds
  3. Assassin’s Creed: Origins – The Hidden Ones
  4. Mass Effect 2: Die Ankunft
  5. Final Fantasy XV – Season Pass

Fangen wir einmal ganz unten an: Final Fantasy kam in seiner reinen Form ganz gut weg. Klar, es war nicht das beste Rollenspiel. Es hatte viele Fehler und das ist nicht nur auf die Technik gemünzt. Das Spiel war so lange in der Entwicklung, dass man es ihm einfach angemerkt hat. Es hat an manchen Ecken und Enden einfach nicht gepasst, war zu langatmig oder einfach nicht gut gemacht und veraltet. Den Spielspaß hat es nicht unbedingt gemildert, wenn man denn keinen guten Vergleich daneben liegen hatte.

Ich meine: 56 Minuten?!

Ein paar Monate später, nachdem man also das sehr düstere Ende gesehen hatte, kam dann der erste DLC, der Gladiolus, einen der Begleiter, weiter beleuchtet hat. An sich ist die weitere Beleuchtung eines Nebencharakters ja eine gute Sache, nur leider wurde hier beschrieben, was er WÄHREND der Haupthandlung gemacht hat. Mitten im Spiel hat sich der Gute nämlich verabschiedet, ohne einen Grund zu nennen, und kam verwundet wieder angekrochen. Im Hauptspiel haben wir nicht erfahren, wie er verwundet wurde und warum er, der Beschützer des Königs, einfach abgehauen ist! Diesen Content, der hundertprozentig rausgeschnitten wurde und uns später noch einmal für 5€ verkauft wurde, war nicht nur langweilig und hatte eine fürchterliche Grafik, es war auch noch Beschiss. Inhalte mittendrin rauszuschneiden und sie dem Spieler für Geld noch einmal aufgewärmt zu servieren, ist einfach unverschämt. Wer nun glaubt, dass dies eine einmalige Sache war, der täuscht sich gewaltig. Danach kamen noch zwei weitere DLCs, die das Verschwinden der anderen beiden Begleiter beleuchteten!

Zu guter Letzt kommt dann auch noch eine Royal Edition, die das Ende ein wenig erweitert, weitere Bosse hinzufügt und das gesamte Spielerlebnis zusammenfasst. 2 Jahre nach Erstveröffentlichung. Herzlichen Glückwunsch.

Mass Effect 2. BioWare-Fans sind und bleiben BioWare-Fans. Ihnen ist es egal, ob ein Mass Effect nicht so gut war wie der Teil zuvor. Es ist halt von BioWare. Ihre Formel besteht dabei aus angeblichen Konsequenzen, sehr guten Dialogen,

ausgereiften Beziehungen und ein wenig Gameplay, das zwar wirklich gut ausschaut, aber nicht wirklich fordernd ist. Muss es aber auch nicht immer sein. Mass Effect 2 gehört dabei in die Kategorie jener Spiele, die wirklich gut gelungen sind. Zwar ist die Story an sich schnell erzählt und passt wunderbar auf einen Bierdeckel, aber sie ist gut erzählt. Selten hat man auch so einen guten Deckungsshooter gespielt, der sehr actionorientiert war und durch die Begleiter zum Leben erweckt wurde.

Nur leider war Mass Effect 2 nicht vorbei, als es vorbei war. Das eigentliche Ende musste man sich via DLC namens “Die Ankunft” kaufen. All jene, die sich nämlich gewundert haben, wo denn die Reaper im dritten Teil herkommen, können sich getrost noch einmal den DLC anschauen. Dort erfährt man von einem Portal, das genutzt werden soll, um die Erde heimzusuchen und schließt es sogar. Das Ende der Reaper könnte man also meinen. Nur nicht im Mass Effect Universum, denn wenn BioWare weitermachen möchte, dann macht es weiter. In Dragon Age Origins konnte auch der Hauptcharakter je nach Entscheidung sterben, trotzdem gab es einen DLC, der danach gespielt hat und einen zweiten und sogar dritten Teil.

So viel Schlechtes, da sollten wir mal zu etwas Positivem kommen. Assassin’s Creed Origins hat nicht alles perfekt gemacht. Es hatte eine riesige Welt, die vollgestopft mit so vielen unnötigen Quests war, dass sie einen Spieler erschlagen konnte. Einige waren gut, die meisten waren aber wirklich doof. Rette den, erschlage jenen… sehr einfallslos.

Im DLC gibt es eine sehr kleine Umgebung, die mit ein paar ausgewählten Quests verwoben ist. Es gibt immer wieder Rückschlüsse auf das Hauptspiel und es spielt mehrere Jahre nach dem Hauptgeschehen. Es hat eine in sich geschlossene Story, die durch alte Charaktere abgerundet wird. Man spielt immer noch Bayek und hat nicht das Gefühl, das Spiel nach dem eigentlichen Ende weiterzuspielen. Es ist alles in sich geschlossen und lädt dazu ein, AC zu spielen, auch dann, wenn man das Ende schon kennt.

Ein ähnliches Phänomen konnte auch Horizon Zero Dawns Erweiterung The Frozen Wilds auslösen. Hier gab es ebenfalls eine neue Geschichte, die aber mittendrin gespielt hat, ohne rausgeschnitten zu wirken und man hat noch einmal neue Waffen und Ausrüstung bekommen. Eine schöne Erweiterung, die auch preistechnisch wirklich gut war.

The Witcher ist nun wirklich das Non-Plus-Ultra der Videospiele. Kaum ein Spiel konnte so viele Awards abräumen und das zurecht.

Das, was mich aber persönlich am meisten schockiert hatte, war, dass der Season Pass nur 24,99€ gekostet hatte. Bei so einem Preis geht man in der Regel von niedrigem Contentgehalt, wie etwa eine 2 stündige Schlacht, ein bisschen Ausrüstung und vielleicht ein neues Pferd aus. Nicht aber in The Witcher. Hier haben wir zwei große Gebiete erhalten, die nicht nur storytechnisch für sich standen und einfach umwerfend waren, sie erzählten auch die Geschichte rundum Geralt, den Hexer, und nicht Geralt, den Papa, weiter.

Dabei kamen sie der eigentlichen Buchvorlage extrem nah und haben viele Neuerungen, nicht nur grafisch und technisch, sondern auch vom Gameplay her eingebaut. So gab es größere Gegner, magischere Gegner und immer wieder humoristische Komplotte, die einfallsreich gestaltet waren. Viele Charaktere aus der Hauptstory, darunter auch Gaunter O’Dim, der 2 Minuten im ersten Teil vorkam, fanden auch in den DLCs ihren Platz.

Kaum eine DLC Politik ist so Spieler gerecht und ausgewogen, wie die von CD Projekt Red.

Wenn man es also zusammenfassen möchte, kann man sagen, dass ein DLC niemals rausgeschnittener Content sein sollte. Man kauft sich DLCs nicht, um das eigentliche Ende oder den Hauptteil zu sehen. Es ist nichts falsch daran, einfach mal ein in sich geschlossenes Gebiet zu erkunden und entweder Sequel oder Prequelmäßig etwas über das Spiel und die Spielwelt zu erfahren. Wenn ein Spiel gut ist und auch dann, wenn ein DLC gut ist, dann ist auch der Preis egal. Man beschwert sich nur dann, wenn es eben den Erwartungen nicht entsprochen hat. Es ist auch in Ordnung, wenn man Geld für Ausrüstungsgegenstände verlangt, die nur einen kosmetischen Wert haben. Immerhin kauft man sich diese aus freien Stücken, vielleicht auch, um die Entwickler zu unterstützen und ihnen zu zeigen, dass man ihr Spiel wertschätzt. Es ist also nicht nötig, Spieler zu diesen DLCs zu locken oder sie gar dazu zwingen zu wollen.

Wieso sind also The Witcher und Horizon ihr Geld nicht wert? Ganz einfach: Ich hätte mehr für diesen Umfang bezahlt und ich finde auch, dass diese zu günstig waren, denn teilweise haben sie mir mehr Inhalt geboten, als andere Hauptspiele zusammen.

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