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Ash of Gods – Wieso ich es hasse … UND liebe

Ash of Gods spielt in einer Fantasy-Welt, die nicht kaputter sein könnte. Es entführt uns in eine mittelalterliche Welt, in der Menschen von sogenannten Schnittern getötet werden.

Es folgt also eine Ernte, die sich darin widerspiegelt, dass die Menschen von einer Seuche heimgesucht werden, die sie infiziert und wie Zombies aufeinander losgehen lässt – bis alle Menschen tot sind.

Vor gut 700 Jahren ist dies schon einmal passiert. Rein diejenigen Wesen, die sich von ihren Kameraden abgewandt haben, konnten die Ernte aufhalten, indem sie sich selbst opferten. Die Curros oder auch Umbras sind mächtige Magier, die sich für die Menschen eingesetzt haben, weil sie gelernt haben, die Welt und ihre Einheimischen zu schätzen.

Es konnte jedoch ein Umbra seinen Selbstmordakt nicht ausführen: Hopper.

Hopper wurde während des Krieges von einem Pfeil getroffen, sodass er sich nicht selbst umbringen konnte. Er musste tatenlos zusehen, wie seine Freunde sich opferten und musste dann mit der Schande weiterleben, selbst nichts gegen die große Ernte unternommen zu haben. Nach etlichen Jahren sieht er die ersten Anzeichen einer erneuten Ernte:

Die Schnitter kehren zurück!

So macht sich Hopper auf den Weg, um die Menschen vor diesen Wesen zu beschützen und muss sich immer wieder anderen Umbras stellen und sich rechtfertigen. Auch alte Liebschaften spielen eine große Rolle in seiner Schuldfrage.

Im Laufe der Geschichte schlüpfen wir aber noch in weitere Rollen: Hauptmann Brenin und Leibwächter Lo Pheng.

Dabei wird der ehemalige Hauptmann Brenin in dieses Geschehen hineingezogen, als erst seine Frau getötet und dann seine Tochter infiziert wird. Ein gnadenloser Kampf gegen die Zeit beginnt und Brenin versucht, seine Tochter zu retten, sich durch Scharen von Infizierten zu kämpfen und Schnitter aus dem Weg zu räumen.

Doch wir spielen auch Lo Pheng, einen begnadeten Leibwächter, dessen einziges Ziel es ist, seine Pflicht zu erfüllen…zumindest bis er dem ersten Schnitter begegnet und ihn auf einen neuen Pfad führt.

Die Geschichte in Ash of Gods ist wirklich krass. Sie hat keinerlei Hemmungen und jede Entscheidung trägt Konsequenzen. Diese Konsequenzen sind in der Regel immer negativ und sie beeinflussen das Spiel in einem so großen Maße, dass ein Wiederspielwert mehr als gegeben ist.

Dabei startet das Spiel noch sehr harmlos: Wir können uns entscheiden, ob wir lieber den Story-Modus mit automatischen Gefechten oder den klassischen Modus wählen.

Natürlich wählt man den klassischen Modus! 

Doch woher kommt eigentlich der Hass, den ich im Titel erwähnt habe? Vielleicht entspringt er dem klassischen Modus?

In Ash of Gods kämpfen wir ähnlich wie in The Banner Saga. Wir haben ein Kachelfeld, eine begrenzte Anzahl an Fortbewegungsmöglichkeiten und eine begrenzte Anzahl an Attacken.

Zusätzlich haben wir die Möglichkeit, unserem Gegner erst die Fähigkeiten zu rauben, bevor wir ihn töten. Manchmal, aber wirklich nur in seltenen Fällen, können wir unseren Gegner auch mit einem Schlag den gar ausmachen.

So kämpfen wir uns also von Feind zu Feind, immer im Hinterkopf habend, dass dies unser letzter Schlag sein könnte. Wenn ein Freund fällt, ist dies nicht sein sofortiger Tod, denn wir können ihn beim nächsten Rast noch retten. Dennoch müssen wir eine lange Zeit auf ihn verzichten. Die Kämpfe an sich sind dabei nicht ausgeglichen gestaltet. Meist gibt es sehr viel mehr Feinde als Freunde und sie haben auch meistens mehr Lebensenergie und Fähigkeiten als wir. Sie stellen also eine permanente Bedrohung, gar eine Lebensgefahr, dar.

Die Kämpfe nehmen aber fairerweise gesagt nur gut ein Drittel des Gesamtgeschehens ein, weshalb sie immer wieder eine gute Abwechslung zur wirklich gelungenen Story liefern.

Aber die Kämpfe sind knüppelhart und erbarmungslos. Oft ist ein Neustarten des Kampfes unvermeidlich. Als frustrierend habe ich es aber niemals empfunden, da es zwar herausfordernd, aber nicht allzu unfair war. Meine Fehler konnte ich schnell einsehen und korrigieren. Wem ein XCOM oder South Park zu einfach ist, der ist hier genau richtig aufgehoben.

Lesen, kämpfen, Entscheidungen bereuen – Ash of Gods ist sehr facettenreich und hat eine düstere Geschichte, die in guten Dialogen erzählt wird. Die Musik unterstreicht das Spielgeschehen wunderbar und erinnert ein wenig an The Witcher. Die Grafik ist atemberaubend, denn alles ist handgezeichnet und passend.

Ash of Gods ist eines der wenigen Spiele, in denen man sich verlieren kann. Manchmal kommt im klassischen Modus eine kleine Hassliebe auf, die aber immer nur gegen einen selbst gerichtet ist, weil man den Zug des Gegners nicht hat kommen sehen. Dabei ist es doch vollkommen logisch, dass alle Feinde auf den Freund losgehen, der am schwächsten ist und somit am schnellsten ausgeschaltet werden kann. Wieso war ich also so blöd und hab den armen Schlucker so weit an die Front geschickt?!

Die ständigen Vergleiche zu The Banner Saga muss sich das Spiel leider gefallen lassen, weil es nicht nur dasselbe Genre bedient, sondern die Menüs, das HUD und auch alles andere im Spiel einfach zu nah am “Original” sind. Das muss nicht schlecht sein, weil das Spiel trotzdem seinen eigenen Touch hat, aber etwas mehr Innovation in diesem kleinen Bereich hätte wirklich nicht geschadet, damit es sich diesen Vergleich eben nicht antun muss.

Apropos Vergleich: Ash of Gods hat mir mehr Spaß gemacht als The Banner Saga. Den Spieß mit den Vergleichen kann man also auch umdrehen.

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