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God of War – Wir stellen vor

Mein Name ist Kratos. Ich war unter meinen spartanischen Kriegern ein Kriegsheld, ein gefürchteter Tyrann und habe auf unbarmherzige Art und Weis unzählige Schlachten geführt und gewonnen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Selbst meine Frau, die mich um Vernunft bat und mich vor weiteren kriegerischen Handlungen warnte, ignorierte ich. Ohne Rücksicht auf Verluste. So stellte ich mich und mein spartanisches Heer im Rücken einer barbarischen Horde aus dem Osten. Erstmals stand eine Niederlage unmittelbar bevor und so ging ich einen nicht trennbaren Schwur mit Ares dem Kriegsgott ein. Gefesselt an den Chaosklingen und mit neuer Kraft ausgestattet trennte ich den Kopf vom Barbarenkönig Alrik von seinem Körper. Ich habe gewonnen. Im Rausch verlor ich völlig Sinn und Verstand, raubte und rodete weiter. Selbst vor heiligen Stätten machte ich keinen Halt. Und als ich sah was ich tat, setzte ein Schmerz und eine Trauer ein, die mich lange verfolgte. Man nannte mich von da an den Geist von Sparta und mein Körper war mit der Asche von meiner geliebten Frau und Tochter ummantelt. Für alle Zeit. Ich war verflucht.

Das könnte Kratos über sich selbst geschrieben oder gesagt haben. Für all diejenigen die nach einer Kurzform seiner Geschichte fragten. Wenn man so unter Freunden gemütlich in einer Taverne sitzt und ein gelb goldenes Gesöff schlürft. God of War erschien damals auf der PlayStation 2. Entwickelt von den Santa Monica Studios erschien das Spiel am 22. März 2005 und erst über ein Jahr später bei uns in Deutschland. Warum und wieso, dazu komme ich gleich. Die Entwicklung begann im Jahre 2002 unter dem Titel Dark Odyssey. Von Beginn an wollte man sich lose an der griechischen Mythologie entlang hangeln und sich die interessantesten und spannendsten Persönlichkeiten herauspicken und ein actionreiches Paket schnüren. Das gelang und God of War (GoW) verkaufte sich mehrere Millionen Male – im übrigen auch alle nachfolgenden Spiele. Als geistige Väter gab der damalige Lead Director David Jaffe einmal Onimusha und Ico an. Wo und wie die Parallelen zu ziehen sind, ist nicht so leicht zu erfassen. Onimusha diente hauptsächlich als Inspiration etwas ähnliches auch in der griechischen Mythologie zu schaffen, wie es Onimusha in der japanischen Mythologie schaffte. Ico hingegen half damals den Entwickler zu verstehen, wie Geschichten erzählt werden können. So sollten Rätsel einzigartig sein und Handlungen der Story sich sowohl früh ankündigen, aber erst zu einem späteren Spielverlauf zusammenfügen. So zumindest die Gedankengänge die später auch im Spiel zu finden sind.

Technisch nutzte man die zuvor bereits verwendete eigene Engine für das Spiel Kinetica, das damals nur in Nordamerika erschien und ein futuristisches Rennspiel war. Für ein Spiel a lá God of War musste die Engine hier und da angepasst werden, womit das Studio aber keine nennenswerte Probleme hatte und somit die Entwicklung relativ unproblematisch verlief, zumindest sind auch bis heute keine großen Störfaktoren bekannt.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=FtSJG2ctjrs

 

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verweigerte die USK eine Altersfreigabe, was grundsätzlich nicht heißt, das Spiele nicht verkauft oder erworben werden dürfen. Sie dürfen nur nicht beworben werden. Das Problem war und ist eher – ohne eine Kennzeichnung der USK tritt die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Vorschein und setzt solche Spiele häufig auf den Index. Das entsprach und entspricht auch heute nicht der Veröffentlichungspolitik von Sony. Die BPjM hingegen sah in God of War aber keine Gefährdung im außerordentlichen Maße, wohl aber mit dem Hinweis der hohen Gewaltdarstellung. So ging der Weg also zurück zur USK, die dem Spiel fortan einen ab 18 Stempel auf die Verpackung drückte (absolut berechtigt) und am 10. Mai 2006 offiziell in Deutschland veröffentlicht wurde. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel in den Nachbarländern wie Österreich oder der Schweiz bereits als Platinum-Version erhältlich und um die Hälfte günstiger. Den einzigen Vorteil den ich aus heutiger Sicht sehe, man hatte eine nur sehr kurze Wartezeit auf God of War II, das erschien bereits am 02. Mai 2007.

Und so schlage ich die Brücke zu den weiteren Teilen … die Erzählung rund um Kratos, seiner eigenen Geschichte und dem Rachefeldzug auf den er sich ganz und gar nicht in einer Musketier-Manier “einer für alle und alle für einen” begab wurde fortgeführt – das Motto, wenn ich es mal so nenne lautete eher: “Ich für mich, gegen alle und du bist der nächste auf meiner verdammt langen Liste.”

Kratos, von Wut und Hass angetrieben prügelte sich so als durch den zweiten Teil, der einen enormen Cliffhanger bot und startete fulminant auf der PS3 mit God of War III durch. Es zählt heute noch zu den Spielen die so beginnen, wie andere aufhören und konnte diesen wahnsinnigen Einstieg bis zum Ende gut bis sehr gut aufrechthalten. Zudem macht das Spiel natürlich nicht nur optisch einen gewaltigen Sprung nach vorne, auch die Dimensionen von Gegnern und Level hoben sich zu den gestellten Erwartungen. Der dritte Ableger der Serie zählt auch für mich zum großartigsten Gesamtpaket.

Aber was ist denn eigentlich so großartig an God of War? Ich mochte schon immer Hack and Slay/Action Adventure und in GoW fand ich verdammt gutes, faires und forderndes Gameplay. Dazu eine Geschichte und eine Mythologie die mich immer interessierte und ich mit Spannung darauf wartete wer als nächstes an der Reihe war. Eine düstere und Erwachsene Grundstimmung. Dann diese unfassliche Dimensionen von Hochhaus hohen Gegnern denen man sich trotzdem allein entgegen stellte und auf spektakuläre Art und Weise bezwang. Der Gewaltgrad der oft für eine heruntergefallene Kinnlade sorgte und dieses Feingefühl von Abwechslung: Action, Rätsel und Geschicklichkeits-Passagen. Das zusammen mit dem Effekt des Backtrackings (bereits besuchte Ort müssen erneut aufgesucht werden um mit neuen Fähigkeiten o. ä. Türen zu öffnen, Gegenstände zu erbeuten oder einfach in der Geschichten voranzukommen) – das ist für viele nervig und genau das kann es auch sein, aber in GoW war es aus meiner Sicht stets gut gelöst und für mich war es ein Genuss an frühere Ort zurückzukehren.

Das ist die Formel die ich an der Reihe immer mochte und ich viele Stunden meines Lebens damit verbrachte. Erste Abnutzungserscheinungen gab es trotzdem. Mit God of War: Ascension schaffte man ein gutes Spiel, aber bot im Grunde wie in allen Teilen zuvor auch schon more of the same, jedoch war die eigentliche Geschichte weniger gut erzählt und die wichtigen Bosskämpfe boten wenige Aha-Effekte. So schwächelte man ein wenig an dieser wichtigen Front, baute das Kampfsystem aber in Perfektion ein letztes Mal aus. In keinem anderen GoW ist es möglich mit derartiger Präzision und dem Gefühl der absoluten Kontrolle über den Geist von Sparta euch durch die Hoden zu schnetzeln.

Kommen wir also mal zum Ende. Das Franchise God of War hat sich mit seinen Spielen und sämtlichen Versionen auf der PS2, PS3, PSP um die ~ 24 Millionen Mal verkauft. Eine stolze Zahl die beweist wie groß und wichtig die Marke für Sony geworden ist und ich daher mit Spannung auf den Einstieg des neuen God of War auf der PlayStation 4 warte. Als Fan erwarte ich viel und meine Messlatte ist hoch angesetzt, schließlich will ich wissen warum es Kratos in den hohen Norden verschlagen hat und was alles passierte auf den Weg dorthin. Ich möchte wissen wie es im geht, er sich fühlt und weshalb er sich erneut in Gefahr begibt. Ich möchte eine gute Geschichte die mich abholt und ein Gameplay aus einer komplett neuen Perspektive das mich begeistert. Ich bin wirklich gespannt und den ersten Kritiken und Wertungen nach sollte ich nicht enttäuscht werden.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=K0u_kAWLJOA
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