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2001 A Space Odysee – 50 Jahre Sci-Fi Epos

Gleich vorweg: Ja auch ich muss zugeben, dass ich öfters beim Sehen des Films eingeschlafen bin, als in einem Rutsch bis zum Abspann und ja auch ich verstehe, wenn Leute noch immer das überaus gemächliche Pacing abschreckt. Trotzdem sollte man diesen Meilenstein als Genre-Fan mindestens einmal gesehen haben. Alleine schon aus folgendem Grund:

Vor 50 Jahren wurde mit Stanley Kubricks Meisterwerk 2001 A Space Odysee der neue Quasi-Standard für Kino Sci-Fi veröffentlicht. Das war 9 Jahre vor Star Wars Episode 4, Star Trek The Motion Picture, oder Alien. Tatsächlich lief gerade auf NBC die zweite bzw. dritte Staffel der ursprünglichen Star Trek (auch heute als Star Trek: The Original Series bekannt) Serie! Vergleichbar war nur Planet der Affen, welcher einige Wochen zuvor offiziell gestartet war.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Z2UWOeBcsJI

Das führe ich deswegen so deutlich aus, denn wenn man sich die Special Effects damaliger Serien & Filme ansieht, könnte man meinen, dass 2001 viel später produziert wurde. Tatsächlich war das auch meine Meinung als ich den Film das erste Mal gesehen hatte. Schließlich sah der Film deutlich besser aus, als viele Genre-Filme, die ich Anfang der 90er konsumiert. Auch waren Darstellungen menschlicher Technologien im Bereich des (aus damaliger Sicht) Möglichen. Damit wirkt der Film auch heute noch viel realistischer & geerdeter als viele andere Sci-Fi Sagas.

Oft zitiert: die gezeigte Raumstation prägte den Look vieler Sci-Fi Werke

Letzteres ist auch dem Mitschöpfer und Buchautor Arthur C. Clarke zu verdanken. Denn anders als oft vermutet entstand das Buch 2001 A Space Odysee nicht davor als Vorlage. Buch & Film entstanden aus einer Kooperation beider, wobei das Buch etwas früher in den Handel kam und der darin thematisierte Saturn aufgrund von Kostengründen im Film durch den Jupiter ersetzt wurde. Als Basis beider (also Buch + Film) diente jedoch die Kurzgeschichte The Sentinel, welche Clarke 1948 veröffentlichte.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=XHjIqQBsPjk

Was aber abseits der Effekte und der geerdeten Darstellung den Film heute noch so wichtig macht, ist sein Umgang mit drei wichtigen Themen:

ACHTUNG hier findet ihr auch Spoiler, wenn ihr also dieses Werk bis heute noch nicht angesehen habt, tut euch den Gefallen und schaut es euch an (und kehrt dann später hier natürlich zurück):

Der berühmte Monolith in der Sequenz “Dawn of Mankind”

1) Wenn wir nicht alleine sind, werden wir beobachtet, oder haben Außerirdische vielleicht sogar unsere Entwicklung beeinflusst? Das mag heute dank Prometheus oder der ganzen Prä-Astronautik Verschwörungstheorien nicht mehr so bahnbrechend sein wie damals, aber im Mainstream war dieser Gedanke noch recht fremd. In Form der recht unscheinbaren Monolithen werden die Außerirdischen bzw. ihre Geräte so simpel wie einprägsam dargestellt und man fragt sich bis zum Abspann, was sie jetzt wirklich sind bzw. wie sie die Menschheit beeinflusst haben. Gerade heute findet man solche Ideen wieder öfter, wenn Filme wie Arrival oder District 9 das Bild der kleinen grünen Männchen & ihre UFOs aufweichen.

das optische “Auge” der KI HAL

2) Wie menschlich sind KIs? HAL wird lange vor Terminator & der ganzen High-Tech Angst der 80er zum Gegner der Astronauten, dabei reagiert er nur verständlich auf eine ihm nicht verständliche menschliche Begabung: Er soll lügen, während er gleichzeitig völlig normal mit den Menschen interagieren soll. Auch ungewöhnlich: Wie absolut normal mit ihm zu Beginn noch umgegangen wird & wie menschlich er im Lauf der Handlung wird. Gerade dieser Aspekt ist immer wieder ein wichtiges Thema und gipfelte schließlich in Filmen wie Ex Machina, welche die Frage nach der Grenze stellen.

Die berühmte “Stargate”-Sequenz

3) Wie stellt man das Unverständliche dar? Die Bildsprache des Filmes kümmert sich vor allem im letzten Teil mit der Darstellung eines Vorgangs, den das menschliche Gehirn nicht richtig verarbeiten kann: Was ist wenn die Lebensart einer außerirdischen Intelligenz so komplex ist, dass wir andere Bilder benötigen um es zu verstehen. Kubrick setzt hier stark auf die Symbolik, während das Buch hier genauere Beschreibungen liefert (auch aufgrund der komplexen Darstellung geschuldet). Dieser Punkt wurde selten abseits von humorvollen Anspielungen aufgegriffen. Mir fallen spontan nur wenige Filme wie Arrival, oder Sunshine ein, welche sich ähnlicher Mittel bedienen. Klar dass gerade dieser Aspekt im Mainstream-Kino so selten aufgegriffen wird, immerhin will man nicht immer mit Bildsymbolen oder einem “Sternen-Tor” konfrontiert werden, nur aufgrund der heutigen Technik wäre hier soviel mehr möglich.

Dass soll erstmal genug von meiner Seite zu diesem Werk sein. Klar könnte ich auch noch über die gelungene Musikwahl schreiben, aber es reicht einfach wenn ich sage dass sie “nur” die Bilder perfekt unterstützt bzw. ergänzt. Hört einfach mal nachdem ihr den Film gesehen habt in den Soundtrack, euch werden bestimmt sofort die dazu gehörigen Bilder einfallen.

Ich verlinke außerdem eine Doku und möchte Interessierte noch darauf hinweisen, dass dieses Jahr noch eine 4K-Version des Films erscheinen wird, aber die schon überarbeitete Version auf Blu-Ray ist einen Blick wert und kann für wenig Geld erstanden werden (teils sogar billiger als das Ausleihen).

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=F7HGwVqI_FM
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