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7 Dinge, die man gegen einen „Pile of Shame“ tun kann

Wer kennt es nicht? Da kommen wieder die besten Osterangebote, der Sommer-Sale steht vor der Tür und die Weihnachtsangebote sind auch nicht mehr fern.

Das ist ja alles schön und gut, aber das Regal ist schon ziemlich voll, die Festplatte steht kurz vor dem Zusammebruch und man weiß einfach nicht, wann man all die Spiele spielen soll, die man sich in all diesen verheißungsvollen Sales gekauft hat.

Wie will man das Problem also angehen: Pre- oder Post-Mortem?

1. Angebote einfach Angebote sein lassen

Beginnen wir einfach mal Pre-Mortem. Wenn ich doch schon 3 Spiele im Regal stehen habe, die ich auch wirklich toll finde und weiterspielen möchte, wieso greife ich dann noch bei neuen Spielen zu? Klar, sie sind im Angebot und ich befürchte, dass sich dieses Angebot nicht noch einmal auftut. Doch genau dieser Gedanke ist falsch. Spätestens beim nächsten Sale, beim Super Sunday von Saturn oder beim Gönn Dir Dienstag von Media Markt, wird der Titel schon noch einmal in die Angebotssparte aufgenommen werden. Sales wiederholen sich in regelmäßigen Abständen.

2. Nicht im Voraus bestellen

Die erste Frage, die man sich stellen sollte, bevor man bei einem Angebot zugreift, ist also: Möchte ich genau dieses Spiel genau dann zocken, wenn ich es bekomme?

Häufig kauft man sich Spiele auf Halde. Man möchte sie vielleicht irgendwann einmal spielen, aber hat in dem Moment, in dem man es sich kauft, vielleicht gar keine Lust auf dieses Genre. Warum soll ich mir heute einen Shooter kaufen, wenn ich mich heute Abend für eine Runde Civilization verabredet habe oder gerade auf die finalen Szenen von Uncharted zugehe? Wieso sollte ich mir Tomb Raider holen, wenn ich doch gerade sowieso schon mit Uncharted beschäftigt bin? Wieso sollte ich mir Uncharted holen, wenn ich jetzt gerade Tomb Raider spiele?

3. Nicht hungrig einkaufen gehen

Wenn ich nur Spiele zu Hause habe, die mir in diesem Moment nicht gefallen, kann ich mir ja ein Neues holen.

Ein häufiges Phänomen, das ich auch bei mir beobachten konnte, war, dass man sich auch gut und gerne nach einem beeindruckenden Trailer oder nach einer besonders guten Kritik eines Kollegen doch dazu entscheidet, ein Spiel zu kaufen, auch dann noch, wenn das Spiele-Regal schon längst vor Überlastung zusammengekracht ist. Man hat Lust auf etwas Neues und redet jene Spiele schlecht, die noch im Regal stehen.

Apropos geiler Trailer, der dem Spiel nicht gerecht wurde…

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Video-Link: https://m.youtube.com/watch?v=QzDGwhJ-fkE

Als kleiner Tipp: Hier einfach mal eines der geringeren Übel aus dem Schrank nehmen und das Spiel anzocken. Bei Nicht-Gefallen kann man es in der Regel noch für einen kleinen Betrag verkaufen und das Regal leert sich. Sich selbst zu belügen, sich einzureden, dass man es ja doch noch irgendwann einmal durchspielen würde, macht einfach keinen Sinn und belastet das schlechte Gewissen unnötiger Weise.

4. Nur so viel aufladen, wie man auch benötigt

Online-Sales, gerade im PSN, lassen die Stärksten von uns schwach werden. Da kauft man sich günstiges Guthaben, um 5€ zu sparen und gibt dann glatt 3 Mal soviel aus, fast so, als hätte man das Spiel zum Vollpreis gekauft.

Hier hilft es oft, wenn man direkt via PayPal und Co. bezahlt und das Konto immer passend auflädt. Sobald Geld übrig bleibt, möchte man es auch ausgeben. Das wollen wir ja vermeiden, immerhin würde sich unser Pile of Shame damit vergrößern.

Auch 5 für 3 oder 3 für 2 Aktionen sind ein absolutes No Go, wenn man denn nicht 3 Spiele (ohne auf die Liste zu schauen!) aus dem Kopf heraus aufzählen kann, die man sich kaufen möchte. Sobald man die Liste einmal überflogen hat, nimmt man vielleicht auch Spiele mit, die man gar nicht unbedingt auf dem Schirm hatte und sich auch nicht gekauft hätte, wenn da nicht dieses Angebot gewesen wäre.

5. Bei Nicht-Gefallen bitte Nicht-Hortung aktivieren

Ich war schwach und habe alles gekauft, was nicht festgenagelt war…

Ab diesem Punkt wird es meistens schwierig. Wenn man erst einmal einen Pile of Shame angesammelt hat, muss man zum einen schauen, dass man ihn nicht weiter ausbaut, erweitert und füttert und man muss vor allem aussortieren.

Wenn ich ein Spiel seit einem Jahr nicht mehr gespielt habe, erinnere ich mich in den meisten Fällen nur an das Gute. Mein Lieblingsbeispiel ist Metal Gear Solid V: Phantom Pain. Ich kenne keine Person, die dieses Spiel nicht vergöttert. Alle Reviews sagen mir, dass dieses Spiel perfekt ist. Ich habe es einmal angefangen und durch einen PlayStation-Wechsel verschwand mein Spielstand spurlos. Dann war ich sauer und habe es verkauft, nur um es mir im Sale noch einmal zu kaufen. Dann habe ich das Spiel noch einmal angefangen und habe gemerkt, dass es ziemlich repetitiv ist (und ziemlich abgedreht, mit Robotern und so). Dann habe ich es wieder nach hinten geschoben, immer mit dem Versprechen, dass ich es noch einmal spielen würde.

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Video-Link: https://m.youtube.com/watch?v=PRAe6VpQyXk

Das war vor gut 12 Monaten und es liegt tot auf meiner Festplatte, wie so viele andere Spiele.

Es gibt immer wieder Situationen im Leben, die ein Spiel bzw. das Spielgefühl negativ beeinflussen können. Oft reden wir uns ein, dass dies nur am Real Life, nicht aber am Spiel liegen würde. Doch ist dieses Denken nicht eigentlich verkehrt? Sollte man nicht lieber sagen, dass wenn man nach einem gewissen Zeitraum kein Interesse an dem Spiel hatte, es einfach nicht gut genug war?

Und was tut man, wenn das nicht nur ein Spiel, sondern mehrere betrifft?

6. Ordnen, planen und Spaß haben

Ein Ordnungssystem kann da Abhilfe schaffen. Wie selten besteht der Pile of Shame wirklich aus einem geordneten Stapel?

Man könnte die Spiele z.B. nach Anschaffungsdatum sortieren und sie der Reihe nach durchspielen. Auch wenn man glaubt, man habe in diesem Moment keine Lust auf das Spiel, sollte man es zumindest einmal ausprobieren. Macht es keinen Spaß, dann weg damit. Vielleicht merkt man aber erst nach einer kleinen Anspiel-Session, dass man wirklich Lust auf dieses Spiel hat und spielt es im besten Fall sogar durch.

Nach Genre zu sortieren hat sich vor allem bei mir bewähren können. Wenn ich heute Lust auf einen Action-Titel am Mittag und einen Horror-Titel am Abend habe, dann suche ich mir zwei Spiele raus und spiele diese dann durch. Konsequent! Gefällt mir eines der beiden nicht oder fühlt sich erzwungen an, dann weg damit.

Eine alphabetische Ordnung macht meiner Meinung nach keinen Sinn. Wer hat schon Lust, das tote Destiny MMO zu spielen, nachdem er Dark Souls geschafft hat?

7. Lebensspanne bei Spielen beachten

Zeit ist ein wichtiger Faktor. Multiplayer-Spieler sollten immer Vorrang haben.

Viele Spiele haben eine Halbwertszeit, die nicht allzu lange anhält. Bei manchen Spielen ist es so, dass sie so stark gehyped werden, dass man sie bis zu einem gewissen Zeitpunkt durchgespielt haben muss, um eben nicht gespoilert zu werden. Andere Spiele leben durch ihren Multiplayer-Teil auf. Wenn wir hier zu lange warten, kann es also passieren, dass wir am Ende alleine in der Lobby verzweifelt auf andere Mitspieler warten. Dies ist weder dem Spiel noch uns förderlich und kann nur dann verhindert werden, wenn wir es zeitnah spielen.

In Destiny 2 machen sich viele Spieler sorgen, dass sie am Ende vielleicht keine Mitspieler mehr finden, wie dieser Artikel von Mein-MMO.de zeigt:

Destiny 2: Den Trials laufen die Spieler davon – Ist in 4 Wochen Schluss?

Wichtig ist und bleibt der Spaßfaktor. Natürlich können wir uns immer wieder zwingen, alle Spiele durchzuspielen. Natürlich haben wir das Bedürfnis, etwas für unser hart verdientes Geld zu bekommen. Doch nur dann, wenn wir Spiele in unserem Tempo und mit Spaß an der Sache durchspielen, lohnt es sich überhaupt, ein Spiel zu starten.

Manchen ist es sehr unangenehm, wenn sie an ihren Pile of Shame denken. Vielleicht ist ein solcher Spiele-Stack aber auch gar nicht so ein großes Problem, wie alle denken. Selten konnte ich mich beispielsweise in einem Sommerloch beschweren, nichts zum Zocken zu haben. Es ist ja auch nicht so, dass das ganze Jahr über Spiele herauskämen.

Vielmehr Sorge bereitet es mir dann eher, wenn man sich gezwungen fühlt, etwas durchzuspielen, nur weil man Geld dafür ausgegeben hat oder weil andere das Spiel schon durchhaben und einen damit aufziehen. Geld und Zeit sind dabei die häufigsten Kritikpunkte, wenn man jemanden fragt, warum er ein Spiel noch nicht durchgespielt hat. Wäre es nicht schöner, wenn jemand auch einmal sagen könnte, dass er eben kein Fan von riesigen Rollenspielen ist und einfach nicht die Lust hat, Horizon Zero Dawn und The Witcher 3 zu spielen? Würde es nicht viel an Zwang, Sorgen und Geldnöten rausnehmen, wenn jeder seinem Geschmack freien Lauf lassen könnte und nicht immer von anderen beeinflusst werden würde? Ganz nach dem Motto:

spielen und spielen lassen.

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