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The Evil Within 2 – Horror in einem neuen Gewand

“Geh weg! Nein, nein, nein, nein …scheiße“ , ungefähr so hört es sich an, wenn ich The Evil Within 2 zocke. Doch was macht mir in diesem Spiel so eine Angst? Sind es die gruseligen Dämonen mit ihren spinnenartigen Armen und viel zu vielen Körperteilen? Liegt es an der finsteren Sound-Kulisse? Oder spielt das Spiel mit meinen Urängsten schlechthin?

Kurz einmal vorweg: The Evil Within 2 ist mein absolutes Game of the Year. Kaum ein Spiel hat mich vor den Bildschirm gefesselt, wie es dieses tun konnte. Letzten Endes weiß ich noch nicht einmal, was genau mir an diesem Spiel SO gut gefallen hat, aber vielleicht war es ja auch einfach die Mischung aus allem zusammen.

The Evil Within 2 ist, wie der Name schon vorausahnen lässt, eine Fortsetzung. The Evil Within 1 drehte sich um Sebastian Castellanos, einem Detective, dessen Leben etwas aus der Bahn geraten war. Seine Tochter kam bei einem Feuer ums Leben und auch seine Frau war von ihm gegangen. Dabei macht er im ersten Teil noch einen recht anständigen Eindruck, wenn er mit seinen beiden Kollegen zu einem Einsatz in einer Irrenanstalt gerufen wird.

Als sie in der Irrenanstalt ankommen, erblicken sie viele Streifenwagen, die unbemannt sind. Als sie die Irrenanstalt betreten, sehen sie viele Tote, aber nicht die Todesursache. Als sie tiefer in die Irrenanstalt vordringen, entdecken sie nur noch … wirres Zeug? Castellanos, der Mann der Stunde, The One and Only, wird natürlich als Einziger gefangen genommen und ist auch als Einziger imstande, dem albtraumhaften Wahn ein Ende zu bereiten. Was Castellanos nämlich nicht ahnt bzw. noch nicht weiß, ist, dass sein Verstand in einer Maschine gefangen ist und nur ein Abbild produziert, das von Gefahren nur so wimmelt. Von bösen Axtmännern bishin zu bösen kleinen Kindern ist wirklich alles dabei.

So jagt er sich durch seine ganz eigene Hölle, um irgendwann wieder aus diesem „Traum“ aufzuwachen und findet sich inmitten einer Verschwörung wieder.

Und hier startet eigentlich Teil 2. Castellanos, der Mann der Stunde, The One and Only, besoffen in einer Kneipe, weil er mit seinem Leben nicht mehr klar kommt. Seine Familie ist tot, seine Liebe zum Alkohol wächst und auch seinen Job ist er los. Und da erscheint die Frau, die er am wenigsten sehen möchte. Die Frau, die ihn hintergangen hat.

Kidman ist eine seiner Kollegen gewesen, die mit ihm in die Irrenanstalt gegangen sind. Totgeglaubt und doch nicht verloren, hat sie von Anfang an für diese böse Organisation gearbeitet, die nun schon wieder ein Experiment gestartet hat… und zwar mit seiner totgeglaubten Tochter! Kidman bietet ihm also an, seine Tochter aus diesem Experiment zu retten. Dafür muss er aber wieder in diese Maschine steigen, die mit seinem Verstand spielt.

Die Entwickler von The Evil Within 2 zeigen hier ihr Bestes. Egal, wo sich Castellanos auch befindet, die „Traumunwirklichkeit“ wird perfekt in Szene gesetzt. Wir haben dunkle Räume im Nichts, kleine enge Gänge und sehr kreativ ausgearbeitete Stadt-Gebiete, in denen man sich austoben kann. In The Evil Within 2 entscheidet nämlich der Spieler, WIE er spielen möchte. Ob nun schleichen, ballern oder mit der Faust, die Zombies sterben genauso, wie wir es wollen. Die kleinen Gegner, die in der ganzen Welt verstreut sind, aber dafür auch oft in kleinen Scharen, sind zwar einfach zu töten, verleiten den Spieler aber auch zur Vorsicht.

Alarmanlagen von Autos also bitte vermeiden.

Vor allem dann, wenn man nicht schleicht, sondern auf Konfrontationskurs geht, sollte man die Fähigkeit Waffenstabilität sehr schnell aufleveln. Tut man das nicht, kann es nämlich schnell passieren, dass jeder zweite Schuss, egal, ob er nun direkt auf den Kopf oder auf den Körper abgegeben wurde, einfach daneben geht. Das ist höchst frustrierend, sorgt aber auch dafür, dass man sich nicht so schnell auf zu viele Gegner einlässt. Letzten Endes schleicht man also doch und hat die Hucke voll, wenn man entdeckt wird.

Die großen Gegner sind da schon eine andere Hausnummer, und dass nicht etwa, weil sie teils wirklich so groß wie ein Haus sind. Vielmehr haben sie ihre ganz eigenen Schwachpunkte, reagieren auf den Spieler und manche sind so aggressiv und sehen so fürchterlich aus, dass mir fast das Herz stehen geblieben wäre. Na gut, ich bin auch ein ziemlicher Angsthase, was Gruseldämonen und Spinnen angeht, aber sie sahen wirklich schlimm aus!

Mein persönlicher Albtraum in dem Spiel: Ein kleiner Gang, den man duckend durchqueren muss und eine schreiende Spinnenfrau direkt hinterher. Während sie einen mit ihrer widerlichen Fratze anschreit und immer schneller wird und man einfach nur hofft, dass das Spiel bald vorbei ist. Es ist aber nicht vorbei und die Hetzjagd geht gefühlt 20 Minuten weiter. Man stolpert und verliert natürlich seine Waffe… bis man …

…hab mich wieder gefangen. Weiter geht‘s mit dem Review.

In The Evil Within 2 laufen wir die meiste Zeit von Haus zu Haus und suchen Ausrüstung, die uns in das nächste kleine Gebiet bringt. Jedes Gebiet bringt teils neue Gegner und einen Bossgegner. Je weiter wir voranschreiten, desto mehr erfahren wir über die Ereignisse aus dem ersten Teil und wir erfahren mehr über die eigene Familie. Es werden viele Geheimnisse gelüftet und immer wieder müssen wir uns fragen, wer Freund ist und wer Feind. Castellanos, der Mann der Stunde und The One and Only, driftet dabei immer wieder ab. Zum einen spielt er sich weiterhin als Retter der Gemeinde und Hilflosen auf, zum anderen erfährt er jedoch so viele Rückschläge, dass er kaum weitermachen möchte.

Sein einziger Ansporn ist seine Tochter, für die er weiterkämpft… so weh es auch tut.

Verrückte Priester, verrückte Boss-Dämonen, verrückte Zombies und verrückt gewordene Mitgefangene in einer Albtraumwelt. Kann doch nur ein gutes Spiel sein, oder?

Ja!

Scheiß auf schlechtes Waffenbalancing, kleinere Ruckler oder manch vorhersehbaren Ereignisse. The Evil Within 2 ist bei Weitem besser als sein Vorgänger und weiß das auch in Szene zu setzen, was beim ersten Teil gefehlt hat. Zwar ist die Geschichte an manchen Ecken und Enden immer noch etwas konfus, aber wenigstens für Nicht-Japaner verständlich. Die Steuerung ist, auch wenn sie überhaupt nicht der normalen Shooter-Steuerung gleicht, super. Es gibt zwar auch eine Shooter-Steuerung, wie man sie aus Doom und Co. kennt, aber die eigens dafür entwickelte Steuerung macht einfach mehr Spaß.

Im ersten Spieldurchgang konnte mich The Evil Within 2 gut 10 Stunden fesseln. In jedem weiteren Spieldurchgang kann man, ähnlich wie in Resident Evil, neue Waffen freischalten, die man zu Beginn ausrüsten kann. Ein Wiederspielwert ist also durchaus gegeben.

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One comment

  1. […] Spiel wie The Evil Within 2 (hier ein Review)oder eben Skyrim gehören gut und gerne dem Genre an, das auch gerne mal wieder verkauft wird. Kaum […]

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