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SEUM: Speedrunner aus der Hölle

Das Spiel ist so trashig wie die erzählte Geschichte selbst. Nach einem harten Arbeitstag möchte Manni (so nenne ich ihn einfach mal) ganz entspannt mit seiner Porno-Matte vor der Glotze abhängen. Das TV-Programm genießen, sich berieseln lassen und dazu das ein oder drölfte Bier trinken. Nur lange hat er von seinem Vorhaben nichts. Der Teufel höchst persönlich stolpert in seine Bude, klaut ihm sein Bier und schlägt Manni daraufhin auch noch den Arm ab! Der denkt sich: “Ey du Arsch, du tickst doch wohl nicht mehr ganz sauber!” Und so schlägt auch Manni dem Teufel seinen Arm ab. Der Herr der Unterwelt verschwindet und die Jagd nach dem kühlen Blonden beginnt.

Amüsant waren die ersten Sekunden vom Intro tatsächlich, da der Zeichenstil die absolut bescheuerte Story herrlich einfängt und ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Nur wirklich dauerhaften Spaß hatte ich im Anschluss nicht mehr wirklich. SEUM: Speedrunners from Hell fordert euer Geschick und eure Genauigkeit ein. Denn der Name ist Programm – beendet die einzelnen Level so fix wie ihr könnt. Speedruns an und für sich schaue ich mir gelegentlich sehr gerne an und die beiden großen Events im Jahr (Awesome Games Done Quick und Summer Games Done Quick) bieten immer wieder interessante Spiele, spannende Duelle, wahnwitzige Bugs, Glitches und weiß der Kuckuck. Sie stehen fest und dick im Kalender. Vermutlich hätte die Pine Studios gerne ähnliches erreicht und ich kann mir gut vorstellen das Sie unglaublich stolz darauf wären, würde ihr Spiel auf diesen beiden Events einen guten Platz bekommen.

Leider hapert es für mich, ohne das ich Profi in dem Bereich Speedruns wäre, an folgenden wichtigen Punkten: Die Steuerung. Sie ist ungenau und äußerst hakelig. Ich bin gerne unbeabsichtigt an Ecken und Kanten hängen geblieben, habe zu weit nach links oder zu hoch geschaut und deshalb eben jene Plattform zum weiterkommen verpasst. Das nervt nicht nur – es ist auch maximal unnötig und sollte einem Spiel mit eben solch einem Namen überhaupt gar nicht passieren. Zudem kommt die grafische Qualität, die a) nicht wichtig ist, aber b) doch bitte flüssig und stabil über den Bildschirm fliegen sollte. Genau das ist nämlich nicht der Fall. Das Spiel beruht auf der Unity Engine und zeigt leider auch genau die Probleme, die es in der Vergangenheit öfter (mittlerweile eigentlich nicht mehr ganz so oft) gegeben hat. Aus mir nicht erklärlichen Gründen bricht die Framerate derbe ein, was der Genauigkeit und der Präzision zum unbeliebten Gegenteil verhilft.

Das Spiel macht aber auch vieles richtig! Die Level waren bisher sehr abwechslungsreich, es gibt sammelbare Objekte innerhalb der Areale, nette Items die ihr nutzen könnt und müsst wie z. B. Teleportation oder Manipulation der Schwerkraft. Und der Soundtrack passt gut zum Thema; verzerrte Gitarren und treibende Beats helfen euch am Ball zu bleiben. Rechnet man also 1 und 1 zusammen, so gibt es auf der einen Seite die durchaus anspruchsvollen Level und auf der anderen Seite die, sorry, bekackte Steuerung.

Eine Empfehlung für die Konsolenversion (zumindest für die PS4) kann ich daher leider nicht aussprechen, da ich es auf der PS4 Pro genießen durfte. Ich gehe demnach davon aus das die Steam-Version nicht unter derlei Probleme zu leiden und damit zu kämpfen hat. Habt den Hinweis bitte im Hinterkopf. Denn schlecht ist es nicht und biete euch kurzweilige Unterhaltung; nur eben ist es auf den Konsolen aber auch nicht gut …

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Video-Link: https://youtu.be/Y2GTBtzyA_Y
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