Behind the PixelsSonstiges

Herzlichen Glückwunsch! Es ist eine Switch. Aber wieso?

Ach, Nintendo. Mir kommt es so vor, als ob es erst gestern gewesen wäre, als ich mich nachts mit Taschenlampe bewaffnet unter meiner Bettdecke versteckt habe, um noch etwas Super Mario, Duck Tales oder die Ninja Turtles auf dem Game Boy zu zocken, obwohl ich hätte längst schlafen sollen. Seitdem war, was Videospiele anging, Nintendo meine Nummer eins. Es folgten zahlreiche Stunden Spielspaß am Super Nintendo meines damaligen besten Freundes und später dann auf dem eigenen Nintendo 64. Im Jahre 2001 haute ich sogar mein gesamtes Erspartes, welches ich aus meiner Jugendweihe bezog, auf den Kopf, um mir die Nintendo Game Cube mit Crazy Taxi zu kaufen.

Ich verliebte mich förmlich in den kleinen Würfel und verbrachte Nächte mit Zelda the Wind Waker, Star Fox Adventure, Super Mario Sunshine und Resident Evil 4. Doch mit den Jahren ebbte mein Interesse an dem Wunderwürfel ab. Ich wollte lieber einen eigenen PC und online so wie offline oder auf LAN Partys bei Doom, Quake, Counter Strike, Hexen oder Unreal Tournament meine Kontrahenten dezimieren. Außerdem hatte Sony mit Ihrer Playstation 2 inzwischen ein interessanteres Spieleangebot für mich vorzuweisen.

Selbst die Ankündigung der Wii wusste bei mir nicht zu überzeugen. Die „super innovative Steuerung“ schreckte mich sogar eher ab, als das sie mich mit auf den Hype Train aufspringen ließ.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=VVUMMorJTC8

Inzwischen hatte ich das Interesse an meiner alten Jugendliebe komplett verloren. Die Flamme der Leidenschaft war erloschen. Nur noch schöne Erinnerungen an Mario, Link und Co. blieben mir lange Zeit in Erinnerung und ließen hie und da mal einen Funken von Lust aufkommen mal wieder in die Welten der Nintendo-Helden einzutauchen.

Die Wii U hatte mich damals sogar fast einmal mit Ihren HD Versionen von Zelda zum Kauf verführt. Aber leider nicht stark genug, dass sich für mich ein Kauf rechtfertigen ließ. Außerdem war ich mit meiner Playstation 4 Pro bis jetzt recht glücklich.

Woher also der Sinneswandel? Ganz einfach: Der gleiche Grund wie damals als drei Käse hoch. Zwar verstecke ich mich nicht mehr unter der Bettdecke und eine Taschenlampe brauche ich auch nicht mehr, aber wenn ich abends im Bett liege, oder nachmittags auf dem Sofa, und der TV gerade anderweitig benutzt wird, dann ist dieses kleine Power-Tablet sehr nützlich. Auch wenn es nicht dasselbe ist wie auf einem richtigen Fernseher zu spielen. Aber gerade abends im Bett mit guten Kopfhörern und keiner störenden Lichtquelle sinkt man tief in das Spielgeschehen ein.

Jedoch komme ich nicht drum herum auch etwas zu meckern. Gerade im Nerd-to-go-Modus ist nach knapp drei Stunden Schluss mit lustig. Und das Spiele-Lineup ist auch nach einem Jahr nach der Veröffentlichung immer noch sehr mager und bietet für Multi-Plattform Spieler kaum etwas. Klar, die üblichen verdächtigen exklusiven Titel gehen immer, aber mehr bietet diese Konsole auch momentan nicht. Von daher kann man sie meiner Meinung nach nicht als Konkurrenzfähig ansehen.

Auch die Verarbeitung scheint mir nicht optimal und der Designer, der für das aussehen und die Eingabegeräte zuständig war, gehört in das tiefste Höllenloch geschmissen, für das was er getan hat. Die Joy Cons, die der Konsole beiliegen, sind eine Beleidigung für jedes Paar erwachsener Hände. Da entschuldigt es auch keine Schale zum Einstecken der Joy Cons. Denn auch damit fühlt sich das Spielen immer noch ekelhaft an. Hier wird der Käufer förmlich dazu gezwungen, sich den Pro Controller zu kaufen. Der nebenbei erwähnt, aber wirklich gut in der Hand liegt und stark an das XBox Pad erinnert. Der Interne Speicher ist mit seinen 32 Gigabyte ein schlechter Witz, kann aber jederzeit durch eine microSD aufgestockt werden. Der Online Modus ist ein Armutszeugnis für Nintendo. Ich weiß nicht, ob hier einfach geschlampt, oder ob es bis fast zur Veröffentlichung einfach vergessen wurde.

Wenn man online spielen und sich nebenbei Absprechen will, benötigt man eine App für sein Smartphone! Wie geil ist das denn, bitte?

Wieso also habe ich diese Konsole gekauft? Na ja, ich sehe die Switch für mich als das, was damals der Game Boy oder Super Nintendo schon für mich war. Eine Konsole für Single Player Abende. Oder halt im Split Screen an einem Fernseher mit ein paar guten Freunden. Und so funktioniert die Switch auch für mich. Und so doof es klingt, das war mit der Kauf auch wert. Nintendo macht mit seinen wenigen Spielen alles richtig. Klar, mehr ist immer gut, aber es liegen ja auch noch ein paar heiße Eisen im Feuer, auf die man sich freuen kann.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=3tfjcsMvN8M

Die Switch bringt für mich den Nostalgiefaktor zurück. Aber nicht in hässlich und alt, sondern in modern und schön. Und mehr will ich gerade nicht. Ob das den Preis von immer noch fast 300€ rechtfertigt, ist mal so dahin gestellt. Ich selber bereue es trotz meiner vielen Kritikpunkte nicht. Und auch wenn die Switch in Sachen Rechenleistung der Konkurrenz hinterher hechelt, so muss ich sagen, Hut ab Nintendo. Euer kleiner Kasten von gerade mal 17x10x1 Zentimetern hat echt was drauf. Wer allerdings einen Quantensprung in Sachen Leistung erwartet im Vergleich zur Wii U, der wird sicherlich enttäuscht.

Dies ist alles allerdings auch nur meine Meinung und soll auch als solche angesehen werden. Ich und Nintendo werden sicherlich keine richtig dicken Kumpels mehr, aber vielleicht wieder gute Bekannte, die gerne mal ab und zu gemeinsam abhängen und sich an die gute alte Zeit zurückerinnern.

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


Diese Website speichert einige personenbezogene Daten. Diese Daten werden genutzt, um eine personaliserte Erfahrung zu gewährleisten. Hierzu werden deine Statistiken getrackt und in Einheit mit der Deutschen Datenschutzgrundvereinbarung reguliert. Falls du nicht möchtest, dass deine Daten zukünftig getrackt werden, kannst ein Cookie zulassen, welches sich deine Entscheidung für ein Jahr merkt. Zustimmen, Verweigern  
709