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Star Wars Battlefront II – Review

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis … Star Wars Battlefront. Alle liebten es und viele spielten es. Mit dem Reboot der Serie zur nächsten Generation verschenkte Electronic Arts und DICE damals einiges an Potenzial. Die Frostbite-Engine ließ ihre Muskeln spielen und auch soundtechnisch gab es im Grunde nichts, woran man etwas hätte aussetzen können. Leider litt der Multiplayer unter einer gehörigen Portion Zufall – durch die Aufnahme von Power-Ups und dieser vermaledeit teure Season Pass war eine unfassliche Frechheit. Ach … und viele hofften auf einen Singleplayer.

Umso größer war die Freude, als Publisher und Entwickler bekanntgaben – es wird keinen Season Pass geben! Und einen Singleplayer! Rebellen und Imperialisten lagen sich taumelnd und jubelnd in den Armen. Bis … ja bis klar war das man infiltriert wurde. Das Böse legte seinen Schatten um das Franchise und das gute Stück Software. Sith Lootbox und Darth Microtransaction wurden im stillen Kämmerlein geboren. Das Böse war zurück.

Kommen wir aber erst einmal zum Singleplayer. Denn der war und ist ganz ordentlich. Ihr schlüpft in die Rolle von Iden Versio, Sie ist die Anführerin des Inferno Squads – einer Spezialeinheit des Imperiums! Oha! Hört, hört! Man gibt den Rebellen auf die Mütze? Jap, genau das ist der Fall. Ob und wie sich die Geschichte weiterentwickelt möchte ich an dieser Stelle aber nicht verraten. Inwieweit der Kampf Sie beeinflusst oder kalt ihrem Rücken herunter läuft, solltet ihr daher selbst erleben. Denn meiner Meinung nach erledigte man hier durchaus einen soliden Job. Kein Rad wurde neu erfunden. Keine Mechaniken eingeführt die bahnbrechend und revolutionär sind – man setzte ganz klar auf die sichere Bank und erzählte eben eine solide Geschichte. Die flacht hier und da etwas ab, zog dann wieder etwas an und hätte in der einen oder anderen Situation auch ruhig länger und intensiver sein können, aber nun. Wenn es so gewesen wäre, hätte ich nicht solide geschrieben und würde auch jetzt nicht sagen das Potenzial erneut verschenkt wurde. Das ist nämlich verdammt schade. Möglichkeiten gibt es im Grunde nahezu unendlich. Leider Griff man hier nur nach einem der kürzen Strohhalme. Das sind nicht besonder viele Worte für etwas, worauf Fans lange warten mussten … ihr merkt also schon das die Enttäuschung deutlich spürbar ist. Aber …

… dennoch und gerade in den Momenten wo der Singleplayer wieder mehr Fahrt aufnahm, strahlte Star Wars Battlefront II bisher am hellsten für mich. Da waren spektakuläre Schlachten dabei, die mich grinsend auf dem Sofa zurückließen.

Und das Grafik und Sound wirklich aller erste Sahne sind, das brauche ich kaum groß erwähnen. Die Engine läuft. Wie auch schon bei Battlefield 1, FIFA 18 oder anderen EA-Produktionen. Da gibt es auch hier überhaupt gar nichts zu beanstanden. Beides ist wunderschön anzusehen und anzuhören. Aber der Singleplayer ist nur ein Teil des kompletten Paketes. Schließlich wurde das Kernstück, also der Multiplayer, aus dem ersten Star Wars Battlefront wieder übernommen. Der Langlebigkeit halber. Wie Electronic Arts vermutlich sagen würde, denn der Singleplayer wird ja von uns Videospielern gar nicht mehr gewünscht.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Uvmx94cUVEY

Es gibt viel Gutes, aber leider auch viele Dinge die überhaupt nicht gehen. Gut sind zum Beispiel die Maps. Die sind groß, schick und abwechslungsreich. Von der Farbstimmung, der Flora und Fauna. Ja, da ist manchmal richtig was los. Und ihr bekommt Schauplätze aus allen Star Wars Generationen geliefert. Das macht Spaß und auch hier gibt es für mich kein Haar in der Suppe. Es gibt verschiedene Klassen, die sich unterschiedlich anpassen lassen. Sei es nun mit aktiven oder passiven Fähigkeiten und auch die Waffen sind zumindest ein klein wenig individualisierbar. Das ist für mich alles so in der Form völlig in Ordnung. Gut ist auch – diese beschissenen Power-Ups gehören der Vergangenheit an. Das neue System funktioniert daher ganz simpel: Für jeden Abschuss, jede erfüllte Aufgabe und im Grunde fast egal was ihr macht – ihr sammelt Punkte. Von den Punkten könnt ihr dann entsprechend bessere Soldaten auswählen, oder greift gleich zu einem der vielen Helden. Auf der Guten wie auch auf Seite der Bösen gibt es viele unterschiedliche Helden, aus den unterschiedlichen Epochen. Auch hier lassen sich die verschiedenen Charaktere nach eurem Spielstil anpassen. Zumindest soweit wie es Star Wars eben zulassen kann. Auch dafür gibt es Lob!

Das ist der Kern, der auf die zur Verfügung stehenden Multiplayer übertragen wurde. Damit meine ich: Egal ob ihr Galaktischer Angriff, Sternenjäger-Angriff, Angriff, Gefecht, Helden vs. Schurken oder Arcade spielt – die Mechaniken bleiben im Grunde gleich. Besonders erwähnenswert bleibt für mich der Sternenjäger-Angriff. Ab ins Cockpit und raus ins Getümmel. Denn das ist es wirklich und es macht so verdammt viel Spaß. Wirklich! Zwischen den riesigen Zerstörern umher zu donnern. Oder mitten im Kampf Asteroiden ausweichen zu müssen. Im klassischen X-Wing oder Tie-Fighter. Oder der Slave I. Dem Millenium Falken. Oder auch Poe’s X-Wing. Mehr Star Wars geht einfach nicht! Das ist Spektakel und Faszination, gepaart mit unterschiedlichen Aufgaben innerhalb der Map. Das macht mir einfach soviel Spaß, das ich in dem Modus eigentlich am liebsten spiele.

Nun müssen wir aber langsam mal zum Negativen kommen. Im Spielmodus Galaktischer Angriff seid ihr nur ein verdammt kleines Rädchen. Und das ist eines der größten Probleme überhaupt. Ihr könnt noch so gut sein, die meisten Kills haben oder was weiß ich. Wenn eure Kameraden nicht wissen was zu tun ist, verliert ihr. Und das immer. Das kann so dermaßen wenig Spaß machen und zur Frustration führen, das ich die Konsole schon ausgemacht habe. Es gibt einfach Menschen auf diesem Planeten, die scheinen nicht zu verstehen, das es Missionsziele gibt. Da steckt das Wort Ziel in Missionsziele. Entweder will man es einfach nicht, lehnt es konsequent ab oder versteht es nicht. Ich weiß es nicht. Da rennen deine Mitstreiter über die Karte und wissen nicht wo vorne und hinten ist. Und du als kleiner Rebell krampfst dir einen ab und stehst allein auf weiter Flur. Puh. So mächtig fühlt man sich dann natürlich auf der anderen Seite und im gegnerischen Team. Auch das war bei mir natürlich schon der Fall.

Das sind Dinge die sind nicht neu. Die gab es schon vor zwei, vor sechs und auch vor zehn Jahren. Höchstwahrscheinlich dauert es noch seine Zeit bis nur noch ein Kern übrig bleibt, der eben genau weiß wo vorne und hinten ist.

Der größte Kritikpunkt am ganzen Multiplayer-System ist aber der konsequente Einbau der Lootboxen. Ja, es ist per se bestimmt nichts grundsätzlich Schlechtes. Aber, für die Klassen die ich beispielsweise am häufigsten spiele, bekomme ich kaum neue Fähigkeiten. Das ist verdammt frustrierend. Zudem erhalte ich ständig neue Star Cards (das sind die verschiedenen Fähigkeiten) von Charakteren oder Helden, die ich noch gar nicht freigeschaltet habe. Es ist gut und schön das nicht sofort alles zur Verfügung steht. Ich kann EA da auch verstehen. Schließlich soll Zeit investiert werden und anhand der investierten Zeit, soll es ein schönes Gefühl sein, wenn man endlich Held X freischalten kann. Das dumme ist nur, um mir neue Star Cards zu kaufen, brauche ich dieselben Credits. Es dauert also. Und meiner Meinung nach viel zu lange. Ich will nicht 100 Stunden plus X investieren, um dann festzustellen das ich mit dem Charakter, der Waffe, dem neuen Helden gar nicht so gerne spiele. Auf der anderen Seite lässt sich dann natürlich auch sagen – wenn ich mein Set gefunden habe, brauche ich auch nichts weiter mehr investieren und mich damit beschäftigen. So ist es aktuell. Und die Mikrotransaktionen sind ja noch gar nicht wieder aktiv.

Ich finde es, gelinde gesagt wirklich sehr unglücklich. Und der Shitstorm scheint ja nicht nur mir Recht zu geben, viele andere sehen es ähnlich und hat auch EA erreicht. Bzw. Lucasfilm/Disney. In wie weit die Einfluss darauf genommen haben, angeblich sei es ja der Fall gewesen und in wie weit das eigentlich geplante Lootbox-Mikrotransaktion-System zurückkehrt, darauf dürfen die Spieler gespannt sein. Denn, so denke ich, EA gibt einen Scheiß darauf was wir sagen.

Der Multiplayer hat am Ende seine tollen und schönen Momente. Denn er ist easy to lern, hard to master. Und auf der anderen Seite der Medaille gleichermaßen viel Frust. Ich bin wirklich gespannt wie Star Wars Battlefront II in Zukunft fortgesetzt wird und welcher kostenloser Inhalt uns erwartet.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=4RBQNHhle88&list=PLZUUaLUnSOQq_Q2II-cUPkexR1mt4nptX
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