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Shadow Tactics: Blades of the Shogun ab heute auf PS4 und One

Shadow Tactics wurde mehr als einmal auf dem PC ausgezeichnet und war lange Zeit die Nr. 1 auf Steam. Es hat ein sehr anspruchsvolles, taktisches Gameplay mit diversen spielbaren Charakteren und einer sehr guten englischen Sprachausgabe. Das Spiel hat lediglich deutsche Untertitel.

Shadow Tactics hat einen unverwechselbaren Grafik-Stil

Auf der PS4 läuft das Spiel ruckelfrei und man kann zwischen 30, 60 und unbegrenzten Frames auswählen. Die Steuerung auf Konsole ist unerwarteterweise sehr gut gelungen. Mit dem rechten Stick können wir die Kamera komplett frei bewegen, sodass wir Aufklärungsarbeit leisten können, ohne unsere Charaktere aus dem Blickfeld zu verlieren. Wir können Fertigkeiten in einem Kreismenü auswählen, die nicht unterschiedlicher und teils auch nicht cooler sein könnten. Man könnte ja meinen, dass ein Steinwurf an sich ganz zur alten Schule gehört und das keine Besonderheit wäre. Wenn man jedoch etwas weiterspielt, merkt man zum einen, wie frei man mit diesen Gadgets umgehen kann und zum anderen, wie kreativ wir mit diesen Fähigkeiten umgehen müssen. So müssen wir einmal eine Wache ausschalten, die von der anderen Flussseite beschützt wird. Um sie zu töten, müssen wir es also wie einen Unfall aussehen lassen. Die Wache steht praktischerweise hinter einem Ochsen, den wir mit einem Stein dazu veranlassen können, die Wache zu treten. Und wenn so ein Ochse erst einmal zutritt, müssen wir uns um die Wache nicht weiter sorgen.

Jeder Charakter hat seine ganz eigenen Fähigkeiten, die je nach Situation auch ganz anders einzusetzen sind. Um nicht zu viel von diesen Fähigkeiten zu verraten, stelle ich den zweiten Charakter einmal kurz vor, den wir direkt in der ersten Mission zur Seite gestellt bekommen. Dieser Charakter ist ein bulliger Shogun, der neben unserem Protagonisten, der eher auf Stealth geübt ist, sehr direkt vorgeht. Er kann z.B. Gegner anlocken, in dem er Sake in ihr Sichtfeld stellt. Begeben sie sich zu dem Sake, kann er sie mühelos ausschalten und seinen Sake wieder einpacken.

Auf den Sake-Trick fällt aber auch jede Wache rein

Durch seine Größe und seine enorme Stärke kann der Bulle mehrere Gegner, nämlich bis zu drei Stück, auf einmal ausschalten. Da dies eine sehr mächtige Fähigkeit ist, muss diese etwas länger aufladen als die anderen, was die taktische Planung fordert. Insgesamt gibt es fünf Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten und immer wieder für den ein oder anderen Lacher sorgen. Die Charakter reichen von einem kleinen Mädchen mit Bärenfallen bis zu einem alten Mann mit Scharfschützengewehr. Hier sieht man, dass sich die Entwickler nicht allzu ernst genommen haben und das ist auch gut so. Die lockere Stimmung zwischen den Charakteren lockert nämlich das teils wirklich fordernde Gameplay massiv auf, wodurch eine sehr angenehme Atmosphäre mit Humor, Brutalität, Schleichelementen und Explosionen entsteht.

Und dieser kauzige, alte Mann soll uns den Rücken mit seinem Scharfschützengewehr freihalten

Was könnte man also noch zur Konsolenfassung sagen? Die Steuerung ist super. Wem die Steuerung von XCOM 2 auf Konsole gut gefallen hat, der wird diese Steuerung wahrscheinlich sogar ein bisschen mehr mögen, weil sie sehr gut von der Hand geht und man gar nicht mehr merkt, dass es eigentlich ein PC Spiel sein soll. Die Ausschaltsequenzen gleichen einem Assassin’s Creed, gehen jedoch in Sachen taktischer Planung weit über die typischen Stealth-Gameplay-Mechaniken hinaus. Diese Gameplaytiefe wird vor allem durch die Planung mehrerer Ausschaltungen durch mehrere Charaktere, die manchmal zeitgleich und manchmal kurz hintereinander getimt sein müssen, geschaffen. Für Taktiker und Strategen ist das Spiel ein absolutes Must Have.

So jung und doch schon so athletisch und tödlich

Die Grafik steht der PC Version in nichts nach. Alles ist handgezeichnet und sieht für ein Strategiespiel, dem meist eine nicht so tolle Grafik nachgesagt wird, ertaunlich gut aus. Jede Map ist besonders und anders als die Map davor. Wir können uns also auf Abwechslung und verschieden komplizierte Map-Konstellation mit diversen Aufgaben freuen. In Shadow Tactics geht es nämlich nicht nur darum, so viele Feinde wie möglich zu eliminieren. Jede Karte hat eine Aufgabe, wie z.B. “öffne das Tor”. Diese Aufgabe hört sich sehr banal an, wird aber in diverse Phasen unterteilt. So stehen wir immer einer Übermacht von Gegnern gegenüber, die wir mit unserem taktischen Vermögen ausschalten und austricksen müssen. Denn nur wer die Feinde fleißig und unauffällig dezimiert, kann das Level schaffen. Das Spiel ist sehr unbarmherzig, wenn es darum geht, erwischt zu werden. Sobald wir einmal entdeckt werden, schießen uns die Gegner vorbehaltslos nieder und rufen Verstärkung, damit es auch bloß kein Entkommen gibt. Wir können dann zwar versuchen, uns zu verstecken, in den meisten Fällen heißt das jedoch, dass wir neu laden müssen.

Sie sehen mich nicht, hoffentlich

Und das Speichern in dem Spiel ist einfach, effektiv und das Beste, was ich bisher auf Konsole gesehen habe, denn wir speichern mit dem Touchpad! Das hört sich zwar jetzt nicht so spektakulär an, doch in einem strategischem Spiel, wo jeder Schritt der Falsche sein könnte, ist das Speichern das A und O. Je einfacher und schneller man speichern kann, desto mehr Frust wird dem Spiel genommen. Und das Speichern wurde hier perfektioniert.

Und hier hat sich unser Bulle gerade mit einem Fass in die Luft gejagt

Das, was das Speichern so toll macht, macht leider die Ladezeit nicht ganz so toll. Diese Ladezeiten können teils sehr lang sein oder einem zumindest so vorkommen. Gerade, wenn wir die Mission einmal von Vorne starten müssen, muss man sich schon gut eine Minute Zeit nehmen. Das ist jetzt kein Beinbruch, aber doch eine leichte Abstufung zur PC Version.

Fazit: Das Spiel hat gut 25 Spielstunden und erreicht somit eine gute Spielstundenanzahl. Die Karten bleiben abwechslungsreich, die Charaktere humorvoll und leidenschaftlich und das Gameplay bleibt spannend und fordernd. Wer sich fragt, ob das Spiel auf Konsole für ihn etwas taugt, der sollte sich die Demo-Version im jeweiligen Store einmal herunterladen und die ersten beiden Level ausprobieren, da sie maßgeblich für das Spiel sprechen. Ein Griff zur PC Version kann auch nie schaden, für all jene, die den Titel bisher noch nicht entdeckt haben und auf der Suche nach einem sehr guten Strategiespiel sind, das einen herausfordert.

 

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