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Elliot, der Drache – dein (Disney)-Sommerfilm – Review

Ja es ist schon etwas spät, aber der Werbeslogan beschreibt den Film einfach perfekt. Wem der Name Elliot überhaupt nichts sagt, ist einfach zu jung.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=fPOamb6d_20

Denn in meiner Kindheit war aus Elternsicht das perfekte TV-Vergnügen ein Disney-Musical. Mary Poppins, Tschitti Tschitti Bäng Bäng, oder “Die tollkühne Hexe” in ihrem fliegendem Bett sagen euch vielleicht vom Namen dann noch eher etwas. Es handelte sich um den neuesten Trick Ende der 60er: Realfilme mit Animationsfiguren. Dazu noch die üblichen Happy-Family-Sounds, die moralische Note nicht vergessen (Zimmer aufräumen, man findet überall Freunde usw.) und das Happy End.

Heute kennt man das noch am ehesten aus den Animationsfilmen die Eiskönigin oder Rapunzel. Als Kind blieben sie durchaus positiv in Erinnerung und die Eltern hatten durch die ganzen Gesangseinlagen auch was (außer sie standen eher nicht so auf Musicals). War man damals als die im öffentlich Rechtlichen rauf und runter gespielt wurden schon älter, konnte man damit bestimmt weniger anfangen, aber mich begleiteten diese Filme zusammen bis in die filmisch bessere Disney Animationsära Ende der 80er / Anfang der 90er. Aladdin, Ariel oder Die Schöne und das Biest wischten mit den alten Schinken der 60/70er den Boden auf, schwenkten nicht immer die Moralkeule und landeten mit einigen Musiknummern sogar in den Charts. ABER man hatte die alten Sachen halt verklärt im Kopf.

Das Original "Elliot das Schmunzelmonster"
Das Original “Elliot das Schmunzelmonster”

So nun aber zum aktuellen Film. Es handelt sich wie schon so erfolgreich bei “Das Dschungelbuch” um eine Neuinterpretation eines alten Titels. Entsprechend skeptisch war ich auch, aber wie beim Dschungelbuch wurde ich positiv überrascht.

Sogar noch etwas mehr, denn während der Animationsfilm “Das Dschungelbuch” von 1967 ein zeitloser Klassiker ist, sind diese übertrieben zuckersüßen Real-Filme schlecht gealtert. Ich wollte mir im Vorfeld das Original “Elliot, das Schmunzelmonster” noch einmal ansehen, habe es aber nicht länger als 15-20min geschafft (geht über 2 Stunden).  Ständig drängt man dem Zuseher die Gesangseinlagen auf, drückt ihn X-mal die Moralkeule auf und überzeichnet die Bösen damit sie ihre Glaubhaftigkeit schnell verlieren. Zwischentöne, gut platzierter Humor oder verträgliche Musik sucht man heute hier vergebens.

Darum war ich auch vom Film fast noch positiver überrascht als bei der Dschungelbuch Neuverfilmung. Hier hatte man eigentlich nichts das man nochmal verwenden kann, entsprechend zog das Disney auch völlig anders auf. Elliot der Drache ist ein kindertauglicher Abenteuer-Film der bis auf wenige Anspielungen fast völlig auf das Original verzichtet.

Fegley als Pete weis zu überzeugen
Fegley als Pete weis zu überzeugen

Es geht dabei um das Kind Pete, das auf tragische Weise seine Eltern verloren hat, aber Beschützer in Form eines Drachen findet. Jahre später gerät der Junge nun wieder mit Menschen in Berührung und findet dabei nicht allzu schnell Anschluss. Nicht besser wird die Situation als die Menschen mit Pete’s Beschützer in Kontakt treten, der auch nicht sofort von ihm los lässt, aber zuviel will ich auch nicht verraten.

Wirklichen Tiefgang sollte man von der Handlung nicht erwarten, das war auch einer der wenigen Punkte der mich etwas enttäuschte. Denn von den Trailern ausgehend hätte ich etwas Verwirrspiel um die Existenz des Drachen erwartet. Ist er echt, oder spielt sich das nur im Kopf des Jungen ab. Leider wird gleich am Anfang klar, dass Elliot existiert und damit die Geschichte einer zusätzlichen Tiefe beraubt.

Dafür nimmt man sich viel Zeit um auf die Charaktere einzugehen und vor allem auf den emotional verwirrten Pete, der nach jahrelanger Isolation einzig mit Elliot als Freund erstmals ein normales Leben sieht.

Redford drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund und ist ein gelungener Support-Charakter
Redford drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund und ist ein gelungener Support-Charakter

Hier hat man mit der Wahl des eher unbekannten David Lowery in der Regie einen Volltreffer gelandet, der hier die richtigen Töne trifft. Aber auch der restliche Cast mit bekannten wie Robert Redford als unterstützenden Großvater oder Bryce Dallas Howard in einer Art Mutterrolle können wie die Neulinge Oakes Fegley der einen fantastischen Pete spielt, oder die neugierige Oona Laurence überzeugen.

Etwas flach fallen dagegen Karl Urban oder Wes Bentley aus, was aber weniger stört durch ihre geringere Screentime.

Ein Traum dagegen sind die Bilder – Effekte (wie schon bei Dschungelbuch ein echter Hingucker was man aus Elliot gemacht hat) und Soundtrack. Klar Letzterer ist etwas schmalzig, aber im Gegensatz zum Original auch gute Musik (besonders  Something Wild und Nobody Knows stechen hier heraus).

Gut gewähltes Leitmotiv
Gut gewähltes Leitmotiv

Zum Fazit:
Elliot der Drache oder wie er im Original heißt Pete’s Dragon ist wie schon die Neuverfilmung vom Dschungelbuch sicher kein zeitloser Klassiker (wobei hier das auch nicht auf das Original zutrifft), aber ein perfekter Sommer (oder sogar noch Herbst)-Film den man ohne Bedenken mit Freunden, Kindern oder alleine im Kino sehen kann. Vor allem Kinder dürften diesen Film dem Original heutzutage den Vorzug geben, denn dieser wirkt wirklich nicht mehr zeitgemäß.

Zwei Videos zum Soundtrack:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=6q5Zn_ZkehM
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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=I2lVEiwKVFM
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