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Dragon Age: Origins – Bluten und Leveln?

Viele Gamer sehen in ihrem besten Action-Rollenspiel Dragon Age: Origins. BioWare, der Entwickler von vielen Rollenspielen wie etwa dem äußerst bekannten Baldur‘s Gate, quasi der Urmutter der Rollenspiele, hat sich 2007 am Sci-Fi Genre ausprobiert. Mass Effect war dabei eine runde Sache. Man konnte Beziehungen zu Kameraden aufbauen, im Team von bis zu drei Leuten, wobei die anderen beiden KI-Kameraden waren, kämpfen und sehr viel Leveln und Looten.

Dragon Age: Origins stellte dabei das zweite Meisterwerk eines Entwicklers dar, das zwar dasselbe Prinzip wie Mass Effect bediente -Quatschen, Leveln und Looten – aber dabei noch Fantasy-Fans mit Drachen, Magie und einem Helden, der die Welt retten muss, erfreute.

 

Dabei kämpft man dann nicht mit drei Leuten im Team, sondern schnetzelt sich mit bis zu vier Leuten durch Gegnerhorden.

Doch was macht Dragon Age so besonders, dass es immer noch in aller Munde ist?

Dragon Age präsentiert sich episch. Die Grafik tut zwar mittlerweile in den Augen weh, die Animationen sind staksig und veraltet und die Gesichtsanimationen könnten aus Mass Effect Andromeda stammen, jedoch hat Dragon Age eine sehr gut aufgebaute Geschichte. Es gibt sechs verschiedene Heldenanfänge. Man kann z.B. als armer Zwerg in einem Ghetto beginnen oder als Adeliger. Authentisch ist die Geschichte aber genau dann, wenn man sich für einen Magier entscheidet, denn Dragon Age dreht sich rundum die Probleme zwischen jenen Magiebegabten und den sogenannten Templern, die dazu auserkoren wurden, die Magier im Zaum zu halten. Dass dies nicht lange gut gehen kann, ist also vorauszusehen.

Doch genau dieser Konflikt ist nur ein kleines Gimmick zu den ganzen Konflikten, Problemen und Machenschaften, die sich in diesem erzähltechnischem Meisterwerk verbergen.

Die dunkle Brut ist eine dämonische Horde, die von einem mächtigen Drachen angeleitet wird und alle 400 Jahre versucht, die Erde zu vernichten. Da die Zwerge weit in den Tiefen leben, sind sie nah an dieser Gefahr und müssen diese auch immer zuerst bekämpfen. Die Menschen und die Elfen möchten ihre Heimat aber auch beschützen und unterstützen die Zwerge bei diesem Unterfangen. Zumindest war es immer so gewesen. Unsere Geschichte beginnt genau in jener Zeit, in der es nicht so läuft, wie es laufen sollte. Keiner scheint sich um die dunkle Brut zu scheren, Freundschaften sind gespalten und Verrat lauert hinter jeder Ecke. Unser Held will das alles richten…

Ich glaube, dass die Geschichte genau deswegen so viel Spaß macht, weil sie neben einer typischen Heldengeschiche dem Spieler genau das gibt, was er beim Spielen von Fantasy-Spielen erwartet: Abenteuer.

Jeder NPC ist ansprechbar, es gibt unzählige Quests und alle Charaktere sehen zu einem als Helden auf, bevor man dies überhaupt unter Beweis gestellt hat. In Dragon Age ist man etwas Besonderes und dieses Gefühl wird durch Gesprächsoptionen untermauert, die einem ein wenig Platz zur Entfaltung zugestehen.

Jeder unserer Begleiter hat einen ganz eigenen Charakter, eine ganz eigene Herkunft und harmoniert bzw. disharmoniert hervorragend mit anderen Begleitern. Lange Laufwege durch schlauchige Level sorgen dafür, dass man das Ziel nicht aus den Augen verliert. Wie oft hat man sich in Zelda: Breath of The Wild gefragt, wie lange der Weg wohl noch sein mag und wohin man als Nächstes blicken soll. Das kann durchaus sehr viel Spaß machen, führt manchmal aber auch leider dazu, dass man in der Welt ein wenig untergeht. In Dragon Age ist das nicht so. Wir wissen, wie groß das Gebiet ist, wo unsere Aufgabe abzugeben ist und können selbst entscheiden, ob wir den direkten Weg dorthin nehmen oder erst einmal den anderen Weg gehen. Ganz alte Schule eben.

Außerdem hat Dragon Age den Titel Dark Epos verdient. Die Welt ist dreckig, die Menschen nur auf sich selbst fokussiert und überall entstehen Ghettos. Es herrscht Rassenhass und Blut besudelt die Handelswege.

Blut ist generell ein großes Thema in Dragon Age. Jeder Gegner verliert Unmengen an Blut und zieht das doch düstere Epos manchmal ins Lächerliche, wenn unser Held nach einem kleinen Gegner so ausschaut, als habe er sich a la Blade in Blut gebadet.

Später hat man die Möglichkeit einen Mabari, einen Kampfhund, mitzunehmen, der einem das Blut von Gesicht und Kleidung leckt. Ja…nun.

Wenn wir nicht gerade blutüberströmt durch Dörfer reisen und Quests im Sinne von „töte“ und „sammle“ erledigen, reden wir mit unseren Gefährten, verbessern Beziehungen und kämpfen uns durch Scharen von Gegnern. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei sehr ausgeglichen, wobei die Steuerung an taktischer Tiefe zu wünschen übrig lässt.

Während wir die Kämpfe bestreiten, können wir uns also gemütlich die Gegend anschauen. Diese wirkt zwar sehr abwechslungsreich, da wir mal eine Höhle und mal einen Wald betrachten, bietet aber trotzdem nur wenige Details und wird recht schnell langweilig.

Die reine Gewaltorgie hab ich bisher noch in keinem anderen Rollenspiel -mal abgesehen von Borderlands – gesehen. Die Dialoge sind sehr gut geschrieben, die Geschichte ist bis zum Ende spannend und die Charakterentwicklung bzw. die Beziehungen sind ungeschlagen.

Für heutige Verhältnisse bietet Dragon Age Origins aber keine Neuerungen. Man hat bisher alles gesehen und alles wiedererkannt. Ob das mittlerweile stark in die Jahre gekommene Spiel heute noch beim ersten Anspielen überzeugen kann, bezweifle ich daher stark, da es auf PS3 ruckelt und auch neue PCs kleinere Probleme beim Start erleben werden.

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