Behind the PixelsSonstigesVideospiel

Adiós Singleplayer!

Electronic Arts brachte den Stein ins Rollen und viele Entwickler stemmten sich, auch der positiven Presse wegen, gegen diesen rollenden Koloss und verteidigten Einzelspieler-Spiele als immerwährend und eine stetige Konstante. Zu PS360 Zeiten gab es eine ähnliche Diskussion. Damals nahm man an: “Jedes Spiel, wirklich ganz egal welches, braucht einen Multiplayer. Irgendwie. Scheiß egal, das muss da irgendwie rein.”  Nun, ich denke wir wissen alle – das ist Quatsch. Aber was steckt hinter der aktuellen Aussage? Ist da wirklich was dran? Deshalb habe ich mir mal die Erscheinungen aus diesem Jahr angeschaut und habe mit halbwegs verbundenen Augen ein paar Spiele rausgepickt und werfe einen kurzen Blick auf Wertungen, Verkaufszahlen und dem generellen Tenor.

Game makers, the really good ones, they want to make great games but they also want to make blockbusters. One of the things they need to do is balance that out – I have the right team to help them.

I volunteer you to speak to EA’s studio heads; they’ll tell you the same thing. They’re very comfortable moving the discussion towards how we make connected gameplay – be it co-operative or multiplayer or online services – as opposed to fire-and-forget, packaged goods only, single-player, 25-hours-and you’re out. I think that model is finished.

Online is where the innovation, and the action, is at. (Frank Gibeau, Präsident von EA Games)

Die durchschnittliche Wertung entnahm ich von metacritic.com und die Verkaufszahlen von vgchartz.com – gerade bei den Verkaufszahlen ist vorsichtig geboten, da diese alles andere als genau sind. Viel mehr geben sie eine Tendenz.

. Entiwckelt von den Arkane Studios die sich einen Namen mit Dishonored gemacht haben, nahmen sich am Ende das Projekt an. Nach Indianer schaut in diesem Spiel gar nichts mehr aus. Das liegt daran, da Prey keinen Bezug zum vermeintlichen Vorgänger hat. Wirklich keinen und von den Arkane Studios wie auch vom Publisher Bethesda als Neuausrichtung der Marke behandelt wird. Das Spiel schwappte lange auf einer kleinen Welle, die aber zum Release ordentlich verflachte, da vorab durch Gameplay und Eindrücke schnell klar wurde, das hier und da vieles zu eckig ist. Gerade die Charaktere an die man sich zum Ende kaum noch erinnert bleiben präsent. Klingt paradox. An sich ein anspruchsvolles Actionspiel mit vielerlei Frustmomenten. Perfekt ist anders. Dennoch erlang das Spiel eine durchschnittliche Wertung von 79% und hat sich ungefähr 750.000 mal verkauft.

. Auch Sony wagte sich nach vielen, vielen Jahren wieder ins Open World Gefilde. Geholfen hat an dieser Stelle Guerilla Games, die vor allem für Killzone bekannt sind. Die Niederländer brachten Anfang des Jahres ein wahres Brett auf die Konsole. Grafisch wie auch spielerisch heimste das Spiel jede Menge Lob und positive Stimmen ein. Auch der vor kurzem erschienene DLC The Frozen Wilds rundet das Paket weiter ab, fügt dem Spiel weitere und tiefere Elemente hinzu. Die Reise mit Aloy gehört für viele zu einem Kandidaten des Game of the Year. 89% als durchschnittliche Wertung und gut 3,6 Millionen verkauften Einheiten spiegeln das Bild.

Masse Effect: Andromeda. Ein Spiel von EA selbst. Ob sich auch darauf die Äußerungen beziehen, weil das Haus enttäuscht von dem eigenen Talent ist? Denn mit Mass Effect: Andromeda fuhr man mit 200 Km/h so richtig gegen die Wand. In Wahrheit noch schneller. Das hat aber schon gereicht. Totalschaden. Ob und wie es mit der Serie weitergeht – also überhaupt, steht irgendwo in weit entfernten Galaxien. Zwischen Sternenstaub und der nächsten Supernova. Abgestraft wurde es mit 71% bei den Journalisten, die User-Wertungen fallen deutlich dramatischer aus. Circa 2 Millionen Spiele wurden verkauft. Zum Vergleich: Mass Effect 2 liegt bei knapp 5 Millionen verkaufte Einheiten.

CupheadLange hat es gedauert und was lange wehrt, wird endlich gut. Das stimmt nicht immer bei Videospielen. Bei Cuphead trifft es glücklicherweise aber zu. Ein klassisches Run and Gun-Actionspiel. Ihr lauft von links nach rechts, erledigt die vielen Gegner auf dem Bildschirm und stellt euch den mächtigen Bossen. Klingt auch ein wenig nach Dark Souls. Zumindest vom Schwierigkeitsgrad sind die beiden Spiele sich ähnlich. In einem wahrlich wunderschönen Grafikstil, der an die Cartoons von 1930 erinnert, ballert und hüpft ihr euch durch die unterschiedlichsten Level. Bereits zwei Wochen nach Release soll sich das Spiel um die 1 Millionen mal verkauft haben. Und 87% als durchschnittliche Wertung. Thumbs up!

Nintendo. So heißt natürlich nicht das nächste Spiel. Aber ich haue gleich zwei gleichzeitig raus. Beide verhalfen der neuen Konsole, der Nintendo Switch zum bisherigen Erfolg. Zum einen The Legend of Zelda: Breath of the Wild und zum anderen Super Mario Odyssey. Beide Spiele und Marken stehen für absolut für sich und schweben vom Wert und der Bekanntheit in ganz anderen Sphären. Das hilft wahrscheinlich bei den Wertungen, da man häufig nicht das Gefühl los wird, das die rosa rote Brille ganz besonders fest auf dem Kopf sitzt. ABER, die Spiele sind definitiv gut. Negative Stimmen gibt es zwar auch, diese sind aber recht leise – oder werde leise gehalten. Wuchtige 97%, das im übrigen für beide gilt und Lobeshymnen die überall zu hören und zu lesen sind. Ich kann mir gut vorstellen das eines der beiden DAS Game of the Year wird. Gut einen Monat nach Release hat sich Super Mario Odyssey laut Nintendo an die 2 Millionen mal verkauft. The Legend of Zelda: Breath of the Wild liegt bei knapp über 5 Millionen verkauften Exemplaren.

The Surge. Spiele aus Deutschland sind rar. Zumindest die, die sich global eine Schlacht mit all den anderen Spiele liefern wollen. Mit Lords of the Fallen schaffte man damals ein kleines “Aha!” – auch ich habe es ganz gerne gespielt – und ging den Weg mit The Surge weiter. Leider ist der Weg recht holprig und dem Spiel wird nachgesagt gut zu beginnen und ab der Hälfte sich in repetitiven Kämpfen, Arealen und eben dem immer gleichen zu verlieren. Das Spiel setzt ähnlich wie der deutlich größere Bruder Dark Souls auf einen deftigen und fordernden Nahkampf. Das Spiel schaffte es im Schnitt 73% einzufahren und circa 140.000 Einheiten zu verkaufen.

Ich würde langsam gerne zum Ende kommen und habe, ja natürlich habe ich, weit mehr als die Hälfte vergessen und den allergrößten Teil gar nicht erwähnt. Schließlich erschien auch noch ein Resident Evil 7, Wolfenstein II: The New Colossus, Nier: Automata, Hellblade: Senua’s Sacrafice und viele, viele, viele mehr. Doch was ist nun das Fazit?

Schaut selbst in eure Videospielbilbiothek und ihr habt die Antwort. Allein was wir in dieser Ära schon für großartige Spiele gespielt haben die sich nur mit uns beschäftigen. Wie kann man also annehmen, das der Einzelspieler ausstirbt? Aus Sicht von EA – damit ist weniger Geld zu verdienen. Keine Lootboxen. Keine Mikrostransaktionen. Gerade wenn man es nicht schafft, gute und nachhaltige Spielerfahrungen zu schaffen, die einen Nachfolger verlangen. Aus meiner persönlichen Sicht gibt es kaum etwas besseres.

Es ist wie mit Serien oder Filmen. Ich will schließlich wissen wie es weitergeht. Manches davon nascht man rasch weg, weil es a) außergewöhnlich gut ist oder b) zwischendurch als Happen verschlungen wird, da man c) auf DEN nächsten großen Titel wartet. Und DEN größten heißt nicht gleich Triple-A.

Tags:

3 comments

  1. Bei EA spielt sicher auch mit, dass sie schon immer und diese Gen im Besonderen Probleme haben mit reinen Singleplayer-Spielen.
    Battlefield kam aus dem MP-Bereich und hat keine “5h-Kampagne reicht”-Kundschaft wie CoD, die Bioware-Studios haben viel an Talent die letzte Gen geblutet und stecken zum Teil auch noch in einer Findungsphase, das Beste von Visceral verkaufte sich leider nicht (SP-Horror ist nun mal Randgruppe) und ansonsten haben die fast nur Sportstudios.

    Man hat schon die letzte Gen verpennt sich einen Stück vom Sandbox-Kuchen abzuschneiden, der bei Rockstar oder Ubisoft so gut läuft.

    1. War ja auch in den vergangenen Jahren immer wieder zu lesen das Sie diesen Schritt verpasst haben. Und es ist schon interessant wie sehr so ein Branchenriese ins Straucheln gerät, wenn der Motor nicht richtig läuft. Also vermeintlich “strauchelt” … Kohle haben die ohne Ende. Auch wenn die Aktien gerade fallen.

  2. […] zum kürzlich erschienen Artikel unsererseits “Adiós Singleplayer!“, meldete sich erneut ein Oberhaupt von Electronic Arts zu Worte und gibt uns zu verstehen: […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Die Pixel sind live!
CURRENTLY OFFLINE