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Telltales Batman 02×03 “Fractured Mask” – Warum man die Finger davon lassen sollte

Telltales Spiele lassen immer mehr nach. Sie sind nicht nur technisch unausgereift, vielmehr schaffen sie es sogar, ihre eigenen Geschichten immer und immer wieder selbst zu zerhackstückeln. Wenn man nun glaubt, dass eine so große Marke wie DC’s Batman nun nicht verschandelt werden könnte, der irrt gewaltig.

THE GOOD

Fangen wir einmal ganz von Vorne an: Die erste Staffel Batman war von der Geschichte her interessant und auch wenn man sich noch weniger bewegen konnte und es immer weniger Adventure als Quicktime-Event war, so hatte man doch das Gefühl, dass man in der Geschichte voran kam und viele Sequenzen haben nicht nur Spaß gemacht, sie sahen auch ziemlich cool aus. Wir spielen BATMAN, den BATMAN, der Feinden nicht nur durch seinen Grips überlegen ist, sondern ihnen auch gewaltig in den Hintern tritt. Wenn man sich also nur die erste Season anschaut, dann hat man eine Menge Potenzial gesehen und konnte eigentlich nur auf eine noch bessere zweite Season hoffen.

Die zweite Season versprach anstelle von einem Bossgegner, alle Superschurken, die man auch aus anderen Batman-Spielen und -Filmen kennt, zu präsentieren. Wir sprechen hier von dem Riesenklotz und Mutagenbombe Bane, der durchgeknallten Psychiaterin mit ihrem Riesenhammer Harly Quinn, dem allen einfrierenden und Superchemiker Mr. Freeze und vor allem sprechen wir von dem ultimativen Feind Batmans, dem unbezwingbaren Joker. Oder wie ihn die zweite Season zeigt: als ziemlich angeknacksten, infantilen Idioten, der ohne Harley Quinn nichts ausrichten kann. Und dann haben wir natürlich noch den Riddler, der durch seine Brillanz und seine Rätsel Feinde nicht nur verstört, sondern sie auch regelrecht auseinandernimmt – und zwar aus der Ferne!

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Die erste Episode hat also damit begonnen, dass wir den Riddler jagen. Wir mussten super einfache Rätsel lösen, Leute befragen und haben den ein oder anderen Batman-Move benutzen können, nur um am Ende eine Frau zu retten und dafür mehrere Männer sterben zu lassen. Doch leider haben wir nicht dem Superschurken schlechthin Einhalt geboten, sondern war es der Joker, der Riddler das Licht ausknipste. In der zweiten Episode langweilte man sich dann zu Tode. Es ging darum, eine Bande Superschurken zu unterwandern, die sich “The Pact” nannten und unter dem Riddler dienten, der ja nun tot war. Also mussten wir eine Reihe von sehr, sehr, wirklich sehr langweiligen Aufgaben erledigen, um aufgenommen zu werden. In dem Moment, wo man dann dachte, man hätte es endlich geschafft und könnte jetzt ENDLICH einmal etwas Cooles machen, war die Episode zu ende.

THE BAD

WTF? Also ab zu dritten Episode. Man muss ja nur 1 bis 6 Monate warten, bis es weitergeht. Dieses Mal hatten wir Glück und es waren nur 4 Wochen. Dieses Mal.

Wir fangen wieder in der Basis an, die nicht kleiner und karger sein könnte und quasseln mit den Bösen, weil die ja jetzt alles anders machen. Harley ist der neue Boss und alle andere werden von ihr geknechtet. Es dauert also nicht lange, bis auch Bruce sich ihr voll und ganz fügt und sich mit Catwoman und dem Joker auf den Weg macht, das große Geheimnis des Riddlers zu lösen. Viel gibt es da wieder nicht zu sehen und viel wird auch wieder nicht erzählt, immerhin kommen ja noch zwei Episoden und den Autoren ist schon in der zweiten Episode der Stoff ausgegangen. Ist ja nicht so, als hätten sie eine gute Vorlage gehabt. Über 200 Comics, mehrere Filme, Animationsserien und sogar eine qualitativ nicht ganz so schlechte Serie namens “Gotham” scheinen wohl nicht auszureichen. Na ja.

Wenn die Geschichte so doof und langweilig und das Gameplay so unspektakulär und ausgelutscht ist, dann muss es ja wenigstens so richtig toll aussehen und so richtig gut auf einem Gurkenrechner laufen. Hat ja sonst keine Qualitäten.

Ups.

THE UGLY

Nein, Batman läuft mal wieder nicht gut auf jedem PC. Auf einem nicht ganz so schlechten Rechner, der Spiele wie The Division und The Witcher (na ja The Witcher 1 nicht wirklich, aber dafür The Witcher 3: Wild Hunt) schafft, kann man natürlich nicht erwarten, dass ein so glanzvolles Effektfeuerwerk mit all seiner Pracht ruckelfrei läuft.

Oh, wartet, hab mich wieder vertippt. Nein, Batman sieht nicht toll aus. Es ist immer noch dieselbe Engine, wie auch schon andere Telltale-Spiele zuvor zeigten, und nein, die Grafik ist zwar ausreichend, ist aber keineswegs mit anderen Adventures wie etwa Until Dawn oder Detroit auch nur zu vergleichen.

Was rechtfertigt nun also den Kauf eines solchen Spiels. Kurz: NICHTS! Seid ihr Batman-Fans, dann lasst die Finger davon, denn was da mit den Charakteren gemacht wird, tut nicht nur in den Augen, sondern auch im Herzen weh.

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