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Sexuelle Belästigung im DC-Universum: Supergirl und Wonder Woman fordern Veränderung

Die DC-Serien können sich langsam aber sicher im Fernsehen behaupten, auch wenn sie den Hauptmarktführer Marvel nicht vom Thron stoßen. Einer der Hauptverantwortlichen für diesen Erfolg wäre dann wohl Andrew Kreisberg, der Serien mit produziert hat wie Arrow, The Flash, Legends of Tomorrow und Supergirl. Bei The Flash und Supergirl hat er als stellvertretender Showrunner agiert, bei Arrow und The Flash war er weiterhin als Produzent vermerkt.

Nach 19 anonymen Aussagen wegen sexueller Belästigung durch  unerlaubte Berührungen, Küsse und sexuell thematisierte Kommentare, hat sich nun Warner Bros. dazu überwinden müssen, Kreisberg zu suspendieren.

Selbst äußert sich dieser wie folgt:

Als Teil meiner Aufgaben als Produzent habe ich Kommentare über das Aussehen einiger Frauen gemacht und über ihre Kleidung, doch sie waren nicht sexueller Natur. Ich bin stolz darauf, sowohl männlichen als auch weiblichen Kollegen über Jahre als Mentor gedient zu haben. Aus meiner Sicht geschah dies jedoch nie in einer ungewollten Art und Weise und ganz bestimmt nicht sexuell.

Schon bevor die mächtige sexuelle Belästigungswelle in den USA auf Zuhörer gestoßen ist, man nehme das Beispiel Kevin Spacey, haben sich hochrangige Schauspielerinnen bereits bei Berlanti Productions beschwert, die bislang aber alle Anschuldigungen schlichtweg ignorierten.

Da diese Belästigungsvorwürfe nun aber häufiger angezeigt werden und Gehör finden, äußerte sich Warner Bros. wie folgt :

Wir tolerieren Belästigung nicht!

und setzt damit ein Mahnmal in der Serienproduktion für Frauenrechte und natürlich Männerrechte gleichermaßen. Belästigung soll ab sofort nicht mehr toleriert und geahndet werden.

Aber auch hochrangige Schauspielerinnnen wie etwa Melissa Benoist (Kara in Supergirl) äußern sich zu diesem Thema und stellen schlichtweg klar, dass dies nicht nur nicht mehr toleriert werden dürfe, es müsse auch eine Aktion erfolgen:

Ich bin eine Frau, die eine Serie anführt, welche Gleichheit und Feminismus, Stärkung von Schwächeren und den Kampf für Gerechtigkeit unterstützt. Ich habe stets versucht, dem auch persönlich gerecht zu werden. Traurigerweise sind die Serie und meine Karriere Teil einer Industrie, die diese Anliegen nicht immer teilt […]Ich glaube, dass echte Veränderung möglich ist und wenn Menschen schlecht behandelt werden, sollten sie ein sicheres Forum haben, in dem sie die Wahrheit sagen und gehört werden können. Und wenn Menschen Straftaten begehen oder jemanden belästigen, dann sollten sie sich dafür verantworten – egal, in welcher Industrie sie arbeiten oder wie viel Macht sie haben.Ich habe darüber schon in der Vergangenheit gesprochen – öffentlich und privat – und das werde ich auch weiter tun. Wir alle sollten das, ohne Angst und Scham. Wir müssen alle besser sein. Ich werde diese Woche also zurück zu “Supergirl” gehen und mich mehr denn je dafür einsetzen, die Norm zu verändern, indem ich denen zuhöre, die etwas zu sagen haben und aufhöre, eine Umwelt zu akzeptieren, die nicht sicher, respektvoll und unterstützend ist.

Chyler Leigh spielt in “Supergirl” Karas Schwester und stellt durch ihre lesbische Beziehung ebenfalls eine übergeordnete feministische, aber auch sexuelle Rolle dar und ruft alle Frauen auf, sich gegen solche Belästigungen zu wehren und nach Veränderung zu rufen.

Arrow, der Anfang der DC-Serienschöpfung, zeigt ebenfalls starke Frauen und starke Schauspielerinnen, die sich gegen sexuelle Belästigung aussprechen. Darunter fällt auch Felicity Smoak (gespielt von Emily Bett Rickards), die nicht nur Frauen dazu ermuntert, in der Schauspielindustrie aufzubegehren, sondern auch Männern die Mitschuld an der Misere gibt:

An alle Männer, die andere belästigen, die die Kultur der Vergewaltigung aufrechterhalten, die gegenüber Missetaten blind sein wollen oder über umgekehrten Sexismus klagen: Ihr seid schwach und Komplizen. An alle Frauen, die die Kraft gefunden haben, etwas zu sagen und die einander unterstützt haben und ihre Stimmen fanden: Ihr könnt es. Ihr seid Heldinnen.

Marc Guggenheim, der diesen umgekehrten Sexismus nicht als Lösung ansieht, dürfte über Emily Rickards Ansichten besonders klagen, da er zuvor erst dies getwittert hat:

Immer dann, wenn Geld und Macht im Spiel sind, werden Verbrechen, in welcher Form auch immer, stärker toleriert und ignoriert, als es Industrien und Gesellschaften, in denen Reichtum eine kleinere Rolle einnehmen, der Fall ist. Auffällig ist das Verhalten der Sender und Produktionsfirmen nur dann, wenn berühmte Persönlichkeiten involviert werden und dies in der Öffentlichkeit Andrang findet. So hat es mit Kevin Spacey angefangen, der angeblich jüngere Männer sexuell belästigt haben soll, mit Jeremy Piven, Ed Westwick und Louis C.K. ging es dann weiter und die Erkenntniswelle wird in den nächsten Wochen auch nicht stoppen.

Der Regisseur Brett Ratner, der für Filme wie Rush Hour und X-Men bekannt ist, wurde nun ebenfalls angezeigt, Frauen sexuell belästigt zu haben. Gal Gadot (Wonder Woman) hat nun sogar angekündigt, dass sie in Wonder Woman 2 nicht mitspielen würde, wenn sich Warner Bros. nicht von Ratner UND seiner Produktionsfirma trennen würde. Der Vertrag Ratners läuft noch bis März 2018 und umfasst sagenhafte 75 Filme, darunter auch Tomb Raider und Ready Player One. Eine Vertragsverlängerung hat Warner Bros. bereits ausgeschlossen, ein vorzeitiger Vertragsbruch käme aber wohl aufgrund finanzieller Hürden nicht zustande.

Dann drücken wir mal ganz fest die Daumen, dass Wonder Woman 2 noch in die Kinos kommt und Gal Gadot weiterhin in ihrer Rolle (als Diana Prince) bleibt.

 

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