VideospielWir stellen vor

Farewell Visceral Games – Wir stellen vor

Und wieder ist es passiert. Ein weiteres Studio schließt seine Pforten. Bei Visceral Games gehen die Lichter aus. Warum mir das Studio fehlen wird, erfahrt ihr jetzt hier.

Gegründet wurde Visceral Games im Jahr 1998. Zu dieser Zeit hörte man aber noch auf den Namen EA Redwood Shores, bis man schliesslich 2009 sich (offiziell) zu Visceral Games umbenannte. Die ersten Spiele des Studios waren 3 James Bond Spiele, die zwar nicht schlecht, aber auch nicht weltbewegend waren. Danach folgten noch ein mittelmäßiges The Simpsons Spiel und das erste Der Pate Spiel. Auch wenn all diese Titel sicher nicht schlecht waren und auch seine Fans hatten, so war es erst mit dem ersten nicht lizenzierten Titel gelungen, den Durchbruch zu schaffen. Die Rede ist natürlich von Dead Space. Im Vorfeld schon als äußerst brutal und Angst einflößend behypt und später von Horror- Fans geliebt, schaffte es Visceral ein Spiel zu erschaffen, was zu dieser Zeit (2008) dem Horror Genre wieder etwas Leben einhauchte. Die Verkaufszahlen des Titels waren solide, was auf einen Nachfolger hoffen lies. Nach dem ersten Dead Space gab es aber erst einmal Der Pate 2, was qualitativ auch gut, aber auch kein Hit war. Und so kam es, dass man noch schnell ein weiteres Dead Space nachschieben wollte und somit Dead Space: Extraction in den Handel brachte. Das Spiel konnte aber leider auch nicht an den Vorgänger anknüpfen und kann man heute getrost als Lückenbüßer betiteln, der auch nicht weiter störte.

Denn im Jahre 2010 konnte man mit Dantes Inferno ein richtig gutes Hack ‘n’ Slay auf den Markt werfen. Gameplay, Technik und Inszenierung lassen mir heute noch die Augen aufleuchten. Ich liebte dieses Spiel damals und habe es mehrmals durchgespielt. Und auch wenn viele jetzt mit den Augen rollen werden, hatte ich damals mehr Spaß mit Dantes Inferno als mit God Of War. Aber das ist ja nun einmal Geschmackssache. Leider waren auch hier die Verkaufszahlen ok, aber nicht gut genug, um einen Nachfolger vorzubereiten.

Einen Nachfolger zu Dead Space gab es dann aber im Jahre 2011. Mit der Werbekampagne „Your Mother will hate this“ bewarb man den zweiten (offiziellen) Teil der Dead Space Reihe. Und ja, DS2 war noch härter in seinem Umgang mit Gewalt als Teil 1. Die Spielwelt war größer, das Waffenarsenal war größer und die Atmosphäre war noch dichter als im Vorgänger. DS2 war ein grandioses Horrorspiel mit dem man sich aber Verkaufszahlen technisch etwas zu viel vorgenommen hat. Trotz Werbekampagnen war auch DS2 kein Misserfolg, konnte aber die gesteckten VK -Ziele nie erreichen.

Genau unter diesem Umstand musste 2013 dann Dead Space 3 leiden. Der Horror wurde etwas nach hinten geschoben und im Fokus stand Koop-Action. Die Atmosphäre musste Gegnerwellen im Stile eines CoD’s weichen und vergraulte sich somit Fans der ersten beiden Teile. Dumm nur, dass diese auch nicht mit neuen Fans ersetzt werden konnten und somit war Dead Space 3 auch wieder kein Misserfolg, aber auch hier konnte man die Verkaufszahlen nicht erreichen, die man eigentlich wollte. Die im Spiel enthaltenen Mikrotransaktionen halfen dem Titel im Vorfeld einfach auch nicht. Somit war es damals spannend zu sehen, ob es überhaupt noch einmal ein Dead Space Spiel geben würde. Heute wissen wir es ja. Leider.

Im selben Jahr erschien dann noch das qualitativ bescheidene Army Of Two: The Devil´s Cartel. Mehr muss man dazu auch heute nicht sagen.

Nach dem Verkaufszahlen-Debakel um DS3 und dem verkorksten AoT wurde es erst einmal still um das Studio ehe man überraschend ein neues Battlefield aus dem Hause Visceral vorstellte. Ein Novum, da bisher alle Battlefield-Teile von DICE selbst entwickelt wurden. Zum ersten Mal gab man also das Franchise in die Hände eines anderen Studios. Die wilde Polizei-gegen-Verbrecher-Ballerei war sicher nicht schlecht, aber leider auch wieder kein Hit. BF Fans monierten, dass Hardline zu sehr CoD sei und das Hardline keine richtiges Battlefield sei. Letzteres wollte Hardline aber auch nie sein. Warum man also das Spiel überhaupt den BF Stempel aufdrückte, bleibt auch mir bis heute ein Rätsel.

Danach war es wieder einmal ruhig geworden um das Studio und viele vermuteten damals schon, dass es das für VG gewesen sein muss. Die Ankündigung eines Star Wars Spiel war dann doch eine Überraschung. Leider aber musst man bei Visceral am Ende eingestehen, dass man sich komplett übernommen hat und somit musste man die Reißleine ziehen. Die Mitarbeiter werden stellenweise auf andere Studios verteilt und die begonnene Arbeit an dem Star Wars Spiel geht nun woanders weiter.

Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, war Visceral dann erfolgreich, wenn sie ihre eigenen Ideen umsetzen konnten. Dead Space und Dantes Inferno waren solche Titel. Sobald man aber den Jungs und Mädels eine Vorlage gab, war Schluss. Warum man dies aber selbst nicht bemerkt hat, bleibt eine offene Frage. Eben die Dead Space Reihe und Dantes Inferno bleiben für mich aber immer in bester Erinnerung. Bis zuletzt hatte ich immer noch Hoffnung eines der beiden Franchises noch einmal spielen zu dürfen und neue Abenteuer bestreiten zu können. Sei es im All gegen ekelhafte Aliens oder in der Hölle gegen noch ekelhaftere Dämonen. Diese Hoffnung ist nun passé und somit bleibt mir nur noch eins zu sagen: Danke, Visceral Games, für die tollen Stunden, die ihr mir beschert habt.

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One comment

  1. […] Wochen nicht besonders positive Schlagzeilen hinterlassen. Schließlich wurde unter anderem die Visceral Games geschlossen. Nun hat man sich, nach dem ja ein Platz frei geworden ist, einfach ein neues […]

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