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NieR: Automata – 2B or not 2B (Review)

NieR: Automata kam am 23. Februar das erste Mal auf PS4 und PC heraus. Im Saturn bekommt man es mittlerweile für günstige 46,49€ (Link) und auch bei Steam hat man es über das letzte Wochenende für denselben Preis bekommen. Bei Titeln von Square Enix dauert es leider immer eine Weile, bis die Spiele im Angebot sind, aber wenn sie es einmal geschafft haben, vom Preis runterzugehen, dann bleibt dieser meist auch so niedrig.

Doch lohnt sich NieR: Automata generell und ist es auf PC oder PS4 besser? Schauen wir uns mal wieder die üblichen Verdächtigen an:

Die Geschichte von NieR Automata scheint erst sehr einfach, entfaltet sich aber nach gut 2 Stunden Spielzeit um ein Vielfaches.

NieR: Automata handelt von Menschen, Aliens und Androiden und ist im 5. Jahrtausend angesiedelt.

Es begann alles mit einer Alien-Invasion. Diese Aliens waren aber schlau und haben nicht selbst gekämpft, sondern starke Kampfmaschinen auf die Erde losgelassen, um die Menschheit zu vernichten. Diese hat ihre Niederlage kommen sehen und sammelte sich auf dem Mond neu. Ein paar Rebellen blieben auf der Erde, um die Mond-Menschen mit Materialien zu versorgen, die meisten jedoch, wurden ausgelöscht.

Die Menschen auf dem Mond entwickelten sich stetig weiter und schickten etliche Jahre später ihre eigenen Maschinen auf die Erde, um diese zurückzuerobern.

Hier kommen wir ins Spiel. Wir dürfen nämlich 2B spielen, einen weiblichen Androiden mit japanischem Röckchen-Geflatter und ziemlich rührseligen Gesprächen.

An sich dürfen Androide keine Gefühle haben und sollen möglichst objektiv ihren Auftrag, nämlich die Erde zurückzugewinnen, ausführen. Leider halten sich alle, mal abgesehen von 2B, für ziemlich menschlich. Sie haben Gefühle, möchten unseren Charakter besser kennenlernen, fragen ihn um Rat und umschmeicheln ihn, um gemocht zu werden – und das alles zum Leidwesen von 2B, die versucht, ihre “Menschlichkeit” zu unterdrücken. Natürlich mit wenig Erfolg. Immer mal wieder schmilzt ihre eisige Fassade dahin und sie sorgt sich um ihre Kameraden.

So stellt sich 2B mit ihrem besten Freund 9S, denn die S-Reihe ist die schlauste und stärkste, aber nicht gerade die bescheidenste Klasse, den Maschinen und somit auch den Aliens entgegen.

Da sie “nur” Androiden sind, kommt es immer mal wieder vor, dass sie ihren Körper aufgeben müssen und ihr Wissen und Wesen in einen neuen Körper hochladen. Also keine Angst vor dem Permadeath (Erinnerungen an Hellblade) – unsere Charaktere sind quasi unsterblich.

Die Auswirkungen auf das Gameplay sind einfach fantastisch!

Wir spielen also 2B, einen Roboter in Menschengestalt, der für die Organisation “YoRHa” arbeitet. Wir haben zwei Schwerter auf dem Rücken, eines für leichte, schnelle Schläge und eines für schwere, harte Schläge. Zudem haben wir einen Pod – einen kleinen schwebenden Roboter, der mit einem Maschinengewehr und Raketen ausgestattet ist.

Wer nun glaubt, dass die Steuerung ja tierisch kompliziert sein muss, der liegt nicht ganz falsch. Das Führen des Schwertes lässt an The Witcher 3 (Review) erinnern, aber die Benutzung des Pods ist eine ganz eigene, neue Sache. Diesen können wir nämlich mit R1/RB feuern lassen, WÄHREND wir schlagen, ausweichen und parieren. Anfangs erwischt man sich noch dabei, wie man wild die Knöpfchen hämmert, später sieht das dann aber ganz professionell und wirklich gut aus.

Wenn wir zum Beispiel zur richtigen Zeit ausweichen und dann schlagen, also quasi parieren, können wir zwischen drei Konter-Attacken wählen: Kleines Schwert und in die Höhe schlagen, großes Schwert und den Gegner zu Boden werfen oder Pod-Mega-Gun und den Gegner geradezu zerfetzen. Was wir auch tun, es sieht einfach super aus und macht Spaß.

Wenn wir einmal nicht weiterkommen, haben wir noch die Möglichkeit, Leichen wieder zu erwecken oder sie nach guten Chips (Ausdauer-, Lebens- und Waffenschadenmodifikationen) auszurauben.

Wenn wir die “Leichen” erwecken, sprechen wir nicht von etwas Magischem, wir können lediglich die toten Körper anderer Androiden, die den Körper verlassen haben, für uns kämpfen lassen. Und diese erweisen sich je nach Level und Ausrüstung als überaus nützlich. Die toten Hüllen sind nämlich andere Spieler, die an der Stelle gefallen sind – oder zumindest das, was die KI damit macht.

NieR: Automata ist durch sein einfallsreiches und vielschichtiges Gameplay alles andere als einfach. Nach einer Eingewöhnungsphase kann man zwar mit Schwert und Pod ganz gut umgehen, jedoch bestraft das Spiel Unachtsamkeit oder Treffer von Gegnern sofort. Bei Bosskämpfen, die durch mehrere Phasen und abwechslungsreiches Ausmanövrieren der eigenen Fähigkeiten brillieren, wirkt sich ein gut getroffener Schlag des Gegners auf “Normal” auf gut 1/3 unserer Lebensenergie aus. Vorsicht ist also geboten.

Meist verlaufen die Hauptquests so, dass wir mehrere Nebenquests, wie etwa “finde so und so viele Teile von XY” oder “töte XY”, abschließen müssen, um in der Geschichte weiterzukommen.

Schlagen, Ausweichen, Parieren, Schießen und … ach ja, wir haben ja auch noch die verdammt coolen Gefechte mit unserem Hybrid-Flugschiff. Dieses verläuft ganz in alter Manier, d. h. wir können entweder frontal Kugeln verschießen oder uns aufstellen und im 360° Winkel Gegner vernichten. Diese Sequenzen sind gescriptet, wir können also nicht jederzeit mit diesem “Ding” rumfliegen und Gegnerhorden platt machen. Sonst spielen wir aber in einer Open World und können uns frei bewegen.

NieR: Automata läuft hervorragend auf PS4. Auf dem PC hat es leider seine Probleme.

Auf PS4 läuft NieR: Automata meist mit 60 FPS und in sehr schöner Grafik.

Die PC-Fassung sieht nur einen kleinen Tick besser aus, wirklich kaum wahrnehmbar, und läuft furchtbar. Auf AMD-Rechnern gibt es den sogenannten “White Screen of Death”, der seit Release noch nicht gepatcht wurde!

Bei diesem besagten Screen handelt es sich um einen weiß werdenden Bildschirm, der nur durch einen Neustart zu retten ist. Was an sich kein Problem darstellen würde, wenn man in der knapp 90 minütigen Prolog-Sequenz mal speichern könnte. Kann man aber nicht, also muss man das Spiel so oft spielen, bis man zum ersten Speicherpunkt kommt – und das ist reine Glückssache.

Auf Nvidia sieht die ganze Sache schon etwas besser aus, da diese ein Update herausgebracht haben, was das Spiel FAST flüssig laufen lässt. So kann man mit einer Spitzengrafikkarte (z. B. GTX 1080) und einem guten Prozessor die 60 FPS meistens halten. Dafür, dass die empfohlenen System-Anforderungen so niedrig gehalten wurden, ist das wirklich eine Schande.

Minimale Systemanforderungen:

CPU: Intel Core i3 2100 / AMD A8-6500
RAM: 4 GB RAM
DirectX: 11
Grafikkarte: NVIDIA GeForce GTX 770 VRAM 2GB / AMD Radeon R9 270X VRAM 2GB
Festplatte: 50 GB freier Speicherplatz

Empfohlene Systemanforderungen:

CPU: Intel Core i5 4670 / AMD A10-7850K
RAM: 8 GB RAM
DirectX: 11
Grafikkarte: NVIDIA GeForce GTX 980 VRAM 4GB / AMD Radeon R9 380X VRAM 4GB
Festplatte: 50 GB freier Speicherplatz

Fazit:

NieR: Automata ist seinen Preis wirklich wert. Wir sprechen von 26 verschiedenen Enden, einem sehr guten, herausfordernden Kampfsystem und einer einfachen, guten Sci-Fi Geschichte, die immer mal wieder moralische Aspekte in den Vordergrund stellt, wie z. B. “Ist man auch dann noch ein Mensch, wenn man keine menschlichen Organe besitzt?”.

Ich würde aber empfehlen, NieR auf einer PlayStation 4 zu spielen. Hier läuft alles ruckelfrei und auch im Vollbild. Auf PC muss man sich Borderless Gaming für 3,99€ kaufen, um überhaupt im Vollbild-Modus spielen zu können – lächerlich!

NieR kann man sich als eine Mischung aus einem guten Sci-Fi-Film mit Aliens, einer Portion japanischem Klein-Mädchen-Charme und ganz vielen Gefechten vorstellen, die sich teils wie ein Dark Souls anfühlen – zumindest die Bosse, auch wenn diese dort cooler gestaltet wurden.

Vor allem aber die Flüge mit dem Hybriden sind einfach toll und verlieren auch nach dem fünften Mal nicht ihren Charakter.

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3 comments

  1. […] Enix ein neues iOS- und Android-Projekt, welches die lieblings Waffen der Fans aus NieR Automata (Review), Romancing SaGA und Secret of Mana (10 Minuten Gameplay) beinhalten […]

  2. […] Wie gut NieR: Automata ist und ob es in eurem Schrank stehen sollte, erfahrt ihr in unserer Review. […]

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