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The Witcher 3: Wild Hunt – Review

The Witcher 1 (Review) hatte eine gute Geschichte, spannende Charaktere und überzeugte durch ein Gameplay, das zwar mittlerweile schlecht gealtert ist, aber immer noch ziemlich gut aussah.

The Witcher 2 (Review) setzte da schon anders an: Wir hatten eine verdammt gute Grafik, eine noch bessere Geschichte, interessantere Charaktere und noch interessantere Quests, die Gameplay-technisch immer mal wieder variierten.

Doch was macht The Witcher 3: Wild Hunt so besonders? Kann der dritte Teil einer Trilogie wirklich besser sein, als seine Vorgänger?

Die Geschichte in The Witcher 3 nimmt so richtig an Fahrt auf.

The Witcher 2 endete damit, dass Geralt seine Erinnerungen wiedererlangte. Er erinnerte sich daran, wie er Yennefer vor der Wilden Jagd rettete und seitdem auf der Suche nach ihr ist. Dank Letho, der zwei Könige auf dem Gewissen hat, weiß Geralt, dass sich Yennefer bei den Nilfgaardern versteckt hält bzw. ihre Intrigen weiter ausfeilt.

So starten wir in The Witcher 3 nach einer kleinen Tutorial-Mission in der Nähe der Legionen der Nilfgaarder. Diese konnten sich nämlich, dank Letho und der Tötung der Könige und somit Schwächung der nördlichen Königreiche, weiter ausbreiten und viel Land an sich reißen.

Mitten in diesem Krieg muss der unpolitische Hexer sich auf die Suche nach seiner einstigen Geliebten Yennefer machen und Ciri, seiner Ziehtochter.

Geralt, seine Freunde und seine Liebsten – mal wieder ist hier alles „kompliziert“

Auf dieser Reise begegnet er sowohl alten Freunden (Zoltan, Rittersporn, Keira Metz, Vesemir, Ezkel, Lambert) als auch alten Feinden (Letho, Emhyr, die Wilde Jagd). Aber auch Geralts Liebesleben wird durch Triss‚ Verrat und Yennefers erneutes Erscheinen ganz durcheinander gebracht. Er hat zwar hier und da mal ein Techtelmechtel mit der ein oder anderen Zauberin, muss sich aber vor allem zwischen Yennefer, die nur Trauer und Zerstörung für ihn bedeutet, und Triss, die zwar liebreizend ist, ihn aber auch hintergangen hat, entscheiden. Wie in einem The Witcher üblich, gibt es aber nicht nur zwei Entscheidungsstränge, sondern auch einen Mittelweg bzw. auch eine ganz andere Alternative.

Krieg, Liebschaften, Vaterfreuden – die Geschichte von The Witcher 3 ist nicht nur länger, immersiver und zugänglicher gestaltet, es kommen noch so viele Aspekte hinzu. Die ganze Geschichte um die elfische Saga z.B., die immer mal wieder in den anderen beiden Teilen zu finden war. Die Geschichte um Ciri, die vor allem in den Büchern, bisher aber noch nicht in den Spielen, im Vordergrund stand. Die Freundschaft zu Rittersporn und Zoltan wird ebenfalls weitererzählt… The Witcher 3 macht in puncto Geschichtenerzählen einfach alles richtig.

Von Entscheidungen und Mutationen

Jede Entscheidung scheint Konsequenzen zu haben, auch wenn sie manchmal nicht direkt bemerkbar sind. Und ein ganz besonderes Schmankerl: Kaer Morhen ist wieder mit von der Partie und man erfährt mehr über die Hintergründe der Hexer und ihre Mutationen!

Das Gameplay ist flüssig, sieht gut aus und fordert

Im Spiel haben wir mal wieder 2 Schwerter: Ein Stahlschwert gegen Humanoide und ein Silberschwert gegen Monster. Wenn ein Monster oder ein Mensch mal wieder nicht durch unsere Klinge sterben möchten, können wir uns auch für Magie entscheiden. Hier haben wir die 5 Angriffe: Feuer (Igni), Fallenstellen (Yrden), Wegschleudern (Aard), Schutzschild (Quen) und Gedankenkontrolle (Axii).

Im Kampf können wir wieder parieren, ausweichen und blocken. Was bei menschlichen Gegnern noch recht einfach ist, wird bei Monstern, bei denen der Schlag nicht immer so leicht vorherzusehen ist, etwas schwieriger.

Die Kämpfe an sich, sind sehr fair gestaltet, sodass wir mit dem richtigen Level und dem Ausnutzen der Mechaniken keine Probleme kriegen sollten. Die Endgegner sind da schon etwas stärker und die Hexeraufträge erfordern das Einsetzen aller Hexermöglichkeiten: Von Tränken bis Fallen ist alles erlaubt und auch gefordert.

Und die Monster, denen wir in den Hexeraufträgen begegnen, sind wirklich hässlich:

Wir können auch wieder Bomben werfen und Monsternester zerstören und plündern. Zudem haben wir aber auch eine kleine Armbrust, die vor allem zum Betäuben von Gegnern ganz gut hilft.

Wir haben ein Pferd! Und Schnellreise! Und Gwent!

Die krassesten Neuerungen im Spiel sind Plötze und Gwent. Mit Geralts Pferd Plötze, dieser nennt seine Pferde immer gleich, können wir uns schnell in der riesigen Welt bewegen und Wettrennen bestreiten. Diese bieten eine nette Abwechslung zum Monsterschlachten.

Gwent, das Kartenspiel, das so gut gelungen ist, dass CD Project Red sogar eigens ein neues Spiel dafür entwickelt hat (Review zu: Gwent – The Witcher Card Game), ist ebenfalls von der Partie.

Zudem gibt es auch wieder die Möglichkeit, Faustkämpfe zu absolvieren, um der Meisterschläger zu werden und dem Ruf des Schlächters von Blaviken gerecht zu werden. Im Gegensatz zum zweiten Teil sind diese nicht mehr in Quick-Time-Sequenzen, sondern mit Skill zu bewältigen (Kontern, Schlagen, Kontern).

The Witcher 3 sieht fantastisch aus. Eine wahre Perle für Grafikversessene.

The Witcher 3 kam 2015 heraus und sah da schon so richtig gut aus. Auf Konsolen hat es eine tolle Grafik: 1080p und sehr viele Effekte. Auf PC sieht es, und das muss man leider so sagen, noch einmal um Längen besser aus. Wenn man die volle Nvidia-Haarpracht betrachtet, kommt man schon schnell ins Staunen. Nicht nur, dass Geralts Haare im Wind wehen, vor allem die Haare der Tiere bzw. Monster sind ein echter Augenschmaus.

Fazit:

The Witcher 3 hat sich optisch und inhaltlich zum Guten gewandt. Die ersten beiden Teile waren für einen The Witcher-Fan zwar auch einfach fantastisch, aber Teil 3 ist vor allem massentauglicher. Es steigt also nicht sofort in die Geschichte ein, sondern erklärt auch mal, wer die Personen überhaupt sind und was sie so machen.

Außerdem gehört The Witcher 3 zu den spielbareren Teilen, sprich: Die Steuerung ist sehr gut gelungen, fühlt sich wirklich gut an und Geralt macht genau das, was man von ihm möchte – nicht in der Luft rumschlagen!

Besonders gut gelungen ist CD Project Red aber die Beziehung zwischen Geralt, Triss und Yennefer. Gerade Letztere wurde oft erwähnt, aber so richtig erfahren, hat man leider nichts.

Natürlich darf man auch nicht Ciri und ihr Schicksal außer Acht lassen. Diese spielt nicht nur eine große emotionale Rolle, sondern gibt der ganzen Geschichte um den Hexer noch einmal an Bedeutung. Ein echter Gewinn!

The Witcher 3: Wild Hunt sollte von jedem Rollenspiel-Spieler mal gespielt worden sein. Wer bisher noch nichts mit der Sparte anfangen konnte, weil er lästiges Grinden oder aber auch belanglose Nebenquests als Abschreckung empfand, kann ebenfalls mal einen Blick auf The Witcher werfen.

Neulinge sollten mit dem dritten Teil anfangen, da die ersten spielerisch wirklich veraltet sind und i.d.R. kaum ans Laufen zu bringen sind.

Und da es ja bald ein 4k Upgrade auf der PS4 Pro geben wird, ist es definitiv noch einmal einen Blick wert.

 

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