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Terminator 2: (Ab)rechnung in 3D?

Letzte Woche kam ich in den Genuss mir einen, ja vielleicht sogar DEN Film meiner Kindheit in 3D anzusehen. Terminator 2 Judgment Day oder “Tag der Abrechnung” wie er bei uns genannt wurde, prägte wie kaum ein anderer Film damals meine Erwartung, Interessen und Sprache. Es gibt kaum andere Filme die so einen intensiven Eindruck hinterlassen haben.

Entsprechend traurig war ich auch über die Behandlung des Franchise über die Jahre hinweg. Terminator 3 war nur ein lauer Aufguss, quasi die 2000er Version des Vorgängers. Salvation und Genesis begruben es dann vollständig. Schade auch dass gerade die Serie, welche die Ideen von T2 richtig einfangen wollte, so schnell abgewürgt wurde.

Nun versucht man es zum 25. Geburtstag mit einer 3D Umsetzung wie schon zuvor so erfolgreich bei anderen Kultfilmen wie Jurassic Park, oder Titanic. Kann 3D hier den Zuseher auch nochmal in die Zeit der billigen Sprüche und coolen Cyborgs versetzen, oder reicht die normale Blu-Ray?

Eigentlich wollte ich das als Kino-Review schreiben, da aber schon die 3D Konvertierung an den US Kinos floppte, lief der Film in Europa nur in ausgewählten Ketten und meist nur eine Vorstellung lang. Lediglich auf der blauen Scheibe kann man die 3D oder 4k-Umsetzung nochmal kaufen.

Ich will euch auch nicht lange mit einer Zusammenfassung des Filmes langweilen, den kennt ihr sicher wenn ihr diesen Bericht lesen solltet in- und auswendig. Nach dem (damals noch eher billigen) Überraschungserfolg Terminator (mit den damals noch nicht so bekannten Arnold Schwarzenegger und Linda Hamilton) wurde Anfang der 90er eine Bombast-Fortsetzung gedreht, die neue Standards für Blockbuster und Spezialeffekte setzte.

Federführend war James Cameron, der Jahre zuvor mit Aliens und Abyss bewiesen hatte, dass Terminator nicht nur ein Ausrutscher war.

James Cameron – Schöpfer der Marke

So beeindruckend der Film auchh eute noch ist (die Spezialeffekte sind hier sehr gut gealtert und wirken verglichen mit anderen Sci-Fi Filmen dieser Zeit weder billig noch extrem Computer-lastig), leider trifft dies nicht auf die 3D Umsetzung zu. Es mag sein, dass die 4k Abtastung nochmal hilft einige weiteren Details zu erkennen, aber der räumliche Effekt hält sich hier leider sehr in Grenzen.

Um es deutlich zu sagen: wer nur wegen 3D ins Kino geht, oder sich die Scheibe deswegen nochmal zulegen will: Spart es euch! Es wirkt ähnlich wie bei den Disney/Marvel-Filmen wo 3D nachträglich hinzugefügt wird und lediglich bei den Computer-Effekten wirklich überzeugen kann (hier aber gänzlich fehlt). Wo Jurassic Park wirklich die Dimensionen der Tiere und des Parks gut in 3D vermitteln kann, scheitert Terminator 2 vollkommen.

DIE Filmheldin der 90er Linda Hamilton als Sarah Connor

Es wurde außerdem die ursprüngliche Kino-Fassung in 3D umgesetzt. Die von der ersten Blu-Ray Umsetzung bekannten zusätzlichen Szenen fehlen hier. Das ist schade, denn auch wenn die Synchronsprecher nicht verfügbar waren und euch diese Szenen aus der Immersion gerissen hätten, wäre dies doch die Möglichkeit eines Director’s Cut gewesen. Aber dafür stand dann vermutlich Cameron nicht zur Verfügung.

Wenn ihr euch die Scheibe aber später zulegen wollt, um nochmal die Kindheitserinnerungen aufleben zu lassen und Terminator 2 noch nicht auf Blu-Ray habt: Greift zu! Ich musste im Kino-Saal wieder an den selben Stellen lachen, staunen und konnte (wie leider viel zu selten heutzutage) wieder alles um mich herum vergessen.

eine der ikonischen Szenen

Eine Warnung vorweg: Wenn ihr den Film damals auf deutsch gesehen habt, besteht nicht auf O-Ton. Die Stimmung profitiert so stark von eurer Erinnerung, dass die englische Tonspur euch nur raus reißen würde, gerade Schwarzenegger’s bescheidenes Englisch ist ein DEUTLICHER Kontrast zu seiner deutschen Synchronstimme.

Denn auch wenn der neue visuelle Effekt hier nicht wirklich zur Geltung kommt, im Kino oder bei einer ähnlichen Raumklang-Ausstattung flasht er dank des Sounds immer noch.

Hoffentlich ist das kein Indiz für Cameron’s kommende Avatar-Trilogie, denn wenn dort auch 3D so lieblos aufgesetzt wirkt, muss die Story um Welten besser sein. Wäre er doch nur bei Terminator geblieben …

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