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The Witcher 2 – Review

The Witcher 1 war ein gutes, aber sehr in die Jahre gekommenes Spiel (siehe Review zu The Witcher 1), doch der zweite Teil macht vieles besser. Doch in welchen Aspekten genau? Gehen wir sie doch einmal der Reihe nach zusammen durch.

Die Geschichte im zweiten Teil ist ausgeklügelter, ohne zu viel vom eigentlichen The Witcher – Feeling abzurücken

Was hat Geralt nach den Ereignissen des ersten Teils, also nach dem vereitelten Attentat, gemacht?

Es ist 1271, also sind so ziemlich genau 4 Wochen vergangen seit der Ereignisse am Pontar. Die Rebellion der Anderlinge, sprich: der Zwerge und Elfen, ist somit niedergeschlagen. Mensch und Anderling leben friedlich beieinander. Der Hexer ist nach der Rettung König Foltest fest als dessen Beschützer angestellt und der gescheiterte Attentäter wurde ebenfalls als Hexer identifiziert.

Geralt und die Frauen

Geralt lebt also mit Triss mitten in Foltests Kleinkrieg, der jener nur angezettelt hat, weil er sich mit der Mutter seiner “Bastard” – Kinder überworfen hat.

Triss ist die königliche Beraterin, sie ist also sehr an Politik interessiert, was einen starken Kontrast zu Geralt darstellt, da ihm Politik so ziemlich egal ist. Was körperliche Gelüste und die ein oder andere Stichelei angeht, sind sie sich aber einig.

Schwerwiegende Folgen

So fordert Foltest eines Tages seinen Kleinkrieg mit seiner Frau zu begraben, seine Kinder zurückzuholen und damit Frieden in das Land zu bringen – natürlich mit wenig Erfolg.

Foltest gerät schon wieder ins Fadenkreuz eines Attentäters und dieser ist dieses Mal, trotz aller Bemühungen Geralts, erfolgreich. Dumm nur, dass Geralt mit einem gezückten Schwert über der Leiche des Königs von den Wachen entdeckt wird, und diese dann eins und eins zusammenzählen. Da sind Unschuldsbekundungen leider fehl am Platz. So wird Geralt – mal wieder – den Innenraum einer Zelle auskundschaften mit der schweren Last, als Königsmörder tituliert zu werden, wobei er ihn doch nur beschützen wollte.

Geralt lernt neue Freunde kennen

Vernon Roche ist oberster Gefreiter der temerischen Spione und soll diesen Mord weiter untersuchen. Sein Hauptverdächtiger und bislang auch einziger Verdächtiger, Geralt, ist mal wieder nicht sehr gesprächig. Nur durch sehr viel Überzeugungsarbeit schafft er es, Geralt zum Reden zu bringen. Was Geralt ihm jedoch berichtet, scheint für ihn unglaubwürdig. Je mehr Geralt von den Geschehnissen des Tages berichtet, u.a. von Drachen und der Eroberung einer Burg, desto mehr neigt Vernon dazu, Geralt zu glauben.

So hilft Roche Geralt, aus dem Gefängnis zu fliehen und macht sich mit diesem auf die Suche nach Leto, dem wahren Königsmörder von nun schon zwei Königen und ebenfalls Hexer.

Dieser paktiert mit den Scoia’tael, den rebellischen Anderlingen. Auf der Suche nach Beweisen für seine Unschuld wird Geralt also wieder mit dem Konflikt zwischen Anderlingen und Menschen geraten.

Wer ist Geralt eigentlich, und wer seine Freunde?

Außerdem möchte Geralt mehr über seine Vergangenheit erfahren, da sein Gedächtnis immer noch nicht zurückgekehrt ist. Hierbei möchte ihm Triss helfen, die ihm mehr über seine einstmalige Geliebte Yennefer, ihrer zerstörerischen Liebe und dem Kind Cirilla erzählt, dessen Schicksal das seine ist.

Neben den typischen Verdächtigen wie Rittersporn, Geralts ältestem und besten Freund, und seinem Zwergen-Kumpanen, Zoltan, trifft Geralt auf seiner langen Reise immer mehr bekannte bzw. für ihn noch unbekannte Gesichter, die seine Situation bzw. seinen Gedächtnisschwund schamlos ausnutzen.

Das Gameplay hat sich massiv geändert, hat aber dennoch den Schwertkunst-Charme nicht verloren

Die Steuerung und der Kampf

The Witcher 2 lässt sich im Gegensatz zum ersten Teil mit Controller spielen und das ist auch eine wichtige Neuerung. Das actionbasierte Kampfsystem, mitsamt seinen schönen Pirouetten und Ausweichmanövern, macht nämlich nur halb so viel Spaß, wenn man es versucht, mit der Tastatur zu beherrschen. Wir haben, wie im ersten The Witcher, wieder zwei Schwerter: Ein Stahlschwert gegen Menschen und ein Silberschwert gegen Monster.

Scheinen die Monster gegen unser Schwertkönnen überlegen, greifen wir auch zur Magie. Hexer sind magie-technisch leider nicht sehr begabt, aber Feuer (Igni), Schutz (Quen), Gedankenkontrolle (Axii), Luftmagie (Aard) und Fallenstellen (Yrden) sind schon noch drin.

Schön ist vor allem, dass wir nun die Fähigkeiten auch aktiv nutzen können, um in der Handlung weiterzukommen. So passiert es schon mal, dass wir mit Aard etwas aus dem Weg stoßen müssen, um weiterzukommen.

Gibt es weitere Mechaniken?

Generell scheint sich The Witcher 2 mehr um die Gegenstände und Interaktionen rundum das Geschehen zu kümmern. So müssen wir immer mal wieder eine Balliste abfeuern oder Türen für unsere Verbündeten öffnen. Es gibt sogar Schleichpassagen, in denen wir aus dem Gefängnis ausbrechen müssen!

Dialoge sind nicht alles, oder doch?

Die Dialoge sind dabei sehr frei gehalten, mal abgesehen davon, dass sie teils wirklich frivol sind, darf sich der Spieler aussuchen, wie viel er von der Welt erfahren möchte, oder aber auch, wie gemein er sein möchte.

In einer Situation waren Soldaten gerade dabei, Bürger sinnlos und zur eigenen Belustigung zu verprügeln. Der Gerechtigkeit liebende Geralt stellt sich natürlich sofort dazwischen und versucht, die Schwachen zu beschützen. Die Soldaten wollen sich aber auch nichts von einem daherglaufenen Hexer sagen lassen und entschließen sich, in die offene Konfrontation mit diesem zu gehen. Hier hat Geralt nun folgende Möglichkeiten:

  • sie mit Axii verhexen, sodass sie friedlich gehen
  • ihnen seine Stärke zeigen und ihnen drohen. Es, wenn nötig, eskalieren lassen und gegen sie kämpfen
  • sie dreist anlügen und ihnen erzählen, der Drache sei auf dem Weg und sie müssten verschwinden.

Jede Möglichkeit hat einen ganz eigenen Ausgang und manche Entscheidungen sind sogar so schwerwiegend, dass man ein ganz anderes Gebiet betritt, als wenn man nun anders gehandelt hätte. Geralt muss also oft kämpfen, wenn er denn die “falsche” Entscheidung trifft, und diese Kämpfe können manchmal nur mit guter Schwertkunst, viel Magie und Items bezwungen werden.

Tränke und Öle – das Handwerkszeugs eines jeden guten Hexers

Was leider etwas kompliziert ist, ist der Einsatz dieser Items oder auch Tränke. Diese müssen wir uns erst nach Rezept brauen und können sie nur vor den Gefechten anwenden. Wissen wir also – und das Spiel macht es wirklich deutlich – dass ein großer Endboss kommt, so müssen wir uns mit Tränken für Heilung, Ölen für Schadenserhöhung und Ausdauermittelchen vollpumpen, um bestehen zu können. Selbst in den leichteren Schwierigkeitsgraden, und bei den Hit-Boxen sind sie wirklich zu empfehlen, ist es notwendig, sich gut vorzubereiten. Hierbei muss aber immer auf die Toxizität geachtet werden. Nimmt Geralt zu viele kleine Helferlein, erleidet er Schaden und die positiven Effekte sind hinfällig.

Von Fäusten und Leveln

Und wenn das alles nichts bringt, weil wir mal wieder Schwert und Rüstung verloren haben, gibt es auch noch den ein oder anderen Faustkampf, der in einer netten Quick-Time-Sequenz gespielt wird und dabei um Weiten besser aussieht, als in The Witcher.

Das Leveln ist im Gegenzug zum vorherigen Teil auf einen kleinen, übersichtlichen Skill-Tree geschrumpft. Hier können wir zuerst nur Vitalität und Blocken aufleveln, nach einer gewissen Zeit dann aber auch die Schwertmanöver, unsere Braukunst und unsere magische Zerstörungskraft.

Die Perfomance tut immer noch weh, ist aber besser geworden

Läuft “The Witcher 2” nun besser auf PC als sein Vorgänger?

Puh, diese Frage möchte ich wie folgt beantworten: Ich habe The Witcher 2 auf einer Geforce GTX 1080 mit einem i7-Prozessor gespielt und ja, es hat doch tatsächlich hier und da mal geruckelt! An sich war die Performance zwar gut, jedoch braucht es schon einen sehr leistungsfähigen Rechner, der die ganzen Bugs rausrechnen kann, um ein flüssiges Erlebnis zu garantieren. Mit einem AMD-Rechner, der keinesfalls schlechter als ein Intel/Nvidia Rechner sein muss, hat man aber um einiges mehr Probleme.

In der Regel lief The Witcher 2 mit 90 bis 100fps, wenn man nun aber davon ausgeht, dass das Spiel 2011 herauskam und immer noch nicht auf einem Budget-Rechner läuft bzw. auf einem leistungsfähigen Rechner “nur” mit 90fps und zwischendurch auf die 47fps runtergeht, dann tut das schon ein wenig weh. Aber ganz ehrlich: Das Spiel macht so viel Spaß, da schert einen die kleine, verräterische fps-Anzeige nicht wirklich.

Fazit:

Ich kann The Witcher 2 bedenkenlos an all jene empfehlen, die ein kleines Leistungsmonster zu Hause stehen haben und The Witcher 2 in seiner ganzen Pracht spielen können. Das Spiel ist jetzt bald 6 Jahre alt und sieht immer noch verdammt gut aus. Es ist technisch aber eindeutig in die Jahre gekommen, so ist die Steuerung nicht so direkt und die Hit-Boxen stammen aus der Hölle.

Die Geschichte war und ist noch immer hervorragend und lässt in puncto Charaktere und Erzählweise wenig zu wünschen übrig. Die Geschichte deckt nicht nur Liebe, Verrat und Hass, sondern auch Heldentum und Gerechtigkeit, sehr gut ab und somit ist für jeden etwas dabei.

The Witcher ist ein erwachsenes Rollenspiel mit erwachsenen Themen. Das einzige Rollenspiel, was erzählerisch und grafisch noch besser ist, ist The Witcher 3: Wild Hunt.

 

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