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Final Fantasy XV inkl. Gladiolus und Prompto: Für Fans und Neueinsteiger – Review

Final Fantasy hat sich seit seines Releases letzten Jahres doch zum Guten hin verbessert. Es gab Updates, die die Grafik und Performance verbessert oder sogar zusätzliche Zwischensequenzen hinzugefügt haben. So ist Final Fantasy in einem ständigen Wandel zwischen guter Grafik und verbesserter Performance. Seit Kurzem werden auch neue DLCs herausgebracht. So wurden bisher die Episoden Gladiolus und Prompto für je 4,99€ angeboten. Natürlich kann man sich das ganze auch im Season Pass mit der Episode Ignis, die demnächst erscheinen soll, für günstige 24,99€ leisten.

Final Fantasy, das nun schon mehrere Teile und noch mehr Remaster hervorgebracht hat, ist ein grundsolides Rollenspiel. In Final Fantasy XV spielt man den Kronprinzen Noctis Lucis Caelum, der nach der beinahen Vernichtung seiner Heimatstadt Lucis erwachsen werden muss und mit seinen Begleitern die Region vor Niflheim retten soll. Niflheim hat alle anderen Regionen in Eos bereits unter seiner Kontrolle und möchte nun auch noch die letzte Stadt, die einen magischen Kristall hat und somit Magie wirken kann, unterjochen.

 

Auf seiner Reise begegnet Noctis vielen Charakteren, die ihm helfen möchten, aber er muss sich auch mit vielen Feinden auseinandersetzen, denn die Niflheimer haben ein ganz besonderes Interesse an Maschinen und Technik, womit sie ihm sehr viel Gegenwehr entgegen setzen.

Die Geschichte ist sehr schön erzählt. Anfangs ist sie noch sehr kindlich, da auch der Kronprinz nicht gerade von Reife zeugt. Er ist sehr humorvoll, trotzig und stolz. Seine Begleiter können seinen Überwillen nur schwer unter Kontrolle halten und haben auch Probleme damit, ihm beizubringen, ein echter König zu sein. Noctis möchte den Bewohnern Eos helfen und kommt so immer wieder von seinem eigentlichen Weg ab, gegen die Niflheimer anzutreten und seinen Thron zu besteigen. Gerade Gladiolus, der sein “Schild” ist, hat mit seiner trotzigen, überflügelten Art starke Probleme. Ignis, der Chefkoch und ebenfalls beste Freund und Beschützer Noctis, nimmt dies schon etwas lockerer, ist aber auch um einiges reifer als der Rest der Gruppe. Prompto ist gefühlsmäßig noch unreifer als Noctis, steht den Anderen aber in puncto Freundschaft keineswegs nach. Er ist ein sehr aufgeweckter Charakter, der dazu neigt, etwas schüchtern zu sein und sich schnell zu verlieben.

Die Charakterentwicklung in dem Spiel ist wirklich hervorragend. Sind alle Begleiter und auch Noctis anfangs sehr ausgelassen, humorvoll und glücklich, so erleben sie im Verlauf der Geschichte persönliche Wendepunkte, die nicht nur ihr eigenes Gleichgewicht, sondern auch ihre Freundschaft belastet. Vor allem Noctis, der dazu bestimmt ist, die Welt zu retten und bei dem Versuch sein Leben zu geben, muss hart mit sich und seinem bevorstehenden Schicksal hadern.

Liebesgeschichten sind rar gesät, so erfährt Noctis eine Kindheitsliebe heranwachsen, während sich die anderen auf kleinere Flirts beschränken.

Inmitten der Kämpfe kommt es immer mal wieder zu kleineren Story-Lücken. Diese scheinen anfangs nicht so schlimm zu sein, jedoch nehmen sie an Bedeutung zu. So kommt es an einer Stelle vor, dass Gladiolus sagt, dass er etwas erledigen muss und einfach ohne Erklärung verschwindet. Ein paar Tage später, während wir natürlich nur mit den anderen beiden Begleitern durch Eos ziehen, taucht Gladio plötzlich wieder auf und zwar mit einer nicht gerade kleinen Narbe im Gesicht. Er möchte den anderen nicht mitteilen, was ihm wiederfahren ist.

Wieso also diese Story-Lücken? Es könnte nicht einfacher sein: Diese Lücken werden als DLC verkauft, um noch einmal etwas Geld zu machen. Nur leider hat dies den Nachteil, dass man gut ein Jahr warten muss, bis man alle DLCs spielen kann. Der erste DLC mit Gladio kam gut ein halbes Jahr später, Prompto dann vor gut einem Monat und Ignis soll demnächst kommen.

Auch wenn die Story-Lücken nicht so groß sind, dass man die Geschichte nicht nachverfolgen könnte, ist es dennoch sehr ärgerlich, dass man so lange auf diese warten muss.

Die Episode Gladiolus war leider nur knapp eine Stunde lang. Die Grafik war genauso gut, wie sie es schon in dem eigentlichen Spiel war. Natürlich sieht nicht alles fotorealistisch aus, wie in einem Battlefield, aber für ein Rollenspiel war sie schon ok. Die Leuchteffekte und die Umgebung sind sehr schön dargestellt und so detaillierte Charaktere mit so gut ausgearbeiteter Kleidung sieht man auch selten.

Der Inhalt der Episode war leider noch um einiges kürzer als ihre eigentliche Länge. Gladiolus fühlt sich schwach und möchte sich einer Prüfung unterziehen, um an wahrer Stärke zu gewinnen und sich als Schild zu beweisen, wie es schon sein Vater vor ihm getan hat. Final Fantasy war an sich schon sehr schlauchig. Gerade ab der Mitte des Spiels hat man kaum noch etwas von einer Open World gesehen, sondern sich eher von Dungeon zu Dungeon gekämpft, was nicht schlecht war, da die Story so etwas atmosphärischer und schneller erzählt wurde und dadurch an Intensität gewonnen hat. In der Episode war das leider nicht der Fall. Hier hat man sich einfach von einer braunen Grube zur nächsten gekämpft und dann waren die Kämpfe auch noch viel zu einfach, sodass man beim Boss schon leicht überfordert war, da er endlich mal ein normales Maß an Gesundheit und Schlagkraft mitbrachte.

Die Episode Prompto war da leider nicht sehr viel besser, aber dafür komplett anders. Die Episode ging ungefähr 1 1/2 Stunden. Anfangs muss man sich noch mit Prompto durch Gänge schießen, später durch ein etwas offeneres Terrain und dann hat man noch einen sehr großen, maschinellen Endboss, der zwar cool aussieht, aber definitiv zu einfach zu bewältigen ist, da man einfach nichts falsch machen kann.

Schön an den Episoden – und ja, es gibt auch gute Aspekte – ist, dass sich jeder Charakter individuell steuern lässt. Während man mit Noctis und seinen diversen Kampfhaltungen und Waffen noch herumexperimentiert hat, wird einem ein ganz neues Moveset in den DLCs an die Hand gegeben. Gladio hat seine große Klinge, die schwer zu handhaben ist, dafür aber auch viel Schaden anrichtet. Mit seinem Schild kann er sich vor Angriffen schützen. Prompto kann hingegen mit diversen Waffen schießen, deren Steuerung zwar nicht auf einem Shooter Niveau sind, aber dennoch zu bewältigen. Vor allem die Schleichmechanik in Episode Prompto war eine gelungene Neuerung.

Leveln kann man in den Episoden leider nicht, dafür aber im Hauptspiel umso mehr. Die Levelbäume umfassen nämlich nicht nur Noctis, sondern auch die Fähigkeiten seiner Begleiter und die Interaktion im Kampf mit ihnen. So kann man schöne Paraden, Schutzangriffe und Ähnliches nach und nach freischalten, wobei die guten Fähigkeiten so viele Punkte benötigen, dass diese natürlich erst am Ende freizuschalten sind.

Die Kämpfe sind das absolute Augenmerk in Final Fantasy. Sie gehen sehr gut von der Hand, auch wenn sie etwas ungewohnt sind. Sie sehen super aus und man freut sich jedes Mal, wenn man eine gute Kombo mit seinen Begleitern geschafft hat. Zudem kann man spezielle Fähigkeiten der Begleiter nutzen, wenn man diese zuvor durch Kämpfen aufgefüllt hat.

Final Fantasy ist ein sehr gutes Rollenspiel. Neben den sehr gut gestalteten Charakteren, der belebten Spielwelt und den vielen Neben- und Hauptquests, kann man sehr viele Stunden in das Spiel investieren, man kann es aber auch etwas schneller durchspielen, wenn man nur die Hauptquests macht. Davon würde ich aber abraten, da es wirklich interessante, humorvoll gestaltete Nebenaufgaben gibt, die über das Angeln und Fotografieren hinausgehen. So generiert man eine Spielzeit zwischen 25 und 45 Stunden.

Die Welt ist sehr groß gestaltet, sodass man sich entweder mit dem Regalia – Noctis’ Fahrzeug – oder mit einem Chocobo fortbewegen muss, um nicht zu lange Fußmärsche zu benötigen.

Fazit: Insgesamt ist Final Fantasy XV ein sehr gelungenes action-orientiertes Rollenspiel, das alle Elemente in Einklang bringt. Wir haben eine Spur Magie, sehr gute Charaktere, eine gute, aber nicht zu präsente Fantasy Story und sehr viele Gegner, die es gilt, mit guten Kombos auszuschalten. Die DLCs hingegen wirken lieblos und sind viel zu kurz. Natürlich kann man argumentieren, dass sie ja nur 4,99€ kosten, dennoch finde ich es etwas schade, da ich doch sehr lange auf diese warten musste und bis jetzt auch noch nicht die letzte Episode spielen konnte. Wer Final Fantasy mag, wird auch diesen Teil mögen. Für Neueinsteiger ist dieses Spiel wirklich geeignet, da es alles noch einmal erklärt und die Geschichte rundum Noctis ein wenig von den anderen Final Fantasy Teilen losgelöst ist. Der einzige Punkt, der mich im Hauptspiel gestört hat, waren die ständigen Lücken, die absichtlich platziert worden sind, nur damit man sich dann die DLCs kauft. Sollte Episode Ignis auch nur 4,99€ kosten, würde ich vom Kauf des Season Pass abraten, da der dann 10€ mehr als die eigentlichen Inhalte kosten würde. Man bekommt zwar noch einen EP-Booster und Klamotten, aber die sind ehrlich gesagt einfach nicht exotisch genug, um dafür allein 10€ zu bezahlen. Neueinsteiger bzw. alle, die den neuen Teil spielen möchten, sollten sich vorher unbedingt noch den Film “Kingslaive” anschauen, da das das Verständnis des Spiels um einiges steigert. In der Deluxe Edition ist dieser mit dabei, sonst müsste man sich diesen einzeln kaufen. Der Film ist zwar nicht allzu gut und ist meiner Meinung nach viel zu action-lastig, jedoch ist er sehr wichtig, um Lucis in die Welt einordnen zu können und zu erfahren, was genau mit Lucis und Noctis’ Vater passiert ist  und wer daran beteiligt war.

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5 comments

  1. […] Final Fantasy XV wird mitsamt all seinen DLCs auf den Rechner kommen und zwar als „Final Fantasy: Windows Edition“ . Bisher ist Final Fantasy XV auf PS4 und Xbox One erschienen und hat meiner Meinung nach, sehr gut abgeschnitten. […]

  2. […] Final Fantasy XV wird Anfang 2018 erscheinen. Die Konsolenfassung haben wir schon einmal mit allen DLCs, die bisher erschienen sind, getestet: Final Fantasy XV – Ein Final Fantasy für Fans und Neueinsteiger. […]

  3. […] Alle Vorzüge des Spiels könnt ihr euch hier noch einmal anlesen: Final Fantasy XV – Review. […]

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