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Von Drachen und Schwertern: Dragon’s Dogma: Dark Arisen -Rückblickend

Dragon’s Dogma ist vor gut fünf Jahren das erste Mal veröffentlicht worden und zwar für PS3 und Xbox 360. 2016 wurde es dann noch einmal für den PC veröffentlicht und dieses Jahr im Herbst soll es noch einmal für die neue Konsolengeneration erscheinen. Doch lohnt sich der Kauf dieses Spiels immer wieder auf ein Neues?

Dragon’s Dogma ist ein japanisches RPG und dies merkt man dem Titel auch an. Es ist leicht kitschig, sehr heroisch und zeigt teils doch sehr viel Haut und spielt mit der Sexualität der Nebencharaktere. Dies ist der Hauptunterschied zu amerikanischen Titeln, wie etwa Dragon Age oder dem polnischen Titel The Witcher, zumindest was den “rührseligen” Teil betrifft. Diese Aspekte schaden dem Spiel aber keineswegs und formen die Geschichte des Arisen, zu dt. Erweckten, nur umso mehr.

Die Geschichte startet in einem kleinen Fischerdorf namens Kassardis. Unser Hauptcharakter, den wir zuvor eigens erstellen durften, wird Zeuge eines Drachenangriffs und versucht sein Dorf, nur mit einem Schwert bewaffnet, zu verteidigen. Natürlich hat unser Held keine Chance gegen den Drachen und wird von diesem gnadenlos hingerichtet, so könnte man denken, doch der Drache verfolgt ein ganz bestimmtes Ziel. Er möchte unseren Helden, da er sich als so mutig erwiesen hat, herausfordern. Er entnimmt unserem Helden auf nicht ganz unblutige Art und Weise das Herz und markiert ihn als “Erweckten“. Mit dieser Markierung und diesem vom Drachen entschiedenen Schicksal macht sich unser Held auf die Suche nach dem Drachen. Auf dieser Suche wird der Erweckte immer wieder auf Monsterprobleme stoßen und den Menschen in Gransys helfen wollen. Diese lange und beschwerliche Reise muss er jedoch nicht alleine überwinden, denn sogenannte Vasallen schließen sich im flotten Wechsel immer wieder dem Kampf an.

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Das Vasallensystem ist ein besonders ausgeklügeltes System, das dem Spieler an gewissen Punkten im Spiel die Möglichkeit bietet, neue Gefährten (immer zwei) zu rekrutieren, die seinem Level entsprechen oder mit etwas extra Währung (Riftsteine) darüber liegen. Der dritte Weggefährte ist dabei ein Charakter, den wir uns recht zu Beginn selbst in Aussehen und Klasse aussuchen dürfen. Hier haben wir die typischen Rollenspielklassen: Magier, Kämpfer, Streicher.

Das Kampfsystem geht dabei besonders gut von der Hand. Man hat 6 Fähigkeiten und einen Standard- und einen starken Angriff. Die Fähigkeitenangriffe, wie etwa einen besonders schweren Schlag oder eine Startrampe mit einem Schild für einen befreundeten NPC bereitzustellen, sind mit Drücken der Schultertasten zu erreichen. Als Nahkämpfer können wir zwischen Schildschlägen bzw. -Fähigkeiten und Schwertangriffen wechseln. Als Magier können wir zwischen diversen Zaubern, die entweder unterstützend sind, wie z.B. eine Flammenwaffe, oder die einem Angriff entsprechen, wie etwa einen Feuerball auf die Gegner werfen. Der Streicher kann zwischen zwei Dolchen und einem Bogen hin und her wechseln. Zum einen hat er schnelle, starke Schläge mit den Dolchen zur Verfügung und zum anderen kann er mit seinem Bogen einen Pfleilregen heraufbeschwören, der nicht wenig schaden macht und perfekt für Flächenangriffe einsetzbar ist.

Die Begleiter sind teils eine sehr große Hilfe, sie können einen heilen oder einem die Gegner vom Leib halten. Besonders schön ist es jedoch, wenn sie einen Gegner festhalten und darauf warten, dass man diesen dann tötet. Große Gegner muss man nicht etwa durch bloßes Draufhauen töten, sondern muss sie teils vorher erklimmen oder gewisse Rüstungen entfernen, bevor man ihnen schaden kann. Und ja, es ist ein japanisches Spiel und ja, es ist teils echt schwer. Für manche Gegner, vor allem für die Großen, braucht man manchmal bis zu mehrere Minuten und dann kann es auch noch passieren, dass man kurz vor Schluss noch stirbt und den Kampf von Anfang an bestreiten muss. Deswegen ist Speichern in diesem Spiel ein absolutes Muss. Man sollte sich keinesfalls auf die Autospeicher-Funktion verlassen, da diese nur gut alle 30 Minuten speichert.

Neben dem Dark – Souls – Schwierigkeitsgrad kann man auch seine Anleihen an den Rüstungen und Waffen erkennen. Sie sind teils wunderschön gestaltet und jede Rüstung bzw. Waffe sieht anders aus und kann auch in anderen Situationen genutzt werden. Vielen wird wahrscheinlich die Situation bekannt vorkommen, in der man auf eine Personengruppe stößt, die nur dann mit einem spricht, wenn man sich als Frau verkleidet.

Rüstungen und Waffen findet man leider extrem selten, weshalb man sie meist für hart erkämpftes Gold kaufen muss. Die Händler befinden sich in der Regel in größeren Städten, weshalb es nicht allzu oft vorkommt, dass man mal eine neue Rüstung oder eine neue Waffe in den Händen hält. Doch, wenn man mal neues Gear hat, dann macht das auch oft den entscheidenden Unterschied. Rüstungen lassen uns länger bestehen und beschützen uns teils vor den fiesen Blendungs-, Gift-, Feuer- oder Blutungsangriffen der Gegner. Neue Schwerter sorgen dafür, dass wir mehr Schaden machen und schneller durch Gegnerhorden streifen können. Jedes Item in diesem Spiel, gibt einem das Gefühl, es verdient zu haben. Auch Heiltränke sind nicht immer leicht zu finden und daher ist es noch erfreulicher, wenn man denn mal einen hat.

Große Gegner sind besonders oft und gut dargestellt. Wir haben große Greifen, Oger, Zyklopen und andere Wesen der typischen Fantasy – Szene, die ich bislang noch in keinem Spiel in dem Ausmaß gesehen habe, wie in diesem. Die kleinen Gegner sind dabei auch nicht zu unterschätzen. Sie erscheinen meistens in großer Zahl und haben Schilde, Rüstungen und schwere Angriffe, die schon den ein oder anderen Tod bedeuten können.

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Die Hauptquests befassen sich mit der Reise zum Drachen. Wir müssen uns Audienzen, Jagdbescheinigungen und andere Elemente beschaffen, um irgendwann einmal stark genug für unseren Endboss zu sein. Durch dieses strikte Vorgehen bleiben Story Twists leider vollkommen aus. Trotzdem werden wir hin und wieder mal überrascht, indem uns das Spiel vorgaukelt, dass alles wie gehabt wäre, und dann vielleicht doch noch etwas Unerwartetetes geschieht. An einer Stelle legt man sich schlafen und wird dann von einer Bestie geweckt, die gerade dabei ist, die ganze Stadt niederzureißen…

Die Nebenquests variieren stark zwischen den typischen “töte 10 Hasen und 100 Banditen” und den Quests á la “Sammle 10 Blumen”. Manche Quests haben auch mehrere Phasen und eine sehr gute Geschichte, doch diese sind leider eher selten. Letzten Endes müssen wir fast alle Quests machen, da das Spiel so schwer – ich meine natürlich fordernd – ist, dass es ohne die paar extra Stufen nicht wirklich zu bewältigen ist.

Auch wenn es manchmal wirklich schwer ist, den direkten Weg zu gehen, gibt uns das Spiel an manchen Stellen auch die Möglichkeit, direkt zu dem Ort zu gehen, zu dem wir eigentlich wollten, ohne uns in Kämpfe verwickeln zu lassen. Hierfür müssen wir uns aber stark umhören und auch das tun, was uns die Vasallen sagen bzw. was die NPCs in der Umgebung von uns möchten. Die Questmarker sind oft, aber nicht immer eindeutig. Wenn wir z.B. eine “Alte Chiffre” entziffern müssen, müssen wir zuerst Informationen von den Stadtbewohnern einholen. Diese sind erst sehr gesprächig, haben aber leider keinerlei brauchbare Informationen für uns. Erst, wenn wir einen ganz bestimmten Bauern ansprechen, erzählt uns dieser von dem Ort, an dem es weitergeht. Während wir durch die Straßen wandern, erzählen uns unsere Vasallen jedoch schon vorher, dass es ein Gerücht zu einem gewissen Ort gibt. Wenn wir also den Ort aufsuchen, den uns unsere Vasallen nennen, wird die Quest ganz normal weitergeführt, auch wenn der eigentliche Questmarker noch auf der Stadt schwebt und uns glauben lassen möchte, dass wir diese eine Person finden müssten. Nachdem wir aber diesen Ort gefunden haben, klappt es auch mit der Questmarkierung wieder und es scheint sogar von dem Spiel so gewollt, dass wir auf eigene Faust fortfahren. Super!

Auf die anfängliche Frage, ob sich das Spiel immer wieder auf’s Neue lohnt, kann ich keine klare Aussage treffen. Einerseits ist das Spiel wirklich toll. Es vereint alle Fantasy-Elemente, die ich in Teil X von diversen Spielen vermisse. Es ist hübsch, hat viele coole Charaktere, ein gutes Kampfsystem und eine heroische, einfache Story, sodass man in der Open World versinken kann, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, die Hauptquests erst später weiter zu verfolgen. Mehrmaliges Durchspielen scheint auch kein Hindernis zu sein, da die Geschichte schon in den ersten Spielminuten erzählt wird und es rein auf das Gameplay ankommt. Zudem kann man immer wieder neue Klassen wählen und diese ausprobieren. Hier sollte man aber noch erwähnen, dass man im Verlauf des Spiels seinen Charakter und auch seinen Vasallen umskillen kann, weshalb man für den Drang, etwas Neues auszuprobieren, nicht einen neuen Charakter erstellen muss.

Die Grafik hat sich seit der alten Konsolengeneration zum Guten gewandt, ist aber auch nicht überragend. Es läuft flüssig und mindert nicht den Spielspaß. Die Zusatzinhalte, wie der DLCFinstergram” oder die Klamotten, die man zusätzlich erhält, sind praktisch, aber kein wahrer Gamechanger. Hat man das Spiel also schon einmal gespielt, lohnt sich nur dann ein Neukauf, wenn man den DLC spielen möchte. Hat man die PC Version, ist die neue Fassung, die im Herbst 2017 erscheint leider uninteressant. Kennt man das Spiel noch gar nicht, dann sollte man es als Rollenspiel-Fan ausprobieren, wenn man denn Herausforderungen mag.

Fazit: Ich würde es mir jederzeit noch einmal kaufen, da ich sehr viel Spaß an dem Spiel habe und es immer mal wieder spiele bzw. von Vorne anfange. Die Playstation 4 bzw. XBox One Verison finde ich aber uninteressant, da sie keinerlei Neuerung bringt, weder im Bereich Grafik noch im Content Bereich. Für Neulinge und Rollenspielveteranen ist es definitiv einen Blick wert, auch wenn es teils schönere RPGs, dafür aber nicht so vielseitige gibt.

 

 

 

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3 comments

  1. […] Dragon’s Dogma ist eine Remastered Version, die der PC Version, die letztes Jahr erschienen ist, in nichts nachstehen soll. Ob der Titel etwas taugt, erfahrt ihr hier. […]

  2. […] Wer vorab schon einmal die aufgehübschte Variante spielen möchte, kann dies auf PC tun (siehe Review: Dragon’s Dogma: Von Drachen und Schwertern). […]

  3. […] wirklich stolz auf sein im Oktober erscheinendes Remaster von Dragon’s Dogma: Dark Arisen (Rückblickend) zu sein. So spendieren sie nun schon das dritte Vergleichsvideo, das die Grafik zwischen PS4 und […]

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