ReviewRollenspieleRückblickend

Final Fantasy XIII – Teil 1 & 2 Remastered PC – Rückblickend

Final Fantasy gehört zu den größten und ältesten Rollenspiel- Playern. Früher einmal nannten es die Entwickler Final Fantasy, weil es ihr letztes Spiel sein sollte und sie kurz davor waren, Pleite zu gehen. Dem war jedoch nicht so und daher können wir uns nun daran erfreuen, immer wieder neue Teile der teils fantastischen Saga zu spielen, und dies immer wieder auf den neusten und brandaktuellsten Konsolen.

Wieso beginne ich also an dieser Stelle mit Teil XIII und nicht etwa mit Teil 1? Um ehrlich zu sein, habe ich lediglich Teil X und XV bisher gespielt. Teil X fand ich wegen seiner rundenbasierten Kämpfen toll und der neue Teil XV war ein Must Have für die neue Konsolengeneration. Als ich die Teile durchhatte, suchte ich mir weitere Final Fantasy Teile, vorzugsweise auf PC. Das Remaster von Teil XIII – 1 und XIII – 2 kam mir da gelegen.

Immer wenn wir von einem Remaster sprechen, müssen wir uns natürlich erst einmal die technische Seite des Spiels anschauen. Wir sprechen von älteren Spielen, die grafisch zwar hübsch sind, aber auch nicht auf dem neusten Stand sind und daher ja sehr gut auf unseren neuen, verbesserten Rechnern bzw. Konsolen laufen sollten.

Und bei „sollten“ können wir auch sofort beginnen. Ja, Final Fantasy XIII – 1 sieht wirklich gut aus. Die Cutscenes sehen grafisch besser aus, als die In-Game Grafik im neu erschienen FFXV. Die In-Game Grafik ist, wie zu diesem Zeitpunkt sehr üblich, etwas schlechter. Die Charaktere sind schön ausgearbeitet, sie haben alle unterschiedliche, detaillierte und personenbezogene Animationen und Kleidung. Die Umgebung ist anfangs noch überaus schick und verleiht dem ganzen Spiel eine Art von Cyberpunk Charakter. Im weiteren Verlauf des Spiels lässt diese dann leicht nach, indem die Umgebungen ertwas karg und nicht ganz so liebevoll gestaltet sind, wie zu Beginn. Bishin zur Mitte des Spiels durchlaufen wir Schlauchelevel, die höchstens zwei Abbiegungen haben.

In einem Kapitel kommen wir in eine offene Welt, die sich leider fürchterlich zieht und zum Grinden benutzt werden sollte, um den Endboss bestreiten zu können.

Kantenglättung und Schatten können als einzige Features angepasst werden, wobei die Schattenqualität nicht nur ein echter Leistungsfresser ist, sondern leider auch einen ziemlichen grafischen Unterschied macht. Die ursprüngliche PS3 – Version lief in sehr flüssigen 30 fps. Die PC Version läuft je nach Grafikeinstellungen meist in nicht so flüssigen 60 fps, d.h. dass die Kampfanimationen in 30 fps laufen, während das Spielgeschehen weiter mit bis zu 60 läuft. Dies führt dazu, dass einem das Spiel ständig ruckelig vorkommt und den Spielspaß leicht abmildert.

Final Fantasy dreht sich voll und ganz um L’Cie und Fal’Cie. Es gibt also riesengroße, gottähnliche Kreaturen, die die Menschen unterstützen (Fal’Cie) und dafür Leibwachen unter ihnen erwählen (L’Cie), die sie beschützen sollen. Diese L’Cie müssen gewisse Aufgaben bewältigen – ihre Bestimmung. Können sie ihre Bestimmung nicht erfüllen, verwandeln sie sich in Kreaturen, sogenannte C’ieth, die keinen eigenen Willen haben und dazu verdammt sind, Menschen anzugreifen. Wenn sie ihre Bestimmung erfüllen, verwandeln sie sich in einen Kristall und werden unsterblich.

Die Geschichtes spielt hauptsächlich in Cocoon und dreht sich um die Protagonistin Lightning. Diese ist bei der Schutzgarde angestellt und hat, neben ihrem starken Beschützerinstinkt ihrer Schwester Sarah und Cocoon gegenüber, einen sehr eigenen Charakter und fällt immer wieder aus dem sozialen Raster. Wenn ihr ihre Schwester  z.B. verkündet, dass sie heiraten wird, reagiert Lightning sehr aggressiv und teils auch abweisend ihrer Schwester und ihrem Verlobten gegenüber. Neben ihren immer wieder auftretenden Charakterschwächen muss sich Lightning immer wieder großen Gefahren entgegenstellen.

Am Anfang der Geschichte soll eine sogenannte Säuberung durchgeführt werden, die alle Zivilisten in Cocoon beseitigen soll. Diese Zivilisten glauben natürlich, dass sie umgesiedelt werden sollen, um vor dem Grand Pulse (dies ist die zweite Teilwelt in Final Fantasy) Fal’Cie in Sicherheit gebracht zu werden. Hierfür werden sie mit einem Zug zu dem angeblichen Umsiedlungsort gebracht. Hier beginnt dann auch Lightnings Reise und nach einer imposanten Einführungssequenz das eigentliche Spiel.

Lightning möchte in dieser Zeit der Not ihre Schwester finden und retten. Nebenbei rettet sie mal Zivilisten und mal auch spätere Mitstreiter, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Im Laufe dieses Rettungsversuches werden Lightning und ihre Mitstreiter zu L’Cie, die dazu bestimmt sind, Ragnarök auf Cocoon loszulassen  und es somit zu vernichten. Auf ihrer Reise treffen sie immer wieder auf neue Gefahren und sind immer wieder mit der Frage konfrontiert, ob sie ihr Leben für die Rettung Cocoons geben sollen und somit zu C’ieth werden.

Die Hauptmitstreiter sind:

  • Snow: Snow ist Sarahs Verlobter, also Lightnings angehender Schwager. Er ist ein typischer Heldencharakter, der glaubt, die Welt retten zu können und ein Vorbild für andere darstellt. Nebenbei ist er auch noch der Anführer einer Rebellenorganisation – NORA.

  • Sazh: Sazh ist Vater eines Kindes und eher ängstlicher Natur. Anfangs zögert er noch, Lightning zu begleiten und versucht hauptsächlich, zu überleben. Später entwickelt er sich jedoch zu einer Heldenfigur und einem Vater, der für die Rettung seines Kindes durch Feuer geht.
  • Hope: Hope ist ein kleiner Junge, der den Tod seiner Mutter miterleben musste. Er gibt Snow die Schuld hierfür und wird zu Beginn nur durch seinen Hass angetrieben. Im Laufe der Geschichte lernt er aber Grauzonen kennen und bestreitet seinen Weg ganz nach Lightning, die die Rolle der großen Schwester für ihn einnimmt.
  • Vanille: Vanille ist ebenfalls sehr jung und immer fröhlich. Trotz ihres schrecklichen Geheimnisses und ihres Mutes, spielt sie die Rolle des Motivators im Team. Mit ihrer Liebenswürdigkeit rettet sie so manchen Charakter vor sich selbst.

  • Fang: Fang ist eine starke Frau, und dies nicht nur körperlich. Sie ist sehr objektiv, erfasst schnell neue Lagen im Kampf und treibt die Gruppe wie ein Feldmarschall voran. Sie hat einen eisernen Willen und beschützt Vanille, als wäre es ihr eigen Fleisch und Blut.

Jeder einzelne Charakter ist in der Geschichte wichtig und bekommt auch sein ganz eigenes Kapitel, mit seiner ganz eigenen Reise und Entwicklung. Der Kampf zwischen den beiden Teilwelten (Cocoon/Grand Pulse) wird allein von diesen Mitstreitern ausgeführt.

Sie kämpfen entgegen der anderen Teile nicht rundenbasiert, sondern mit sogenannten ATB Balken. Diese füllen sich nach und nach auf und dann kann eine Aktion in Höhe der aufgeladenen ATB Balkenabschnitte ausgeführt werden. Dies hört sich anfangs sehr kompliziert an, geht aber nach einer gewissen Zeit sehr schnell von der Hand. Hierdurch fühlt sich das Spiel sehr actiongeladen an, auch wenn man vielleicht einen leichten Kontrollverlust erleidet, da man immer nur einen Charakter steuern kann. Um die anderen Charakter indirekt zu steuern, kann man Paradigmen festlegen. Hier bestimmt man z.B., dass man einen Brecher, einen Verheerer und einen Heiler hat. Den Verheerer benötigt man, um Critical Hits auszulösen, den Brecher für Schaden und den Heiler, um Charaktere zu heilen oder wiederzubeleben. Diese Paradigmen kann man im Menü anlegen und während des Kampfes beliebig oft wechseln. Sollte man dann auf einfache Gegner treffen, braucht man ja schließlich keinen Heiler. Weiter gibt es auch noch die Rollenklassen: Verteidiger, Augmentor und Manipulator. Der Verteidiger zieht das Feuer auf sich, der Augmentor verbessert die eigenen Fähigkeiten und der Manipulator debuffed den Gegner, fügt ihm also nachteilige Effekte hinzu. Das System wird nach und nach immer komplexer und für so manchen Bosskampf müssen die Paradigmen gut überlegt sein.

Man kann zwar auch neue Waffen und Schmuck finden, meistens reicht es jedoch, die vorhandenen Waffen aufzuleveln, was wirklich schade ist.

Die Charakter selbst kann man leveln, indem man ihnen durch Erfahrungspunkte (Kristallpunkte) Fähigkeiten im Kristarium freischaltet. Da alle Charakter später mindestens drei Rollen zugewiesen bekommen, muss man ab einem bestimmten Punkt im Spiel sehr viel grinden. Die Fähigkeiten, die man freischalten kann, können von ganz nett bis absolut lebensrettend kategorisiert werden. Es gibt zwei Heiler im Spiel. Der eine Heiler bekommt schon recht am Anfang die Wiederbeleben-Fähigkeit, der andere erst gegen Ende des Spiels. Hier ist also eine taktische Einsetzung der Charaktere gefragt.

Einer der wichtigsten Aspekte dieses Spiels sind die Bosse. Und ja, die machen wirklich richtig viel Spaß. Im Gegensatz zu anderen Spielen sind die Bosse nämlich groß, böse, teils unfair und bestehen aus mehreren Phasen. Wie kann also ein unfairer Boss Spaß machen? Jeder Tod in dem Spiel ist wie eine Ohrfeige. Sie tut weh und wir würden am liebsten heulen und ausmachen, einfach die Konfrontation beenden. Doch können wir mit dem Gefühl leben, die Gelegenheit ausgelassen zu haben, dem Konkurrenten ebenfalls eine Ohrfeige verpasst zu haben? Natürlich nicht. Mag sein, dass man nicht jeden Boss beim ersten Versuch hinbekommt, vielleicht auch nicht beim Zweiten. Aber wenn man es dann geschafft hat, ist es ein unglaublich befriedigendes Gefühl und spornt einen an, weiterzumachen. Denn, wenn man diesen einen Boss, der einen so gequält hat, endlich gelegt hat, dann schafft man auch den Rest – so denkt man. Der letzte Boss in dem Spiel ist eine echte Tortur. Er ist nämlich in dem Sinne unfair, dass es eine 30%ige Chance bei jedem seiner mächtigen Angriffe gibt, dass er den Gruppenführer tötet. Ist der Gruppenführer tot, beginnt der Boss-Kampf von vorne. Dies ist so frustrierend, dass man spätestens nach sechs kläglichen, 20 minütigen Versuchen im Internet nachschaut, wieso das denn nicht so klappt, wie man das gerne hätte. Um spoilerfrei zu bleiben, sagen wir mal, dass es ein Item gibt, das einen einmal vor dem Tod bewahren kann und dass man dieses Item bis zu dreimal anziehen kann und somit seine Überlebenschance auf 90% anheben kann.

Fazit: Final Fantasy ist ein absolut tolles, emotionales und strategisches Spiel. Es macht unheimlich viel Spaß und auch das Remaster ist ganz gut gelungen, mal abgesehen von dem ein oder anderen Frame – Problem. Allerding hat mich der letzte Boss so sehr frustriert, dass ich das Spiel für ganze vier Wochen von der Platte löschen musste, um meinen Controller nicht weiter zu schädigen. Da mich der Boss aber einfach nicht loslassen wollte, habe ich ihn noch einmal versucht, und ihn auch geschafft – YAY!

Eigentlich wollte ich noch etwas zum zweiten Teil der XIII Reihe schreiben, jedoch ist er auf meinem Rechner leider unspielbar, so kann ich euch nur den ersten Teil ans Herz legen, da er alles vereint, was ein Final Fantasy ausmacht. Der zweite Teil ist in den meisten Retail Editionen dabei und somit keine Geldverschwendung. Ich habe ihn auf PS3 gespielt und muss sagen, dieser Teil lohnt sich ebenfalls. Er hat eine gute Story und macht auch sehr viel Spaß, gerade da man hier nicht mehr so oft die Charaktere wechseln muss.

Ihr habt Final Fantasy XV gemocht? Dann traut euch auch diese Reihe zu spielen, sie wird euch nicht enttäuschen.

 

One comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*