RückblickendShooterVideospiel

Battlefield 1 – Rückblickend

Krieg ist brutal, er fordert Opfer und ist niemals gerecht. Der schlimmste Krieg, den die Menschheit je gesehen hat, ist jetzt 103 Jahre her und hat Millionen von Menschen das Leben gekostet. Allerdings ging es vielen Überlebenden sehr viel schlechter, verstümmelt und invalide bis zum Lebensende. Der erste Weltkrieg war ein Weltenbrand, ein Krieg, der noch nie zuvor dagewesen war. Es gab nicht einen Krieg, ein großes Übel, es gab viele Kriege und viele Fronten, die früher oder später, durch Verträge und Gier zu einem großen Weltkrieg wurden. Ohne diesen Krieg hätte es vermutlich den 2. Weltkrieg und den Kalten Krieg niemals gegeben. Allerdings ist es so gekommen, wie es jetzt ist.

Aber wieso fange ich so depressiv an?

Eigentlich ganz einfach, denn Krieg ist nicht lustig, Krieg macht keinen Spaß und Krieg fordert immer Leben und das meist von den Menschen, die ihn nicht verschuldet haben. So ist meiner Meinung nach Krieg eigentlich ein furchtbares Thema. Gerade in Videospielen wird Krieg meistens etwas lasch und viel zu lustig und emotionslos dargestellt. Aber trotzdem haben die meisten Nerds bzw. Spieler genau an diesem Szenario Spaß. Auch ich empfinde es als Spaß in Call of Duty oder Battlefield über das Schlachtfeld zu rennen, meine Kills zu machen und vielleicht sogar mit meinem Team der Beste zu sein.

Verdun heute

Dabei hört sich Vieles in diesem Zusammenhag, eigentlich völlig falsch an, denn in der Realität würde ich niemals jemanden Schaden wollen oder sogar selber in einem dieser Kriege kämpfen wollen, denn gerade der erste Weltkrieg war schlimm und so brutal, wie es noch nie ein Krieg zuvor war oder jemals wieder werden würde. Aber trotzdem habe ich Spaß und um jetzt endlich mal zum Thema zu kommen, Battlefield 1 hat mir wieder einmal gezeigt, das Krieg in Videospielen ein bombastisches Effektfeuerwerk sein kann, und dass alles, ohne Skripte und vom Entwickler geplante Ereignisse. Trotzdem fühle ich mich auch manchmal fehl am Platz, da ich weiß, wie schlimm dieser Krieg war und wie viele Menschenleben er gefordert hat. Gerade, wenn man sich heute mal Teile von Frankreich anguckt, sieht man immer noch die Krater und findet in den Wäldern Munition und anderen verrosteten Schrott. Aber trotzdem empfinde ich Spaß an Shootern, welche auch so dunkle Epochen behandeln, denn sie können einem auch ein Mahnmal sein: Krieg ist immer schlecht. Aber kommen wir jetzt erst einmal zum eigentlichen Thema.

Battlefield 1 behandelt den ersten Weltkrieg, ich denke mal, dass ist jetzt deutlich. Es versucht dabei auch nicht, historisch korrekt zu sein, zeigt einem aber trotzdem, dass es nicht nur die Westfront gab. Dies ist schon einmal ein Merkmal, welches einem zeigt, welche Ausmaße dieser Krieg hatte. Die Kampagne ist in mehren Episoden unterteilt, wovon nur die Erste wirklich spielenswert ist, da diese einem ein bisschen die beklemmende Atmosphäre des ersten Weltkriegs zeigt. Besonders sticht hier auch der Prolog heraus, der einem einen Ausweglosen Kampf zeigt. Es wird zumindesten stellenweise ein verzweifelter Kampf gezeigt, welcher einem Angst machen kann und einem eine ziemlich harte und vor allem beängstigende Atmosphäre liefert.

Der Multiplayer von Battlefield 1 ist hier allerdings der Diamant im Inneren. Denn die Atmosphäre und Dichte der Gefechte ist hier sehr viel extremer. Es gibt zum einen die Standard Battlefield Modi wie etwa: Eroberung, Team-Deathmatch, Vorherrschaft und Rush, aber es gibt auch erstmals die sogenannten Operations. Diese sind allerdings ein ganz anderes Kaliber, da dieser Modus eine Mischung aus Storymission, Eroberung und Rush ist. Es geht darum, eine Reihe von historischen Schlachten nachzuspielen. Es gibt wie immer zwei Teams, wobei ein Team versucht, etappenweise Flaggen zu erobern, um die Verteidiger, also das andere Team, immer weiter zurückzudrängen. Meistens arten diese Runden gerade bei sehr ebenbürtig Teams sehr schnell zu Stellungkämpfen aus, eben wie im ersten Weltkrieg. Gerade diese Missionen sind mit insgesamt 64 Spielern sehr atmosphärisch und geben einem ein richtiges Kriegsgefühl. Es gibt meistens keine ruhigen Positionen mehr. Plötzlich können Angreifer über den Hügel stürmen oder die Verteidiger haben ihre Positionen so stark befestigt, dass es den Angreifern kaum gelingt, hinter die feindlichen Linien zu gelangen. All das macht dieses Gefühl von Krieg und dieser Bedrückung sehr real, allerdings immer noch so, dass es nicht wie eine Simulation ist und immer noch Spaß machen kann.

Das Kern-Gameplay ist wie in jedem Battlefield. Es gibt vier Klassen: Ingenieur, Medic, Support und Späher. Alle Klassen haben ihre eigene Aufgabe und sollten Hand in Hand spielen, um das Missionsziel zu erreichen. Allerdings sieht die Realität meistens etwas anders aus, da es entweder zu viele Sniper gibt oder zuviele Ingenieure, welche Maschinenpistolen haben. Einige Medics beleben gar nicht wieder, andere sofort, sodass man direkt noch einmal stirbt. Das alles trügt manchmal zum Bild von Battlefield 1 bei. Der größte Kritikpunkt ist aber, dass es keine große Waffenanpassung gibt. Es gibt also keinerlei Aufsätze, man kann nur Tarnung, Rückstoßverhalten, Zoom und die Form des Visiers ändern. Es gibt aber Waffenvarianten, welche man sich mit sogenannten Kriegsanleihen freikaufen kann. Diese bekommt man mit den Rangaufstiegen. Leider ist dieses System kein Ersatz für das sehr umfangreiche Freischaltsystem aus Battlfield 3 und 4.

Im März kam dann aber endlich etwas mehr Schwung in Battlefield 1, denn mit dem ersten DLC kamen neue Maps, neue Waffen, neue Operationen und ein neuer Modus. So kam mit dem Frontlines Modus endlich mal etwas mehr Stellungkrieg ins Spiel. Es gibt immer eine Flagge, welche von beiden Teams erobert werden muss. Kommt drauf an, welches Team die Flagge erobert, verschiebt sich die Frontlinie immer mehr in die Richtung des Verlierers. Dieser Modus macht besonders mit einem fähigen Squad, eine Gruppe aus fünf Spielern, besonders viel Spaß, da man so auch schon mit wenigen Spielern eine Runde entscheiden kann und das nur durch Kommunikation und Taktik. So kam auch die französiche Armee ins Spiel, als Fraktion, und die Maps hatten das Thema, Westfront bzw. Verdun.

Die Zukunft von Battlefield 1 sieht trotz des Releases von Star Wars Battlefront 2 immer noch rosig aus, da DICE LA die Entwicklung und die Wartung von Battlefield 1 übernommen hat. So können sich Fans sicher sein, dass Battlefield die Liebe und Zuneigung bekommt, die es benötigt, um sich immer weiter zu verbessern. So erscheinen über den Sommer hinweg monatlich eine neue Map, für Season Pass-Besitzer, darunter zwei Nacht Maps, wovon eine schon im Juni released wurde und die Zweite noch im Juli kommt. Im August erwartet uns dann aber ein besonderes Schmankerl, denn die erste Map aus dem September DLC kommt als kleiner Vorgeschmack. Desweiteren sind auch noch Klassenspezifikationen angekündigt. So können wir nur hoffen, dass Battlefield noch tiefgreifender und spannender wird, als es jetzt schon ist.

Fazit:

Battlefield 1 ist auch acht Monate nach Release immer noch ein Brett und der beste Shooter, welcher letztes Jahr herauskam. Technisch und Grafisch ein Genuss, gerade Grafisch reißt die Frostbyte Engine wieder einmal Bäume aus. Sogar auf Konsolen läuft Battlefield 1 mit 60 FPS und liefert immer noch eine geniale Grafik. Nur die Community ist etwas schlechter geworden. Auf der einen Seite stehen die Casuals, welche niemanden wiederbeleben oder überhaupt das Spiel nicht verstehen. Auf der anderen Seite stehen die „Pros“, welche andauernd all jene, die schlechter sind, als Noobs beleidigen. Ohne Public-Voice und Text-Chat ist es ein richtig guter Shooter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*