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Fifty Shades of Prey – Review

Am 5. Mai dieses Jahres kam das von vielen Menschen lang erwartete Prey heraus. Aber was ist Prey und spielt man da nicht einen Indianer? Eben das nicht mehr: Prey ist quasi ein Reboot und repräsentiert nicht mehr die coole Geschichte um einen Alien-tötenden amerikanischen Ur-Einwohner oder wie im zweiten Teil angedacht: einen harten Ex-US-Marschall, der jetzt intergalaktischer Kopfgeldjäger ist. Der zweite Teil wurde sogar gecanceled und wird leider nie so erscheinen, wie es einmal angedacht war, obwohl das Gameplay bzw. der erste Trailer extrem gut war.

Aber was bedeutet Prey eigentlich?

Prey bedeutet auf Deutsch soviel wie Beute oder das Beutetier und wie Beute sollt ihr euch auch im neuen Prey fühlen. Ihr werdet von Aliens gejagt, die ihr Erscheinungsbild ändern, Menschen kontrollieren oder sogar Maschinen kontrollieren können. Ihr seid zu keiner Sekunde sicher, aber das ist leider auch ein Problem. Denn ihr habt oft viel zu wenig Lebensenergie und noch viel weniger Munition, um euch diese Viecher vom Hals zu halten. So werdet ihr schnell zum One-Hit-Kill für Aliens und habt Frust an Stellen, die eigentlich relativ einfach sind. Doch Prey hat auch Mechaniken, die sehr interessant sind.

Zum einen gibt es eine interessante Craftingmechanik, welche es euch erlaubt, Schrott zu Recyceln, um an wertvolle Rohstoffe zu kommen. Diese erlauben euch  Monition, Medikits, Waffen und Neuromods zu craften. Problem ist nur, dass man immer Recycler und Werkbänke (eher 3D-Drucker) suchen muss und so andauernd das Inventar mit Schrott voll gestopft ist. Dies relativiert sich aber, da ihr Recycler-Granaten findet, die alles im Explosionsradius recyceln, jedoch müsst ihr trotzdem noch Werkbänke finden, um Items zu craften. Besonders ärgerlich ist es, kurz vor einer Werkbank zu sterben, da Heil-Items und Munition rar sind, die Aliens viel aushalten und ihr verdammt schnell sterbt.

Was heißt hier schnell sterben und wie sieht das allgemeine Gameplay aus?

Allgemein bewegt ihr euch in Prey immer wieder am Rande des Todes, da es viele Gefahren auf der Talos I gibt, denn in Prey erkundet ihr die Station, um Schlüsselkarten, Passwörter oder Safe-Kombinationen zu finden. Alles, was ihr findet, kann euch eurem allgemeinen Ziel näherbringen oder neue Side-Quests auslösen. Viel fühlt sich an wie in einem BioShock oder sogar Dark Souls. Ereignisse werden kryptisch erzählt und müssen über E-Mails oder Audiologs verfolgt werden. So findet ihr dann auch die Schlüsselkarten oder Kombination und diese sind extrem wichtig, um euch das leben sehr viel einfacher zu machen, denn wollt ihr euch nicht neue Wege bauen oder die ganze Zeit Alienkräfte einsetzen, um Türen öffnen zu können. Viele lassen sich dabei auch hacken, aber einige kritische Bereiche, welche für die Story wichtig sind oder in denen krasse Items liegen, könnt ihr halt nur via Schlüsselkarten oder Codes öffnen.

Was bedeutet „Bauen“ und was bedeutet „Hacken“?

Wie in einem Spiel der Arkane Studios üblich, gibt es keinen Weg, der euch zu 100% vorgeschrieben wird, viel mehr gibt es ein Ziel, dass ihr erreichen müsst, und das kann auf verschiedene Arten passieren. Zum einen findet man die sogenannte Gloo-Kanone, mit der man Gegner „verkleben“ oder aber auch Wege und Treppen bauen kann, um an Orte zu gelangen, welche sonst nicht erreichbar wären.

Zum anderen gibt es die sogenannten Neuromods, diese teilen sich in „normale“ Fähigkeiten und typhon Fähigkeiten auf. „Normale“ Fertigkeiten sind zum Beispiel: Mehr Lebensenergie, hacken oder Inventarerweiterungen. Also alles, was man so als Standard kennt aus Spielen wie Dishonored oder Deus Ex. Dann gibt es aber noch die typhon Fähigkeiten, diese sind anders und beschreiben telepathische oder telekinetische Kräfte. So können wir Gegner oder Gegenstände von uns wegstoßen oder schweben lassen, aber uns auch in Gegenstände verwandeln. So kann man sich in eine Tasse oder ein Paket verwandeln, um durch enge Gänge zu kommen oder in ein Geschütz, um Gegner effektiver anzugreifen. Aber eine Fähigkeit hat mich extrem gefrustet: das Hacken. Denn ohne Controller ist hacken mit der Tastatur sehr schwer und einfach nur frustrierend. Eine Tastatur erlaubt kein präzises Steuern durch ein Labyrinth und dann soll man auch noch eine zufällige Taste auf der Tastatur drücken. Das alles ist mit dem Controller einfacher und präziser, jedoch gibt es die Möglichkeit, das Hacken per Maus zu steuern.

Wie sieht denn das Quest-Design aus?

Eigentlich extrem cool und spannend, jedoch kann man sich extrem schnell verlaufen, wenn man nicht häufig das Quest-Log öffnet, um spezielle Namen, Notizen oder E-Mails nachzulesen. Für Letzeres müssen wir sogar am Besten alle möglichen, benutzbaren Computer im Spiel ansteuern. Auch gibt es die Möglichkeit, interessante Side-Quests zu finden, welche von den Fehden oder Problemen einzelner Besatzungsmitgliedern erzählen. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: die Ladezeiten sind enorm. Gerade Richtung Ende, wo man eh nur noch von Gebiet zu Gebiet huscht, nerven diese. Aber das Ende ist relativ überraschend und man versteht nicht mehr so ganz, was passiert ist. Alles in Allem ist die Story eine gelungene Erfahrung. Gäbe es da nicht einige kleinere technische Mängel.

Technische Mängel, aber alle sagen das Spiel läuft gut?

Richtig, allerdings ist die Steuerung auf Computer teilweise einfach nur anstrengend, bestes Beispiel ist hier das Waffenwechseln. Wenn ihr das Mausrad dreht, öffnet sich ein Radial-Menü, das sehr stark auf eine Controllersteuerung ausgelegt ist. So gibt es keine Taste, um während des Kämpfens Medikits zu benutzen oder seine Fähigkeitspunkte wieder aufzufüllen.

Aber genug zur Steuerung. Kommen wir zur Performance. Diese ist trotz CryEngine extrem gut und sogar auf Konsolen läuft Prey meistens mit 30 FPS. Hier und da gibt es kleine Ruckler, aber nichts weltbewegendes. Auf PC ist Prey allerdings hochperformant und läuft schon auf Mittelklasse-Rechnern mit 60 FPS, auf High-End Gaming Maschinen können Konstante 144 FPS erreicht werden. Das ist besonders wichtig für Besitzer eines 144 Hz Monitors. Jedoch kommt die Performance auf Kosten der Grafik, denn Prey sieht einfach nicht aus, wie ein CryEngine-Spiel. Es sieht allerdings auch nicht schlecht aus.

Allerdings gab es auf PC andere starke Probleme. So konnten nach mehreren Stunden einfach Spielstände kaputtgehen oder es konnte eine Mission nicht abgeschlossen werden. Diese Probleme wurden aber jetzt nach „nur“ einer Woche behoben.

Also Ende gut alles gut?

Zu guter Letzt muss ich sagen, am Ende ist Prey eine nette Mischung aus bereits Erlebten, mehr aber auch nicht. Prey bietet kaum interessante Neuerungen oder extrem ausgefallene Mechaniken. Man hat jede Minute das Gefühl, das man das schon irgendwie einmal gespielt hat. Mal fühlt es sich wie ein BioShock an, mal wie ein Deus Ex oder sogar wie ein Dark Souls, wenn man panisch auf alles drauf schlägt, um getarnte Gegner zu finden. Es ist jedoch ein nettes Spiel, um das Warten zu erleichtern. Denn irgendwann kommt hoffentlich mal ein BioShock 3 oder ein Deus Ex Nachfolger. Schlimmer wird es wohl nur für die Gamer sein, die noch SystemShock kennen. Dann fühlt es sich wahrscheinlich eher wie ein SystemShock 3 an. Leider kommen auch Fans des Ur-Prey nicht auf ihre Kosten. Bethesda’s Prey hat rein gar nichts mehr mit seinem Namensvetter zu tun. Trotzdem ist Prey eine interessante Mischung aus Shooter, Survival und Erkundung, nur leider hat man alles schon einmal gesehen.

Ich hoffe, euch hat die Review gefallen und lasst eure Meinung zu Prey mal da, sei es hier auf der Seite oder auf Facebook

Von uns getestet die PC Version

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