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PlayerUnknown’s Battlegrounds – Revolution im Multiplayer?

In einer Welt, in der Shooter, wie Battlefield und Call of Duty, immer mehr für den kleinen Mann zugeschnitten werden, kommen immer mehr „Indie“– oder auch „Early Access“-Games, welche versuchen, das alte Spielgefühl einzufangen. Viele dieser Shooter bieten allerdings nicht die Standardmodi, einige versuchen sich in Richtung einer Militär-Simulation zu entwickeln, welche hart, dreckig und verdammt realistisch ist. Jedoch gibt es PlayerUnknown, ein Entwickler, welcher in ArmA den Spielmodus „Battle Royal“ erschaffen hat. Sein richtiger Name ist Brendan Greene und er ist Creative Director bei Bluehole.

Bluehole hat sich über die Jahre eigentlich auf MMORPGs, wie Tera oder Devilian konzentriert und hat mit Shootern oder anderen PvP-Spielen eher wenig am Hut, doch nach dem Brendan Greene, Sony Entertainment Online oder – wie sie sich jetzt nennen – Starbreeze Studios verließ, fing er an, seine eigene Vision eines „Battle Royal“-Games zu verwirklichen. Also startete er auf Kickstarter eine Kampagne, um PlayerUnknown’s Battlegrounds zu finanzieren und siehe da: Hier sind wir nun und können via Steam die „Early Access“-Variante spielen. Jedoch hat er vorher, bei Starbreeze, seinen größten eigenen Konkurrenten erschaffen: H1Z1 King of the Kill, ehemalig H1Z1 Battle Royal.

Aber was ist „Battle Royal“ eigentlich und muss ich dafür Royal sein?

„Battle Royal“ wurde als ArmA II Mod erschaffen, ähnlich wie DayZ nur, ohne Zombies, Hunger oder Durst, denn es ist eigentlich ein riesiges Deathmatch, in dem es ums nackte Überleben geht. Allerdings ohne Zeitbegrenzung und mit Perma-Death, bedeutet, eine Runde geht so lange, bis es nur noch einen letzten Überlebenden gibt. Jedoch ist die Kartengröße nicht so niedlich, wie in einem Battlefield oder so mickrig, wie in einem Call of Duty, denn es wird auf einer Karte von Acht mal Acht (8×8) Kilometern gekämpft, bedeutet, wir haben 64 km2, auf denen wir ums nackte Überleben kämpfen müssen.

Nun, die Map ist halt groß und es gibt keinen Respawn, aber was fühlt sich da jetzt so anders an als bei einem Battlefield oder Call of Duty?

Eigentlich ganz einfach: Ihr Startet ohne Waffen, Panzerung oder Medikits, denn es gibt keine Health-Regeneration oder Ähnliches, bedeutet, jedes Ausrüstungsteil müsst ihr euch exklusiv für eine Runde besorgen. Das heißt auch, man sollte keine Lieblingswaffe suchen, sondern einfach erst mal nehmen, was es gibt. Das Einzige, was ihr so freischalten könnt, sind kosmetische Items, also Jacken, Shirts und Schuhe. Auch gibt es keine Festen Spawnpunkte, ihr startet in einem Flugzeug und dieses fliegt in einem zufälligen Winkel über die Karte, jedoch entscheidet ihr, wann ihr raus springt. Ihr könnt am Rand der Karte zu einzelnen Häusern und Siedlungen oder in die gefährlicheren Städte, wo euch jederzeit ein Hinterhalt eines anderen Spielers erwartet. Gespielt wird außerdem mit einhundert anderen Spielern, also erwartet nicht, dass ihr bis zum Ende unentdeckt, und ohne Verletzungen davon kommt.

Um zu verhindern, dass Runden unendlich Lange gehen, wird die Karte mit einem Kreis eingegrenzt und regelmäßig verkleinert, heißt so viel wie: Am Ende spielt sich der ganze Spaß in einem sehr kleinen Bereich ab.

Warum ist „Battle Royal“ oder PlayerUnknown’s Battleground jetzt so eine Hoffnung für Shooter-Fans?

Auch diese Frage kann man eigentlich kurz und knackig beantworten: Es bringt frischen Wind in das Genre. Es geht nicht mehr darum, wer die besten Extras und das beste Loadout hat, vielmehr geht es darum, den besten Absprungpunkt zu finden, guten Loot zu haben und dann muss man auch noch extrem vorsichtig sein. Denn jedes Feuergefecht kann mehr Spieler anlocken, es ist ja schließlich extrem einfach, verletzte Spieler zu killen und somit schon mal mögliche Gefahren zu dezimieren. Andererseits könnt ihr euch auch auf eure Fähigkeiten verlassen und einen Gegner nach dem anderen wegholen, so oder so, am Ende müsst ihr kämpfen, denn zehn Spieler auf einem 10×10 Meter Feld funktioniert in einem Deathmatch nicht. Aber am Ende zählt nur noch der Spaß, und dass man Freude am Spiel selber und nicht nur am Gewinnen hat.

Du hast ein anderes „Battle Royal“-Spiel erwähnt, H1Z1 oder so?

Richtig, „H1Z1 – King of the Kill“, daran hat Brendan auch gearbeitet, H1Z1 verfolgt dasselbe Prinzip wie Battlegrounds, jedoch mit mehr Spielern, insgesamt 200 und einer etwas nervigen Crafting-Machanik, welche einen dazu zwingt, Panzerung selber zu craften. Leider ist die Grafik auch sehr schlecht und es steckt auch noch im Early Access Programm fest. Interessanterweise entspringt es aber dem Hauptspiel von H1Z1, einem Spiel, welches ähnlich wie DayZ funktioniert. Trotzdem gibt es viele Liebhaber von King of the Kill.

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Ok ok, also Battlegrounds ist nach deiner Meinung aktuell das beste „Battle Royal“-Spiel?

Richtig, allerdings gibt es Szenarien, welche genauso gut funktionieren würden, zum Beispiel: The Division. Dort gibt es ja die sogenannte Dark Zone oder sogar das Survival DLC, hier hätte Ubisoft die Möglichkeit, ein sehr gutes „Battle Royal“ draus zu machen, denn gerade Survival würde sich dazu eignen, da es fast alle Mechaniken schon mitbringt, außer die verkleinernde Spielfläche und den Deathmatch Aspekt, denn es gibt einen PvP-Modus, welcher es erlaubt, andere Spieler während einer Session abzuschießen.

Aber leider geht es trotzdem später nur noch darum, dass bestimmte Items und man aus dem Gebiet per Extraktion flüchtet, schade drum, denn UbiSoft hat es versäumt, den ersten „Battle Royal“-Modus auf Konsole anzubieten.

Dies aber nur als kleinen Exkurs zum Thema: Möglichkeiten, denn es geht ja auch eigentlich um PlayerUnkown’s Battlegrounds.

Was willst du denn aber jetzt aussagen?

Das ist eine Frage, welche ich mir oft beim Fragen gestellt habe, denn eigentlich wollte ich eine Review schreiben, dass hat sich allerdings nun erledigt, denn beim Schreiben ist mir aufgefallen, dass Battlegrounds bzw. das gesamte „Battle Royal“-Genre etwas geschafft hat, was zuletzt nur Rainbow Six: Siege schaffen konnte: Es begeistert mich einfach und das in einer Zeit, in der wir schon alles gesehen haben, sei es der erste Weltkrieg oder Kriege einer fernen Zukunft, etwas Neues. Diese Konflikte sind vielleicht mit krassen Explosionen und überwältigenden Schlachten inszeniert, allerdings ist das Gefühl, als Letzter von einhundert anderen Spielern zu überleben, einfach genial und sollte auch in Zukunft bedient werden.

Aber wie so oft wird sich ein Indie-Titel vermutlich niemals mit den großen Publishern, wie Activision oder Electronic Arts durchsetzten können. Die jährliche Iteration von Call of Duty wartet mit dem zweiten Weltkrieg auf und Electronic Arts versucht sich an einem zweiten Star Wars Battlefront, alles bombastische über-inszenierte Titel, welche einem auf dem Schlachtfeld keine Sekunde Ruhe gönnen werden, und dass alles nur um ein Jahr später den nächsten Titel zu veröffentlichten.

In vielerlei Hinsicht ist das gesamte „Battle Royal“-Genre  so viel langweiliger, ohne dauernde Explosionen und pompösen Schlachten, aber genau das macht es richtig! Es braucht keine ununterbrochene Action, um intensive Momente zu schaffen. Es reicht schon die Angst vor der nächsten Auseinandersetzung und ein wenig Zeitdruck. Natürlich habe ich selber schon einmal Lust auf den schnellen Kick eines Call of Dutys, allerdings bringen mir intensive Erfahrungen viel schönere Erinnerungen.

Für die Zukunft hoffe ich, dass gerade „Open World“-Titel wie ein GTA oder Watch_Dogs solche Spielarten anbieten und einem einfach mal andere Möglichkeiten zeigen, ihre Welt zu betrachten.

Natürlich ist es wichtig, diese „Casual“-Modi, wie Deathmatch, Team Deathmatch oder Eroberung anzubieten, aber auch großen etablierten Marken würde etwas Mut und etwas mehr Komplexität gut tun.

Ich hoffe, euch hat mein kleiner Ausflug in meine Gedankenwelt und vor allem in das „Battle Royal“-Genre gefallen und es öffnet euer Herz etwas für anspruchsvollere Spiele, wie PlayerUnknown’s Battlegrounds. Hinterlasst doch einfach mal eure Gedanken zum Thema und nutzt die Kommentarfunktion auf der Seite oder noch besser auf Facebook.

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