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Little Nightmares – Review

Ich habe mich im Vorfeld ja sehr auf das Spiel gefreut, das war ja bereits im HYPE Artikel zu lesen. Und so kaufte ich mir das Spiel gleich zum Release, musste jedoch noch ein paar Tage warten, da Timo und ich es gemeinsam spielen wollten. Schließlich sind und waren wir beide große Fans von Limbo und Inside.

Die düstere Atmosphäre und beklemmende Stimmung, die in Trailern und in Screenshots zu erahnen war, zog gleich all meine Aufmerksamkeit auf diesen kleinen Titel. Was mir auch wieder zeigt, wie viel Wirkung ein Spiel haben kann und dabei müssen keine drei großen A’s davor stehen. Entwickelt wurde das Spiel von den Tarsier Studios, die in Schweden ansässig sind und in der Vergangenheit exklusiv mit Sony zusammen an verschiedenen Titel wie Little Big Planet oder Tearaway Unfolded zusammen arbeiteten. Nun haben Sie sich vom großen Japaner gelöst um ganz auf eigenen Beinen zu stehen. Zusammen mit Bandai Namco war es Ihnen möglich erstmalig auf verschiedenen Plattformen gleichzeitig aktiv zu werden.

In Little Nightmares spielt ihr die neun Jahre junge, kleine, zierliche und im Friesennerz gekleidete Six. Weshalb sie nach einer Zahl benannt ist, weiß wahrscheinlich nicht einmal Sie selbst. Spielt auch keine weitere Rolle, oder doch? Ich weiß es bis jetzt ehrlich gesagt nicht so ganz genau. Ihr erwacht in einem schäbigen kleinen Raum und macht euch gleich Barfuß auf die Socken. Ihr könnt springen, greifen und ein kleines Licht entzünden. Gesprochen oder tiefgreifende Dialoge oder Monologe werden nicht gehalten. Da mag man vielleicht glauben, das es doch schwer für einen Plattformer sei, eine gute Geschichte zu erzählen. So ganz ohne Worte und ohne mehr über die Welt im Detail zu erfahren. Falsch gedacht. Denn wie auch schon bei Limbo oder Inside trägt und erzählt die Geschichte sich von selbst. Ganz nach dem Motto: „Wenn du nicht losgehst, kommst du nie an.“

So erlebt und erfahrt ihr eine Vielzahl von Gefahren. Ihr könnt tief fallen oder von wirklich widerlich und verstörten Lebewesen gefangen werden. Da gibt es zu einem den langärmigen Puppenmeister, der nichts sieht aber eine feine Nase und ein gutes Gehör besitzt. Oder die schniefenden und keuchenden Chefköche, die zwar nicht so sensibel mit ihrem Gehör sind, euch dafür aber auch schon aus der Entfernung sehen können und irgendwann auch zu zweit nach euch suchen. Und später … ja später gibt es noch mehr. Ohne zu viel zu verraten.

Grafisch ist der Titel absolut sehenswert und kommt in einem düsteren Setting daher. Auch da mag man Kritik anwenden und sagen, viel Abwechslung gibt es nicht. Ich finde schon, auch wenn Sie nur im Detail liegen und nicht so häufig auftreten. Aber vielleicht ist das ja auch gerade der Reiz? Denn, die Art Insel auf der wir uns befinden, ist nun eben kein bunter und fröhlicher Spielplatz. So lauft ihr viel durch grau und wandert in großen Schatten. Besucht aber auch private Zimmer von den oben genannten Personen und erlangt so einen kleinen Einblick – in was auch immer.

Der hohe grafische Anspruch wird auch bei der Vertonung gehalten. Neben den Geräuschen ist die Titelmusik, die Hintergrundmusik und sind die Effekte einerseits gut platziert und andererseits passend zum Thema sehr gut gewählt. Es wird konsequent eine bedrohliche und traurige Grundstimmung erzeugt. Ganz großes Kino!

Leider ist das Spiel aber nicht ganz perfekt. Das Spiel fordert einen nicht sehr. Es gibt gelegentliche Timing Rätsel, die gut zu meistern sind und für wenig Frust sorgen – es könnte nur mehr davon geben. Generell kommen Rätsel sehr kurz und oftmals müsst ihr nur einen Schalter betätigen und ihr gelangt in den nächsten Raum. Da wurde Potenzial verschenkt. Das macht ein Inside zum Beispiel deutlich besser. Auch wurde die Chance vertan, Six abseits des linearen Weges auch mal in kleinere und versteckte Räume zu führen. Die gibt es zwar, aber mein Entdeckerdrang wurde bei Little Nightmares nur mäßig befriedigt. Und zu guter Letzt auf der negativen Seite – es ist kurz. Nach gut 3,5 Stunden waren Timo und ich mit dem Spiel fertig.

Ich hole jetzt einmal kurz aus und schneide ein ganz anderes Thema an … ich frage mich noch immer wie die USK das Spiel ab 12 Jahren freigeben konnte, weil ich das für zu niedrig halte und verstehe die Entscheidung dahinter nicht. DENN, die Spielmechanik beherrscht ein 12 jähriger. Keine Frage. Wenn ich mir aber vorstelle das es Kinder gibt die in dem Alter noch mit Puppen spielen und mit kleinen Autos über den Teppich rasen, dann möchte ich wirklich nicht, das mein Kind dieses Spiel in dem Alter spielt. Nein. Ganz sicher nicht. Dafür sind die Charaktere einfach zu krass und die Atmosphäre zu unheimlich. Im Ausland ist das Spiel im übrigen ab 16. Grundsätzlich möchte ich hier aber auch gar keine Diskussion lostreten, dafür soll das Spiel überhaupt nicht herhalten und ich bin sehr zufrieden, mit dem Weg den die USK über die letzten Jahre gegangen ist. Aber manchmal scheint es den Damen und Herren an Feingefühl zu fehlen. Genug und ausreichend ausgeholt.

Trotz dieser Bedenken ändert es auch rein gar nichts an der Tatsache das ich mich gemeinsam mit Six gefürchtet habe. Und ich möchte das Review wirklich positiv beenden, weil Little Nightmares ein wirklich sehr gutes Spiel ist. Wir sind um unser Leben gerannt und haben es am Ende geschafft, aus was auch immer. Das Spiel endet so wie es begann und lässt euch mit euren Gedanken zurück. Traum oder Realität? Timo und ich können es euch wirklich wärmstens empfehlen und wer begeistert hinter Limbo oder Inside saß, wird auch mit Little Nightmares seinen Spaß haben!

One comment

  1. […] neben dem Hauptspiel auch den DLC beinhaltet. Was wir selbst vom Spiel halten, lest ihr in unserem Review nach, oder schaut einfach bei Youtube […]

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