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God of War – Rückblickend

Kratos. Der Grieche der in seinem Wahn alles verlor und anstatt sich in seiner Traurigkeit, der Wut und in Selbsthass zu verlieren – zog er Klinge und ließ seine Muskeln spielen. Für seine Gegner und einstigen Verbündeten wurde ein schlummernder und brodelnder Vulkan geweckt. Es flogen unzählige Körperteile in alle bekannten Himmelsrichtungen und die Überlebenden wateten knietief durch verdrecktes und klebriges Blut. Keine Gnade, kein Gewissen – nur Konsequenzen. Es war an der Zeit mit allen abzurechnen. Ganz gleich wie ehrenhaft oder gottgleich.

Entwickelt wurden die Spiele von den Santa Monica Studios und God of War fand den Weg zunächst auf die PlayStation 2. Ab März 2005 machte Kratos die Videospielwelt unsicher, in Deutschland war es erst ab Mai 2006 soweit. Im Erstling sah sich Kratos einer Übermacht aus Barbaren gegenüber gestellt und im Zeichen der Niederlage, griff er zum letzten Mittel und Bat den Kriegsgott Ares um Hilfe. Dieser verhalf ihm zu den Chaosklingen – was Kratos seine Seele und sein Leben im Gegenzug kostete. Mit Hilfe der neuen Waffen konnte er im Namen von Ares die Barbaren Übermacht bezwingen.

Nach einem Massaker und komplett im Blutrausch verfallen, richtet Kratos ein gesamtes Dorf hin, in der die Bewohner der Götting Athene (Gegenspieler zu Ares im Olymp) ergeben sind. In einem Tempel von Atehne befand sich auch seine Frau Lysandra und seine Tochter Kalliope. Das Orakel belegt ihn mit einem Fluch – die Asche seiner Familie soll auf ewig seinen Körper bedecken, so das jedermann seine Gräueltaten sehen kann. Von nun an war Kratos auch als Geist von Sparta im ganzen Land bekannt. Der Schuldige ist schnell ausgemacht – Ares. Begleitet von Albträumen und fürchterlichen Visionen ist der Geist auf Rache aus. Fortan stellte er sich in die Dienste der Götter des Olymps, in der Hoffnungen, das sie ihn von seinen Qualen befreien. Nach einem langen Weg, viele Feinden, grandiosen Bossen und dem Erhalt der Büchse der Pandora erhält Kratos gottgleiche Kräfte und kann an Ares endlich Rache üben. Kratos erhofft sich nun endlich Linderung und Befreiung von Schmerz und Trauer. Diese erfährt er nur nicht. Die Götter sind im dankbar und verziehen ihm seine Taten, jedoch sind sie nicht fähig ihm von seinen Albträumen zu befreien. Kratos möchte sich das Leben nehmen und stürzt sich von einer Klippe. Aber auch das wird ihm nicht gewährt und als Belohnung wird Kratos fortan in den Olymp aufgenommen und nimmt den freigewordenen Platz von Ares ein.

Wie ich bereits schrieb war der Weg lang und bot viele Feinde. Eine riesige Seeschlange verlor all ihre Köpfe, auch Medusa verlor ihren und wurde fortan als Sekundärwaffe genutzt und selbst ein fünf Meter großer Minotaurus konnte der Kraft von Kratos nicht standhalten. Und zum Schluss Ares selbst.

Es war vor allem das flotte Gameplay, auch der hohe Gewaltgrad und die frischen und gut eingesetzten Quick-Time-Events samt der Finishing-Moves die God of War zu etwas besonderem machten. Neben der Klopperei, dem Ärsche versohlen und dem ich haue alles zu Klump, war auch hier und da Hirnschmalz von Nöten. Das alles und die sehr gute grafischen Präsentation machten das Gesamtpaket komplett rund und nahezu perfekt.

Doch wie ging es weiter? Was macht man wenn man Gott ist? Kratos war im Olymp kein gern gesehener Gast und wurde von allen – bis auf Athene gemieden. Er wütete furchtbarer als Ares es je tat und mischte sich in Konflikte ein, bei denen auch Götter ihre Finger aus dem Spiel lassen. So nahm sich Kratos die Schlacht rund um Rhodos an – trotz Warnungen von Athene selbst. Kratos wandte sich von ihr ab und schmiss sich voller Gloria ins Geschehen. Ein Adler beraubt Kratos seiner Kräfte und überträgt diese in den Koloss von Rhodos, einer riesigen Bronzestatue und erweckt diese zum Leben. Kratos in Wut getränkt sieht es als Verrat von Athene an – doch in Wahrheit steckt Zeus alleine hinter diesem Akt und schenkt als Hilfe die Klinge des Olymps. Kratos müsse nur all seine verbliebene göttliche Kraft in das Schwert hineinlegen und könne somit den Koloss besiegen. Ein Trick auf den der Geist von Sparta naiv hereinfällt. Kratos ist sterblich. Kratos stirbt und stürzt in den Hades. In letzter Sekunde wird er von Gaia, einem Titan, gerettet und ins Reich der Lebenden zurückgeführt. Und wie jeder weiß – Titanen und der Olymp – ein geladene Mischung. Die perfekte Partnerschaft um ein schickes Feuerwerk oberhalb des Himmelszeltes zu entzünden.

Auch beim zweiten Versuch zog der Barbar den kürzeren.
Die Bronze Statue will euch an den Kragen.

Wer dachte das es im ersten Werk von Santa Monica bereits hoch herging, der hat sich oft die Augen reiben müssen. Vor allem grafisch war es eine absolute Pracht – zu diesem Zeitpunkt war bereits die PlayStation 3 erhältlich. Die PS2 pfiff aus dem letzten Loch – ohne Mangel an Performance – und sorgte für offene Münder. Das soll auf der PS2 laufen hieß es in den Tagen überall. Und ja, es lief. Und wie! Auch für Kratos selbst. Mit den Titanen im Nacken schnetzelte, schlitzte und wucherte er sich durch zahlreiche dem Olymp helfende Hände. Helden, fiese Kreaturen und alte Bekannte. Theseus, Perseus, einem barbarischen König, Ikarus, einer Krake, die drei Schwestern vom Schicksal und noch mehr. Ich konnte den Controller damals kam aus den Händen legen und füllte mich nahezu erschlagen an der Masse von Spektakel was da abgefeuert wurde. Einzig allein der Cliffhanger am Ende sorgte für etwas Frust, war ich doch gerade erst angefangen … an der grundsätzlichen Spielformel wurde nur wenig verändert und an ein paar Schrauben und Stellen gedreht. Kritiker wie auch Fans waren restlos begeistert und mit God of War II schoss sich Kratos noch etwas höher!

Und wie macht man nun weiter? Ganz einfach – dort wo einem der Cliffhanger hängen ließ. In God of War III klettert ihr eifrig auf dem Rücken von Gaia in Richtung Olymp. Die Rache ist nah! Poseidons Genick ist schon durch. Nur Papa Zeus hat nicht so recht Bock auf euch und schickt euch mit einem gewaltigen Blitz erneut in den Hades. Alte Leier und alle guten Dinge sind drei! Mit unaussprechlicher Wut und einem Zorn den Zeus mit Sicherheit auch in seinem Schlaf gespürt hat – dreht Kratos sich in gewohnter Manier durch Gedärme und Fleisch. Grafisch ließ das Spiel ordentlich die Muskeln spielen und zeigte der Videospielwelt, wozu die PlayStation 3 im Stande war. Körperteile rissen sich noch nie schöner vom Torso ab, Blut wirkte plastischer denn je und durch die neue gewonnene Größe ließen sich erste Abnutzungserscheinungen kaum erkennen.

Kratos ist auch im dritten Teil nicht kleinzukriegen.
Nicht lang schnacken, Kopf abhacken.
Kratos stets in Höchstform.

Auch hier wurde die gewohnte und bekannte Formel nur geringfügig verändert und konstant weitergeführt. Auch in der Form sich einfach alles vorzunehmen, was einem so vor die Chaosklingen rennt: Poseidon, Hades, Helios, Hermes, Hercules, Cronos, Hephaestus, Skorpius und auch der König selbst – Zeus. In genauer dieser Reihenfolge knieten alle und bettelten um ihr Leben. Teil drei lief bisher am häufigsten und auch das PS4-Remastered fand noch einmal den Weg ins Laufwerk. Es ist von der Größe und der Intensität der in meinen Augen beste Teil der Serie. Gerade der Start und beim ersten Bosskampf gegen Poseidon knallt und feuert es an jeder Ecke. Das Spiel startet so, wie andere aufhören. Natürlich ebbt es danach erstmal kurz ab, aber die Qualität die anfangs erreicht wurde, hält sich im Grund konstant und überzeugt durch immer wieder neue und weiterhin spektakuläre Bosskämpfe. Die Erlebnisse dorthin oder danach schließen sich nahtlos und perfekt an.

Das Ganze führte aber auch zu einem Problem … welches sich in God of War: Ascension mehr als deutlich zeigte. Die Quick-Time-Events, die Finishing-Moves und auch die Gewalt funktionierten zwar noch immer. Aber so langsam nutzten sich die Chaosklingen ab und wurden stumpf. Gerade wenn die Geschichte dahinter nicht mehr ganz so überzeugen kann. Zwar finde ich und das muss ich ausdrücklich betonen: Das Kampfsystem im bisher letzten Werk ist die Spitze aller Titel! In keinem God of War fühlt man sich so sicher und machtvoll. Kratos ist agiler und flinker denn je. Nur eben und das merke ich gerade selbst, während ich hier schreibe – die Erinnerungen an Bosskämpfe oder besondere Gegner sind kaum vorhanden. Ich musste nachschlagen und mir Bilder zurück ins Gedächtnis holen. Ascension ist ein gutes Spiel und kam auch weiterhin gut bei der Presse an, „aber“ auch nur eben gut. Und der Multiplayer-Part verlor schnell seinen Reiz und funktioniert für mich nicht im God of War-Universum. Zumindest nicht in der Form, in der wir ihn damals bekamen.

Aber still ist es um die Serie nicht geworden und ich war mir erst nicht sicher, ob ich ein Rückblickend oder einen Hype Artikel schreiben soll. Nun ist es ersteres geworden, was einen weiteren Artikel aber natürlich nicht ausschließt. Der wird aber noch auf sich warten müssen, da ich zur kommenden E3 mit neuen Details zum nächsten God of War rechne. Der Hypetrain steht also schön poliert, überdacht und wartend auf seinen nächsten Einsatz.

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