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For Honor – Review

Die ersten Schädel sind gespalten, die ersten Arme amputiert und die ersten Schlachten sind verloren. Nach dieser Tortur aus Hass, Wut und Verbindungsabbrüchen, wage ich mich an diese fast unmögliche Aufgabe heran.

Steigen wir erst einmal mit meinen Erwartungen ein. Nachdem wir bei Pixeltyp glücklicherweise Closed Beta als auch Open Beta mitmachen durften, steckte man natürlich die Hype-Messlatte doch höher als eventuell nötig. Aber warum? Das war recht schnell und simpel erklärt. Wir spielten im Team und dominierten noch das recht ausbalancierte und faire Schlachtfeld. Kaum ein Operator war unfair, alles verlief ruhig. Und die gängigen Regeln der Ehre wurden eingehalten. Doch das sollte wohl so nicht bleiben, dazu gleich mehr….

Beginnen wir doch erstmal leger mit dem Aufbau des eigentlichen Spiels. Zuerst nötigt einen das Spiel sich für eine der drei bestehenden Fraktionen zu entscheiden. Wikinger, Samurai und Ritter. Nach dieser Entscheidung darf man sich durch ein kleines Tutorial durchgeschlagen, bei dem man wirklich nur die aller nötigsten Grundlagen verinnerlicht hat, wird man aber auch schon auf das freie Feld geworfen. Ohne weitere Odyssee knallt einem hier Ubisoft schon jede Tür auf. Mit einem kleinen schielenden Auge in Richtung Helden kann man sich bereits einmal durch die verschiedenen Klassen und Fraktionen durchschauen. Die Anpassungen lassen hier aber fast keinen Wunsch offen. Egal ob bestimmt Muster auf der Rüstung, verschiedene Helme, anpassbaren Helmschmuck oder Gravuren auf Lederteilen gibt einem hier das Spiel die freie Auswahl. Das freischalten funktioniert dann hier auch relativ simpel. Ihr kämpft mit dem jeweiligen Kriegern auf dem Feld und schaltet dann eben auch genau für diesen die jeweiligen Anpassungsmöglichkeiten frei. Allerdings eben auch nur für diesen. Klasse oder auch Fraktionsübergreifend ist dies leider nicht möglich. Streckt im eigentlichen Sinne auch nochmal die Spielzeit, ist aber dennoch leider in Hinsicht auf optische Anpassungen dann doch etwas unnötig langfristig.

Verschiedene Klassen? Ja auch sowas gibt es bei For Honor. In erster Linie sind die verschiedenen Helden in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. Leicht, Mittel und Schwer steht hier zur Wahl. Und genau da kommen wir auch schon zu Quintessenz des Spiels. Das Kampfsystem und Ihre verschiedenen Gewichtungen. Denn da wo ein „leichter“ Krieger dauerhaft die Waffe in potenzielle Blockrichtung hält, lassen verschiedene „mittlere“ und alle „schwere“ Krieger das nicht mehr zu, hier muss jeder feindliche Schlag dann auch schon einzeln pariert werden. Genauso komplex sind dann aber auch die Kombo´s der „schweren“ Krieger, wo ein „leichter“ Krieger hier meist nur wenig Variation hat, kann eine komplexer Krieger hier schon teilweise ein Verkettung verschiedenster Attacken vom Stapel lassen. Das wirkt jetzt zum einen natürlich unfair, aber weit gefehlt. Denn das Timing spielt hier eine ganz entscheidende Rolle. Wildes Knöpfchendrücken führt hier meist nur dazu das er stumpf die Kette unterbricht. Das ist natürlich zum einen förderlich, zum anderen aber schnell frustrierend wenn einem das Spiel doch einem das Feedback gibt das man hier den richtigen Knopf zur richtigen Zeit gedrückt hat. Klar man könnte die verschiedenen Kombo´s trainieren und testen, allerdings blutet da auch schon einem das Gehirn. Denn leider hat hier der Entwickler in Gänze auf einen Trainingsmodus verzichtet und bietet lediglich „How to Play“ Videos an in denen kurz beschrieben ist ob der gewählte Krieger eher ein Plagegeist ist und einem gar nicht zum Atmen kommen lässt oder ob dieser gerne mit Konter seinen Kontrahenten enthauptet. Das schmerzt natürlich gewaltig da man so leider nie in Ruhe seine Ketten verinnerlichen kann.

Und da kommen wir schon auf den nächsten Aspekt, wo soll gekämpft werden? For Honor bietet uns da genau drei Möglichkeiten. Als erstes können wir uns durch eine Art Kampagne spielen. Hier wird versucht einem beizubringen, wieso es eigentlich Geschichtlich passieren kann das ein Wikinger und ein Samurai sich gegenseitig unter die Arme greifen um einen Ritter den Schädel zu zerhauen, oder auch anders rum. Die Geschichte selbst wird einem hier sehr unbeholfen und schleppend vermittelt. Auch deswegen, weil auch in keiner Form eine emotionale Bindung entsteht. Hier wird sehr oft mitten in der Kampagne der Protagonist gewechselt und die Lager getauscht das gar kein Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen könnte. Wer sich also überlegt sich das Spiel alleine wegen des Singleplayers zu kaufen, sollte hier wohl lieber verzichten. Er ist eine nette Dreingabe, aber mehr auch nicht. Damit zum eigentlichen Kern des Spiels, der Multiplayer. Hier fließt das Blut, rollen die Köpfe und …. Ja und was? Naja im eigentlich Sinne bietet uns das Spiel die Möglichkeit entweder unsere scharfen Klingen an den KI-Gegner stumpf zu schlagen oder eben an lebendigen Widersachern. Modi gibt es im Grunde 4 verschiedene die sich auch sehr unterschiedlich spielen lassen. Die KI scheint hier auch mittels verschiedener Stufen, die sich manuell festlegen lassen oder automatisch anhand deines analysierten „Skills“, auch eine gute Alternative zu bieten. Dabei unterscheiden sich die Spiele gegen KI als auch gegen echte Gegner nur wirklich im Detail, in einem großen um genau zu sein. Der Mensch selbst ist natürlich in der heutigen Gesellschafft stets damit bemüht sich selbst als die geilste Sau des Planeten zu präsentieren. Und genau daran geht dieses Spiel unter. Die Community schert sich leider absolut nicht für ein gemeinsames meistern des Ziels bzw. dem Sieg in dieser Runde, sondern jeder kocht seine eigene Suppe und versucht natürlich so viel als möglich nach Walhalla zu schicken. Das endet leider dann oft damit das man am Rand der Karte liegt, tot, und keiner holt einen wieder zurück ins Leben, weil das einzige was zählt ist das man am Ende der Runde die meisten „Kills“ hatte. Schade, aber leider ist das eben die aktuelle Community. Und das spiegelt eben den Einstieg den ich oben gemeint habe. Wo noch in der Beta wirklich die interessierten und ehrenhaften Krieger unterwegs waren. So scheint es so das in der Vollversion oft die Kevin´s unter uns nur noch aktiv spielen. Umso erfreulicher ist es während der verschiedenen Rundenwechsel dann doch wieder einen ebenwürdigen und fairen Gegner zu erwischen. Leider passiert aber das auch viel zu selten.

Aber egal ob gegen KI oder echten Kontrahenten, eines verbindet alle Runden miteinander. Verbindungsabbrüche. Mitten in der Runde kegelt einen das Spiel äußerst regelmäßig aus den Runden raus. Das ist zum einen natürlich unfassbar ärgerlich da man so immer wieder aus den Spektakeln gerissen wird und zum anderen geht einem so natürlich die Beute nach dem Spiel flöten mit denen man neue Operator oder Finishing Moves freischalten kann. Leider hat das der Entwickler auch nach gut 2-3 Wochen nach Release noch immer nicht voll im Griff.

So und nun zum letzten Punkt den ich noch behandeln möchte, der Fraktionskrieg. Ihr erinnert euch vor 586 Wörtern das ihr euch vor dem aller ersten Tutorial schon eine Fraktion wählend sollt? Genau das kommt in diesem Feature zum tragen. Am Ende einer jeden Runde, egal ob KI oder nicht, bekommt ihr Kriegsressourcen. Diese kann man nun auf dem Schlachtfeld an den verschiedenen Grenzen auch verbraten um den Krieg in die richtige Richtung zu lenken. Gemanagte wird das ganze dann über einen Prozentwert, welche Fraktion an dieser Grenze mehr Ressourcen verwendet hat. Am Ende eines Zuges dann wird der Zustand eingefroren, die Gebiete neu verteilt und die ganze Misere beginnt von vorne. Mehrere Züge ergeben dann eine Schlacht, am Ende einer Schlacht wird dann die führende Fraktion mit Loot belohnt und alles wird wieder auf Null gesetzt. Nach dem eine gewisse Menge an Schlachten vorbei ist wird die ganze Saison nochmal überblickt. Die Fraktion die die meisten Schlachten gewonnen hat wird dann nochmals belohnt für Ihre hervorragende Leistung. Das scheint natürlich sich jetzt in erster Linie total spannend anzuhören, allerdings wird dieses „Feature“ dann sehr schnell nur noch zum Beifutter. Die grundsätzliche Idee war hier wirklich sehr tiefgreifend, leider wird das aber schnell belanglos.

Tja, was soll ich nun sagen? Nachdem ich die Betaphasen beendet haben, manifestierte ich hier bereits mein persönliches GOTY. Gut, es ist etwas völlig neues, es macht viel richtig, hat aber einige Baustellen die noch gerichtet werden müssen. Ich habe an dieser Stelle bewusst auf eine Bewertung verzichtet, zum einen da ich emotional zu sehr gebunden bin und das Spiel auch aktuell noch sehr stark unter der Community leidet, die jeden Fehler nutzt bis zum Erbrechen. Ich hoffe einfach das hier Ubisoft den gleichen Weg geht wie bei Rainbow Six Siege. Dass die Fehler gesehen werden und schnellstens behoben werden, und parallel aber auch stetig daran gebastelt wird das Spiel anhand der Wünsche zu optimieren. For Honor ist ein frisches und jugendliches Franchise, das nun seine Hörner abstumpfen muss, aber dann jegliche Tür offen steht sich stolz zu etablieren. Hoffen wir das Beste….

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2 comments

  1. […] Highlander und Gladiator anschauen kann. Vielleicht ganz interessant, wenn man bedenkt, dass man For Honor über das Wochenende gratis zocken und für gut 29,99€ kaufen […]

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