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Der Gigant aus dem All

Basierend auf den Roman von Ted Hughes “Der Eisenmann” entstand ein Animationsfilm im Jahre 1999, der zwar durchweg positive Kritiken bekam und einige Preise gewinnen konnte, jedoch floppte der Gigant aus dem All fürchterlich an den Kinokassen und geriet zügig in Vergessenheit. Erst mit der Jahren gewann der Film die berechtigte Anerkennung und wurde mehr und mehr zum Geheimtipp.

17 Jahre später erschien nun endlich die Blu-Ray in der Signature Edition, die auch etwas mehr als eine Minute länger ist als die Kinoversion. Die Machart ist fernab von jeglicher Disney-Romantik und kommt ganz ohne Gesangseinlagen aus. Nicht das ich Disney-Filme nicht mag, aber ich schaue mir gleichermaßen und gerne Animationsfilme an, die ohne – etwas überspitzt gesagt – “niedliche, kleine, hopsende, singende und glückliche Hasen”-Parts auskommen. Und so ein Film ist eben dieser. Viel mehr würde ich “Der Gigant aus dem All” mit Studio Ghibli-Filmen vergleichen wollen. Aber worum geht es überhaupt?

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Die kleine Küstenstadt namens Rockwell im Jahre 1957 ist beschaulich und unbedeutend. Ja, wäre da nicht urplötzlich ein Metall fressendes Ungeheuer aus dem Weltall eingeschlagen. Hogarth, der neunjährige Bengel der gleichermaßen hipp wie cool ist und eigentlich nur seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen will – Horrorfilme schauen – findet eines nachts den Giganten aus dem All. Zunächst ist Hogarth äußerst beeindruckt und sehr ängstlich, aber die beiden finden zueinander. Es entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Im Kindskopf ist alles kein Problem, aber auch Hogarth muss erkennen, das die Menschen Ende der 50iger fremden gegenüber alles andere als zutraulich sind. In dem Fall sehr fremd. Die Russen schießen den ersten Satelliten in die Umlaufbahn der Erde, die Chinesen sind auf dem Vormarsch und sowieso und immer ist von einer Gefahr auszugehen, auch aus dem All. So dauert es nicht lange und die Bewohner der Stadt melden seltsame Ereignisse den Behörden. Der paranoide Bundesagent Mansley soll den Spuren nachgehen. Und wie ihr euch denken könnt ist es irgendwann vorbei mit dem Versteckspiel und der nicht kleinzukriegende Mansley besetzt die ganze Ortschaft mit Luft-, Land- und Seefahrzeugen der amerikanischen Streitkraft. Das klingt alles ein wenig nach Superman und so ganz ist der Vergleich auch nicht von der Hand zuweisen, schließlich zieht der Film selbst parallelen zum bekannten Superheld mit dem roten Cape.

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Es sind die Charaktere, wie der für verrückt erklärte Seemann. Dean, dem ein Schrottplatz gehört und sich als Künstler versucht. Wobei er selbst nicht weiß, ob er aus Schrott Kunst kreiert oder Kunst verkauft, die einfach nur Schrott ist?! Natürlich Mansley mit seiner äußerst penetranten, aber auch gleichzeitig naiven blöden Art bringen einem zum Lachen. Der wahnsinnig tolle Zeichenstil mit wunderschönen Landschaften und dieser schöne Traum eines Jungen, der einen 15 Meter großen Roboter als Freund hat – ja, wer erkennt sich da nicht selbst wieder? Ich würde auch sofort mit Hogarth tauschen wollen.

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Ich kenne den Film seit Anfang der 2000er und war zwar schon etwas älter, wusste den Film aber trotzdem sofort zu schätzen und habe ihn seit dem schon viele, viele Male gesehen. Von daher, ob jung oder alt oder älter – Der Gigant aus dem All gehört für mich in jede gut sortierte Filmsammlung. Zumal die Signature Edition uns zum ersten Mal überhaupt etwas Einblick in die Geschichte vom Metallmann verschafft. Klingt wieder etwas nach dem Mann mit dem roten Cape. Macht aber nichts, der Film grenzt sich dennoch gut genug ab und mit jedem Abspann hatte ich stets das Gefühl: “Das ist einfach ein toller Film!” – das klingt geschrieben immer ziemlich steif. Stellt euch also vor, ihr würdet das gerade zum besten Kumpel sagen.

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