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Life is Strange – und der Name ist Programm

Bevor wir auch an dieser Stelle mit unseren persönlichen “Listwars” oder Jahresrückblicken anfangen, will ich nochmal die Gelegenheit nutzen um auf das fantastische Life is Strange hinzuweisen.

In den diversen Online-Stores (Steam, PSN, Xbox Live) sind mittlerweile alle 5 Episoden erschienen und am 22.01.16 erscheint auch die komplette Disc-Version mit Artbüchlein & Soundtrack. Eine Demo in Form einer gekürzten Episode 1 ist auch auf div. Onlineplattformen (PSN, XBL, Steam) verfügbar.

Gleich vorweg, da ich vermute dass es das Hauptproblem des Spieles ist: lasst euch nicht vom Cover, den Hauptfiguren oder dem eher seichten Demo-Ausschnitt abschrecken.

Max & ihre beste Freundin Chloe

Ja, man spielt ein 18-jähriges Mädel, ja gerade zu Beginn wirkt es sehr nach der simplen Coming-of-Age Story nur mit dem Zeitfeature gewürzt und ja der Soundtrack ist auch an diese 90er Thematik angelehnt (was für manche alten Hasen wie mich aber nicht schlecht sein muss).

ABER wo Episoden 1 & 2 noch ziemlich an der Oberfläche kratzen, ziehen 3 & 4 voll an und gerade das Ende stellt euch vor einer Entscheidung, die es in sich hat. Life is Strange setzt im späteren Verlauf die interessante Zeitmechanik vor allem dazu ein euch vor teils wirklich schwere Entscheidungen zu stellen. Klar, auch wie in den ähnlichen Telltale Adventures darf man hier auch nicht erwarten drei völlig verschiedene Spielabschnitte zu sehen. Entwickler Dontnod weiß sehr geschickt die Bahnen in die richtige Richtung zu lenken, euch aber trotzdem genug Freiraum zu lassen. Mehrmaliges Durchspielen ist hier nicht notwendig, man “fühlt” aber mehr Einfluss zu haben, als z. B. beim Game of Thrones oder Walking Dead Season 2 Spiel.

manchmal geht es bei eurer Wahl sogar um Leben & Tod

Der zweite wichtige Part sind die Konsequenzen eurer Zeitmanipulationen. Diese sind im Gegensatz zum bekannten Wohlfühlkino hier nämlich nicht ohne und bereits kleine angebliche Verbesserungen haben manchmal Ergebnisse die sprachlos machen können.

und muss mit den Auswirkungen leben

Beides wird begleitet von den vermutlich besten & interessantesten Charakteren die ich in so einem Format gesehen habe. Selten ist mir eine virtuelle Figur so schnell ans Herz gewachsen, wie die beste Freundin Chloe. Man will bald alles tun um ihr zu helfen und man verflucht jede negative Konsequenz die sich dadurch für sie ergeben. Klar, bediente sich der Entwickler einiger Klischees wie dem typischen Hipster-Lehrer oder der reichen verzogenen Göre, aber es wird nie zu schmalzig und gerade in späteren Episoden entdeckt man bei manchen 0815-Charakteren neue interessante Facetten.

das Artdesign steht dem Sound in nichts nach

Wichtig ist auch noch das Gameplay. Wer die Demo oder ein Telltale-Spiel bereits gezockt hat, kann sich vorstellen wie es hier weitergeht. Dontnod hat es sogar geschafft ein paar interessante Puzzles im späteren Verlauf einzubauen. Nicht vergleichbar mit den damaligen Lucas Arts-Adventures, aber hier wurde mein eingestaubtes Adventure-Hirn häufiger verlangt, als bei den letzten Werken von Telltale.

Bleibt nur noch zu sagen: Gebt dem Spiel eine Chance, es hat nicht umsonst einige Auszeichnungen einheimsen können. Die wurden hier nicht von der “games are art”-Fraktion vergeben und sind nicht den weiblichen Hauptcharakteren geschuldet (die Story hätte im Prinzip auch mit gleichaltrigen Jungs funktioniert).

Trotz aller hochkarätigen Titel dieses Jahr bleibt Life is Strange für mich sicher noch länger in Erinnerung und ich kann es kaum erwarten bis Dontnod ihr nächstes Spiel veröffentlichen!

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One comment

  1. […] Floor 2“. Ob es noch weitere Spiele im Juni kostenlos gibt ist noch nicht bekannt. Life is Strange lohnt sich laut Michael auf jeden Fall und Killing Floor 2 sieht nach solider Ballerei […]

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